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Mindener Tageblatt , 20.01.2024 :

Tausende gegen Rechtsextremismus

Demonstranten standen dicht gedrängt auf dem Mindener Marktplatz / Auch in Bielefeld und Detmold versammelten sich Menschen / Kirchen, Gewerkschaften und Parteien unterstützen die Proteste

Minden / Bielefeld (bp/mot/epd). Eng, voll und laut war es am Freitagabend auf dem Mindener Marktplatz. Rund 4.000 Menschen demonstrierten gegen Rechtsextremismus und dessen krude Deportationsfantasien. Die Anzahl der Protestler überstieg die Erwartungen der Organisatoren bei weitem. Mindens Bürgermeister Michael Jäcke (SPD) sagte: "Wir sind hier, um laut zu sein: Nein zum Rechtsextremismus!" Auch Hebammen waren unter den Demonstranten. Auf ihren Schildern hieß es: "Schwanger? Pech gehabt, deine Hebamme wurde deportiert".

Bundesweit hatten Bündnisse aus Kirchen, Gewerkschaften, Parteien und anderen gesellschaftlichen Gruppen zu Demonstrationen und Kundgebungen aufgerufen. Dabei machten sie ihren Protest gegen menschenverachtende Pläne und Äußerungen rechtsextremer Gruppierungen deutlich. Auch anderswo in Ostwestfalen-Lippe gingen zahlreiche Menschen auf die Straße. In Bielefeld kamen mehrere Tausend am Jahnplatz zusammen. 18 Verbände, Gruppen und politische Jugendorganisationen hatten unter dem Motto "Demokratie verteidigen! - Zusammen gegen rechts" zur Kundgebung aufgerufen. Auch in Detmold gingen Menschen auf die Straße.

Die leitenden Geistlichen der drei evangelischen Kirchen in NRW unterstützen die Proteste. In einer gemeinsamen Mitteilung forderten der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, der Theologische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, Ulf Schlüter, und der Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche, Dietmar Arends, dazu auf, Haltung gegen rechte Hetze und für die Demokratie zu zeigen. "Gemeinsam mit allen Demokratinnen und Demokraten stehen evangelische Christinnen und Christen in unserem Land auf für Vielfalt und Menschlichkeit", hieß es.

Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) zeigte sich erfreut darüber, dass Menschen auf die Straße gehen und gegen den zunehmenden Rechtsextremismus demonstrieren. Die Zivilgesellschaft müsse "ein Zeichen setzen, und das tut sie mit solchen Demonstrationen", sagte die AGDF-Vorsitzende Christine Busch in Bonn.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in NRW bezeichnete das bekannt gewordene Geheimtreffen rund ums Thema der so genannten "Remigration" in Potsdam als "erschütternd". Es bestätige, dass die AfD "eine menschenfeindliche Partei" sei, die "auf Spaltung setzt und unsere Demokratie mit Füßen tritt", betonte die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende, Anke Unger.

Seiten 2 und 3

Bildunterschrift: Selvi Arslan, Integrationsbeauftragte der Stadt Minden, prägte in ihrer Rede auf der Demonstration gegen Rechtsextremismus in der Mindener Innenstadt den Begriff "Menschen mit internationaler Familiengeschichte". Rund 4.000 Menschen versammelten sich am Marktplatz.


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- Freitag, 19. Januar 2024 um 17.00 Uhr -


Kundgebung: Gegen die Neue Rechte!


Veranstaltungsort:

Martinitreppe
32423 Minden


Redebeiträge von:

Bürgermeister Michael Jäcke
Landrat Ali Dogan
Kathrin Kosiek, CDU
Rüdiger Höcker, Seebrücke Minden
Felix Abruszat, FDP
Nina Pape, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden
Anna Gasiewski, Fluchtpunkt Martinihaus
Selvi Arslan, Integrationsbüro Minden
Aylin Rescho, Jugendforum Minden
Kolya Mustafa, Jugendforum Minden
Oswald Marschall, Verein Deutscher Sinti e.V. Minden
Volker Böttcher, Sparkassenvorstand im Ruhestand
Michael Mertins, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Minden
Sprecherin der Grünen
Irmgard Schmidt, Lübbecke zeigt Gesicht


Veranstalterinnen:

Minden - Für Demokratie und Vielfalt e.V.

Quartiersmanagement der Oberen Altstadt

Treffpunkt "LilaGold"


www.lap-minden.de

www.oberealtstadt.de

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Am 19. Januar 2024 soll in Minden, nach Angaben der Organisatorinnen, auf der Kundgebung "Gegen die Neue Rechte", eine Person mit Israel-Flagge sowie einem Hakenkreuz des Platzes verwiesen worden sein.

Am 19. Januar 2024 nahmen 4.000 Personen an der Kundgebung "Gegen die Neue Rechte" von Minden - Für Demokratie und Vielfalt e.V., Quartiersmanagement der Oberen Altstadt und Treffpunkt "LilaGold" teil.

Am 19. Januar 2024 wurden am Büro des Vereins "Minden - Für Demokratie und Vielfalt e.V." - zahlreiche Sticker der "Jungen Nationalisten" an den Fenstern - wie auf dem Weg zu dem Kundgebungsort entdeckt.

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20./21.01.2024

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