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1 Veranstaltung - Nachrichten , 15.01.2024 :

Tages-Chronologie von Montag, 15. Januar 2024

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Veranstaltungskalender:



- Montag, 15. Januar 2024 um 19.00 Uhr -


Vortrag und Gespräch mit Michael Girke: Die Linke und der Antisemitismus


Veranstaltungsort:

Synagoge der Jüdischen Gemeinde
Herford-Detmold
Komturstraße 21
32052 Herford

www.jg-hf-dt.de


Aktionen, Aufrufe, Kommentare nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 haben es sichtbar gemacht: In progressiven, emanzipatorischen, subkulturellen, das heißt in linken Bewegungen hierzulande grassieren antisemitische Positionen.

Hat die politische Linke denn nicht immer die Gleichheit aller Menschen als oberstes, zu erkämpfendes Ziel angesehen, was Rassismus und Antisemitismus ja per se ausschließt?

Der Vortrag des Autors Michael Girke führt vor Augen, dass linker Antisemitismus kein neues Phänomen ist, sondern eine Geschichte hat, dass derzeit altbekannte Haltungen in alternativer Form und neuem Gewand wieder auftauchen - und welche Gründe es dafür gibt.

Michael Girke lebt als freier Autor, Kritiker und Dozent in Herford.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Herford e.V. und der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold.


www.gcjz-herford.de

www.jg-hf-dt.de


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Pressespiegel überregional


MiGAZIN, 15.01.2024:
Bruder schreibt Hanau-Buch / "Geboren, aufgewachsen und ermordet in Deutschland"

MiGAZIN, 15.01.2024:
Kein Einzeltäter / Drohschreiben gegen hessische Moscheen von mehreren Absendern

Jüdische Allgemeine Online, 15.01.2024:
Erzbistum Berlin / Nach Rechtsextremisten-Treffen: Ex-Senator Kurth tritt als Finanzberater zurück

MiGAZIN, 15.01.2024:
"Rechter Kampfbegriff" / "Remigration" ist "Unwort des Jahres" 2023

Westdeutscher Rundfunk Köln, 15.01.2024:
Demos gegen AfD: Beginnt jetzt ein Aufstand der Mitte?

die tageszeitung, 15.01.2024:
Die Mehrheit hat zu lange geschwiegen

Westfalen-Blatt, 15.01.2024:
Demo: 2.400 gegen die AfD / Weidel bei Neujahrsempfang in Duisburg

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Montag, 15. Januar 2024


Vom 16. Dezember 2023 bis 29. Februar 2024 ist im Besucher-Bergwerk und Museum Kleinenbremen, die Sonderausstellung "Anfang und Ende - Warschauer Aufständische in deutscher Gefangenschaft" zu sehen.

Am 15. Januar 2024 fand mit 28 Teilnehmenden um den faktischen Versammlungsleiter Burkhart Weecke der 108. Detmolder "Lichterspaziergang" - ausschließlich aus der regionalen extrem rechten Szene - statt.

Am 15. Januar 2024 veröffentlichte der rechte YouTuber Tim Kellner die Konversation mit Ulrich Siegmund ("AfD") unter dem Titel "Teilnehmer des "Geheimtreffens" packt aus!" über die "Wahnsee-Konferenz 2.0".


www.cmjw.pl/de/ausstellungen/temporre-ausstellungen

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www.blomberger-buendnis.org

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Mindener Tageblatt, 15.01.2024:
Leben hinter Stacheldraht

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Mindener Tageblatt, 15.01.2024:

Leben hinter Stacheldraht

Eine Ausstellung im Bergbaumuseum erzählt, wie es nach dem Ende des Warschauer Aufstandes, der sich bald zum 80. Mal jährt, weitergegangen ist / Tausende Polen gerieten in Gefangenschaft

Stefan Lyrath

Porta Westfalica-Kleinenbremen. Rund 700 Polen haben im Zweiten Weltkrieg in Stollen der Kleinenbremer Erzgrube "Wohlverwahrt", die heute zum Besucher-Bergwerk gehören, Zwangsarbeit geleistet. Männer und Frauen, die nach dem Warschauer Aufstand im Oktober 1944 in deutsche Gefangenschaft geraten sind, waren nach heutigem Kenntnisstand nicht darunter. Zu diesem Schluss kommt der Historiker Antonius Schanderwitz, der 2023 in Kleinenbremen und Hausberge Vorträge über Schicksale polnischer Kriegsgefangener in der Region gehalten hat. "Das hätte schon zeitlich kaum gepasst", erklärt Schanderwitz.

