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Neue Westfälische - Herford und Enger / Spenge , 13.01.2024 :

Reichsbürger-Razzia: Herforder gibt sich als "Staatsrichter" aus

Die Bezeichnungen und Ausweise, mit denen der Beschuldigte nach außen auftritt, sind selbst gemacht und zeugen offensichtlich von einer regen Fantasie

Herford / Vlotho. In Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen zwei Mitglieder der Reichsbürger-Szene aus Herford und Vlotho geht es vor allem um Schriftstücke, die die Beschuldigten an Behörden schickten. In ihnen sollen sie sich unter anderem als Staatsanwälte ausgegeben haben - wie auch die vier weiteren Beschuldigten in dem Verfahren.

Bereits früher hatten Reichsbürger deutschlandweit immer wieder die elektronischen Posteingänge von Behörden mit ihren Pamphleten, vorgeblichen Anträgen und Widersprüchen geflutet. Der Mann aus Vlotho ist für die Polizei ein alter Bekannter. Gegen ihn wurde bereits mehrfach ermittelt.

Mit dem Beschuldigten aus Herford hat die Polizei einer weiteren zentralen Figur der so genannten Justiz-Opfer-Hilfe einen Besuch abgestattet. Der Mann besitzt einen Ausweis, in dem er sich als "Staatsrichter" bezeichnet. Sein Führerschein ist eine "Fahrerlaubnis" der JOH, so die Kurzform der Justiz-Opfer-Hilfe. Und er verfügt auch über einen angeblichen JOH-Presseausweis. Darüber hinaus ist er "bestallter staatlicher Einzelrichter" beim "Internationalen Menschenrechtsstrafgerichtshof". Weit fahren muss der Herforder nicht, um zu dem imaginären Konstrukt zu gelangen: Der angebliche Gerichtshof hat seinen Sitz in Porta Westfalica. Auch dort wurde durchsucht.

Darüber hinaus verfügt der Herforder, wie er im Internet verkündet, über die Möglichkeit, die Aura von Menschen - Esoteriker glauben an eine Art besondere Strahlung des menschlichen Körpers - sehen zu können. Donnerstagmorgen sah er aber nur einen Durchsuchungsbeschluss.

Zeitgleich hatten Polizisten auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bückeburg neben Herford und Vlotho vier Häuser und Wohnungen in Rinteln, Porta Westfalica, Detmold und Bielefeld zum Zweck der Beweissicherung durchsucht. Auf Grund eines zum Teil erhöhten Gefährdungsgrades war die Polizei mit starken Kräften, darunter Bereitschaftspolizisten, Spezialeinsatzkommandos sowie diversen Ermittlungskräften aus Niedersachsen und NRW und der Staatsanwaltschaft vor Ort.

Von Rechtsanwälten lassen sich die insgesamt sechs Männer nach dem derzeitigen Wissensstand der Staatsanwaltschaft Bückeburg nicht vertreten.

Bildunterschrift: Die bei der Polizeiaktion beschädigte Tür in Vlotho.

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Am 11. Januar 2024 veranlasste die Staatsanwaltschaft in Bückeburg in Rinteln, Porta Westfalica, Herford, Vlotho, Bielefeld, Detmold Razzien bei "Staatsanwälten" der ("Reichsbürger"-Gruppe) "Justiz-Opfer-Hilfe".

Am 11. Januar 2024 veranlasste die Staatsanwaltschaft in Bückeburg in Rinteln, Porta Westfalica, Herford, Vlotho, Bielefeld und Detmold Razzien bei "Staatsrichtern" der "Reichsbürger"-Gruppe "Justiz-Opfer-Hilfe".

Am 11. Januar 2024 veranlasste die Staatsanwaltschaft Bückeburg die Durchsuchung bei Friedrich-Wilhelm Schmeding in Porta Westfalica, "Bestallter staatlicher Einzelrichter" der Gruppe "Justiz-Opfer-Hilfe", "JOH".

Am 11. Januar 2024 veranlasste die Staatsanwaltschaft Bückeburg die Durchsuchung bei Axel Thiesmeier, "Ermittlungsbeamter" und "Staatsrichter" in Vlotho der "Reichsbürger"-Gruppe "Justiz-Opfer-Hilfe" ("JOH").

Am 11. Januar 2024 veranlasste die Staatsanwaltschaft Bückeburg eine Durchsuchung bei Rüdiger Drewski in Herford, ein "Bestallter staatlicher Einzelrichter" der "Reichsbürger"-Gruppe "Justiz-Opfer-Hilfe" ("JOH").

Am 11. Januar 2024 veranlasste die Staatsanwaltschaft in Bückeburg eine Durchsuchung bei Dirk Laufer in Bielefeld, ein "Bestallter staatlicher Einzelrichter" der ("Reichsbürger"-Gruppe) "Justiz-Opfer-Hilfe" ("JOH").

Am 11. Januar 2024 veranlasste die Staatsanwaltschaft Bückeburg in Detmold eine Durchsuchung bei Jörg Reckmeyer (1967), ein "Bestallter staatlicher Einzelrichter" der "Reichsbürger"-Gruppe "Justiz-Opfer-Hilfe".

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13./14.01.2024

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