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Lippische Landes-Zeitung , 11.01.2024 :

"Antisemitismus ist kein Thema der Vergangenheit"

79 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus gibt es in Detmold eine zentrale Gedenkfeier und weitere Veranstaltungen / Der Holocaust-Überlebende Ivar Buterfas-Frankenthal spricht mit Schülern

Detmold. Der 27. Januar ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Weltweit erinnern Menschen an die Opfer der NS-Diktatur sowie an jene, die Widerstand leisteten und NS-Verfolgte schützten. Die zentrale Gedenkveranstaltung der Stadt Detmold am Samstag, 27. Januar, steht unter dem Titel "Von Widerstand und Mitläufern - Erinnern, um zu mahnen." Sie beginnt um 17 Uhr im August-Hermann-Francke-Gymnasium in der Georgstraße 24, teilt die Stadt mit. Im Mittelpunkt des von Schülern und Lehrern gemeinsam ausgerichteten Nachmittags steht eine Collage aus Theater, Film, Livemusik und Kunstausstellung.

Eine ganze Reihe von Veranstaltungen rankt sich bereits vor und danach rund um das Thema. "Das vergangene Jahr hat uns sehr schmerzlich vor Augen geführt, dass Antisemitismus kein Thema der Vergangenheit ist. Mehr denn je brauchen wir dieses mahnende Gedenken, um an das unfassbare Geschehene und die vielen ausgelöschten Menschenleben zu erinnern", wird Bürgermeister Frank Hilker in der Mitteilung zitiert. Er erneuert besonders anlässlich des anstehenden Gedenktages seine klare Botschaft: "Detmold steht für ein friedliches und tolerantes Miteinander. Für Hass und Fremdenfeindlichkeit ist hier kein Platz."

Die Woche des Gedenkens beginnt am Montag, 22. Januar, auf Einladung des August-Hermann-Francke-Gymnasium mit einem Gespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Ivar Buterfas-Frankenthal. Der 1933 in Hamburg geborene Unternehmer hat es sich zur Aufgabe gemacht, über den Terror des NS-Regimes Zeugnis abzulegen. Er ist von 10 bis 12 Uhr in der Stadthalle zu Gast und berichtet Schülern aus seinem Leben.

Am darauffolgenden Dienstag hält von 19.30 Uhr an im Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38, Ioana Jimborean vom Kunsthaus Zürich einen Vortrag. Thema ist die Sammlung des Waffenindustriellen Emil Bührle, die seit Herbst 2021 als Dauerleihgabe im Kunsthaus zu sehen ist und von kontroversen Debatten begleitet wird. Im Mittelpunkt des Vortrags steht der "Umgang mit ehemaliger Raubkunst und NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut". Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit lädt ein.

Am Donnerstag, 25. Januar, referiert von 19 Uhr an im Kleinen Saal der Stadthalle Prof. Jürgen Zimmerer, Professor für Globalgeschichte an der Universität Hamburg. Sein Thema: Erinnerungskämpfe, Koloniales Erbe, NS-Gewaltverbrechen und deutsche Erinnerungskultur. Organisiert wird der Abend von der VHS Detmold-Lemgo und dem Stadtarchiv Detmold.

In der Martin-Luther-Kirche, Schülerstraße 12, beginnt am Freitag, 26. Januar, 19.30 Uhr, ein Konzert. Die Chorgemeinschaft cantus novus und Freunde singen Werke von Gabriel Fauré, Johannes Brahms, Paul Dessau und Jean Goldenbaum.

Am Montag, 29. Januar, ist im Landesarchiv in der Willi-Hofmann-Straße 2 ein Solo-Theaterstück von Michael Grunert und Regina Berges über das Leben eines polnischen Zwangsarbeiters zu sehen. Am Dienstag, 30. Januar, eröffnet im Gymnasium Leopoldinum eine Ausstellung über die Deportation der Detmolder Juden nach Riga. In einem Vortrag erläutert Am selben Tag bietet die Stadtbibliothek eine Lesung mit Autorin Bettina Storks an, die aus ihrem historischen Roman "Die Kinder von Beauvallon" lesen wird.

Ab 12. Februar ist im Rathaus die Ausstellung "Ein vergessener Oberbürgermeister - Dr. Emil Peters (1882 - 1934" zu sehen. Für den 26. Februar ist im Grabbe-Gymnasium eine Lesung samt Vortrag und Diskussion mit der Zeitzeugin Edith Erbrich und dem Autor Louis Pawellek geplant. Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist frei. Das ganze Programm gibt es unter www.detmold.de im Internet.

Bildunterschrift: Im Gedenken an die Opfer der NS-Zeit wird es in Detmold demnächst viele Veranstaltungen geben.

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Vom 22. Januar an, bis einschließlich 26. Februar 2024, findet in Detmold eine Veranstaltungsreihe mit elf Veranstaltungen, unter dem Titel ""Erinnern und Gedenken" - an die Opfer des Nationalsozialismus" statt.

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www.detmold.de


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