Die Arbeiten zum Bau einer unterirdischen Fabrik des Flugzeughersteller Focke-Wulf im Erzbergwerk "Wohlverwahrt" hatten im Sommer 1944 begonnen. "Soweit bisher bekannt, befanden sich die dort ab Herbst zur Arbeit eingesetzten polnischen Kriegsgefangenen vor ihrer Verlegung nach Ostwestfalen im September und Anfang Oktober 1944 bereits längere Zeit in anderen deutschen Lagern, vor allem im Rheinland. Sie wurden somit bereits vor beziehungsweise zeitgleich mit dem Ende des Warschauer Aufstands in die Region verlegt", so der Historiker, dem zufolge es für ganz OWL keine Hinweise auf Warschauer Aufständische gibt.

Als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte Stalag 326 Senne in Schloss-Holte-Stukenbrock war Antonius Schanderwitz am Entstehen der Kooperation zwischen Stalag 326, dem Portaner Gedenkstätten-Verein sowie Besucher-Bergwerk und Museum beteiligt. Im Bergbaumuseum an der Rintelner Straße 396 läuft zur Zeit die Wanderausstellung "Das Ende und der Anfang - Warschauer Aufständische in deutscher Gefangenschaft". Konzipiert hat die Schau das Zentrale Museum der Kriegsgefangenen im polnischen Opole (Oberschlesien). Kleinenbremen ist in Deutschland die erste Station.

17.000 Polen kamen nach der Kapitulation in deutsche Gefangenschaft. Der Warschauer Aufstand hatte am 1. August 1944 begonnen. Die polnische Heimatarmee und Teile der Zivilbevölkerung lieferten den militärisch weit überlegenen deutschen Besatzern einen heldenhaften Kampf um die polnische Hauptstadt, der nach 63 Tagen mit einer Niederlage der Widerstandskämpfer endete. Die Rote Armee hatte auf der anderen Seite der Weichsel gestanden, ohne in die Kämpfe einzugreifen.

Kleinenbremen ist in Deutschland die erste Station der Ausstellung

Nach der Kapitulation mussten etwa 17.000 Polen in deutsche Gefangenschaft, darunter auch Frauen, Mädchen und Jungen. Die Jüngsten waren erst zehn Jahre alt. "Oftmals endet die Erzählung vom Aufstand hier", schreiben die Macher der Ausstellung. In ihrer Schau erzählen sie die Geschichte weiter.

Nachdem die Widerstandskämpfer Anfang Oktober 1944 ihre Waffen niedergelegt hatten, wurden sie zu Kriegsgefangenen und genossen alle Rechte aus der Genfer Konvention von 1929 - aber nur auf dem Papier. Die Wirklichkeit sah anders aus. So erfolgte die Anreise in überfüllten Bahnwaggons, in den Lagern gab es nur kleine Essensrationen, und für ihre Gesundheit waren die Insassen hauptsächlich selbst verantwortlich. Jeder Dritte war krank oder verwundet.

Mit Blick auf die Schicksale polnischer Kriegsgefangener ist der Warschauer Aufstand nach Erkenntnissen von Antonius Schanderwitz intensiver erforscht worden als der deutsche Überfall auf Polen im September 1939, der den Beginn des Zweiten Weltkriegs markiert hatte. Schanderwitz führt dies darauf zurück, "dass der Warschauer Aufstand als deutlichstes Zeichen des Widerstandes gegen die Besatzer einen besonderen Platz im polnischen Bewusstsein einnimmt".

Zurück nach Kleinenbremen: In der dortigen Grube "Wohlverwahrt" waren ab Sommer 1944 zunächst sowjetische und später etwa 700 polnische Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit eingesetzt, bevor die Zahl der Polen wenige Monate vor Kriegsende (8. Mai 1945) auf ungefähr 500 reduziert wurde. Sie mussten beim Aufbau der Fabrik helfen, die zum Schutz vor Bombenangriffen der Alliierten unter Tage entstehen sollte, am Ende jedoch nicht mehr in Betrieb ging.

Untergebracht waren die Gefangenen in Lagern in Nammen und Fülme. Ihr Alltag hinter Stacheldraht war voller Entbehrungen. Todesfälle sind allerdings nicht bekannt, was vermutlich daran lag, dass die Untertage-Verlagerung "Elritze" nicht der mörderischen SS unterstand, sondern der Organisation Todt (OT), einer paramilitärisch organisierten Bautruppe der Nazis.

Die Ausstellung im Kompressorraum von Besucher-Bergwerk und Museum ist bis zum 29. Februar zu sehen - und zwar samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr. Sie besteht aus zehn separaten Teilen, angeordnet auf 32 Schautafeln.

Bildunterschrift: Beeindruckend: Dr. Tanja Hasselberg, die Geschäftsführerin von Besucher-Bergwerk und Museum, und der stellvertretende Museumsleiter Markus Miller sehen sich die Ausstellung im Kompressorraum an.


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