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Neue Westfälische Online ,
11.01.2024 :
"Reichsbürger"-Razzia in OWL: Polizei findet Waffen und gefälschte Ausweise
11.01.2024 - 14.05 Uhr
Falsche Titel genutzt
Polizisten haben mehrere Objekte in der Region durchsucht. Führungspersonen der Justiz-Opfer-Hilfe sollen im Visier der Ermittler stehen.
Von Lukas Brekenkamp
"Reichsbürger"-Razzia in Ostwestfalen-Lippe: Am Donnerstagmorgen haben Polizisten mehrere Objekte in der Region sowie im niedersächsischen Rinteln durchsucht. Grund für die Untersuchungen waren nach Informationen dieser Redaktion die missbräuchliche Nutzung von Titeln durch die "Reichsbürger". Die zuständige Polizei in Nienburg bestätigte das mittlerweile.
Nach Recherchen dieser Redaktion waren von den Durchsuchungen Führungspersonen der bekannten "Reichsbürger"-Gruppe Justiz-Opfer-Hilfe betroffen. Die insgesamt sechs Beschuldigten im Alter von 56 bis 67 Jahren haben sich demnach als "Staatsanwälte" ausgegeben. Diese Bezeichnung nutzten sie auch in Faxen oder in E-Mails, die die Anhänger verschickten. Laut Polizei stelle dies eine Straftat dar - der Missbrauch von Titeln.
Die Polizei ging bei den Razzien im niedersächsischen Rinteln sowie in Vlotho, Porta Westfalica, Herford, Detmold und Bielefeld von einer erhöhten Gefährdungslage aus. Unter anderem war ein Spezialeinsatzkommando im Einsatz. Ziel war die Beweissicherung.
Offenbar mit Erfolg: Laut Polizei stellten die Beamten dabei "diverse verfahrensrelevante Asservate" sicher. Darunter gefälschte Ausweise und Datenträger. Doch die Polizei fand noch mehr. So wurden laut einer Mitteilung auch verbotene Stichwaffen, ein Schlagring und Taser beschlagnahmt. Auch mutmaßliche Drogen wurden gefunden. "Selbiges wird im Nachgang durch die Polizei untersucht und hinsichtlich der strafrechtlichen Relevanz bewertet. Sollten sich die Verstöße erhärten, werden zusätzliche Strafverfahren eingeleitet", berichtet eine Polizeisprecherin.
Bildunterschrift: Die Reichsbürger-Organisation hat in Möllbergen ein "Amtsbüro", wie auf dem Postkasten zu sehen ist. Das Haus durchsuchten die Ermittler.
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Am 11. Januar 2024 veranlasste die Staatsanwaltschaft in Bückeburg in Rinteln, Porta Westfalica, Herford, Vlotho, Bielefeld, Detmold Razzien bei "Staatsanwälten" der ("Reichsbürger"-Gruppe) "Justiz-Opfer-Hilfe".
Am 11. Januar 2024 veranlasste die Staatsanwaltschaft in Bückeburg in Rinteln, Porta Westfalica, Herford, Vlotho, Bielefeld und Detmold Razzien bei "Staatsrichtern" der "Reichsbürger"-Gruppe "Justiz-Opfer-Hilfe".
Am 11. Januar 2024 veranlasste die Staatsanwaltschaft Bückeburg die Durchsuchung bei Friedrich-Wilhelm Schmeding in Porta Westfalica, "Bestallter staatlicher Einzelrichter" der Gruppe "Justiz-Opfer-Hilfe", "JOH".
Am 11. Januar 2024 veranlasste die Staatsanwaltschaft Bückeburg die Durchsuchung bei Axel Thiesmeier, "Ermittlungsbeamter" und "Staatsrichter" in Vlotho der "Reichsbürger"-Gruppe "Justiz-Opfer-Hilfe" ("JOH").
Am 11. Januar 2024 veranlasste die Staatsanwaltschaft Bückeburg eine Durchsuchung bei Rüdiger Drewski in Herford, ein "Bestallter staatlicher Einzelrichter" der "Reichsbürger"-Gruppe "Justiz-Opfer-Hilfe" ("JOH").
Am 11. Januar 2024 veranlasste die Staatsanwaltschaft in Bückeburg eine Durchsuchung bei Dirk Laufer in Bielefeld, ein "Bestallter staatlicher Einzelrichter" der ("Reichsbürger"-Gruppe) "Justiz-Opfer-Hilfe" ("JOH").
Am 11. Januar 2024 veranlasste die Staatsanwaltschaft Bückeburg in Detmold eine Durchsuchung bei Jörg Reckmeyer (1967), ein "Bestallter staatlicher Einzelrichter" der "Reichsbürger"-Gruppe "Justiz-Opfer-Hilfe".
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