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2 Artikel , 06.01.2024 :

Pressespiegel überregional

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die tageszeitung, 06.01.2024:
Der vergessene Anschlag

Frankfurter Rundschau Online, 06.01.2024:
Reichsbürger und Rechtsextreme feiern Eskalation bei Bauern-Demo gegen Habeck

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die tageszeitung, 06.01.2024:

Der vergessene Anschlag

Vor 40 Jahren legten katholische Terroristen Feuer in einer Münchner Disco, die 20-jährige Corinna Tartarotti starb. Heute wissen wir: Die Gruppe Ludwig war Teil eines neofaschistischen Netzwerks in Italien

Von Stefan Hunglinger

Vom Münchner Hauptbahnhof sind es nur ein paar Schritte, Hunderte laufen jeden Tag vorbei am Wettbüro und der Bar Bad Angels. Doch kaum jemand weiß vom Terroranschlag auf die Schillerstraße 11a. Keine Tafel, keine Bodenplatte. Nichts erinnert an das rechtsextreme Attentat vor genau 40 Jahren. An Corinna Tartarotti, die mit 20 Jahren Opfer der so genannten Gruppe Ludwig wurde.

15 Menschen sollen diese rechtskatholischen Extremisten getötet haben. Mindestens. Schwule, Sexarbeiterinnen, Partygäste, "gefallene Priester", einen Sinto. Ein fanatischer Kampf mit Kreuz und Hakenkreuz, "mit Feuer und Eisen" für den "wahren Gott", in München und in Norditalien. Doch wenn vom Rechtsextremismus in Deutschland und Europa die Rede ist, fehlt dieses Kapitel meist. Mit München verbinden viele das Oktoberfest-Attentat von 1980, das Morden des NSU in der Stadt und den Anschlag auf das Olympia-Einkaufszentrum 2016. Der Ludwig-Terror aber ist eine Leerstelle. Auf der Schillerstraße wie in der Geschichtsschreibung.

Erstmals ein offizielles Gedenken

Linke Gruppen aus München wollen das ändern. Seit Jahren fordern sie eine sichtbare Erinnerung an den Anschlag im öffentlichen Raum. Und: die Überprüfung der damaligen Ermittlungen. Auch die Nichte Corinna Tartarottis, die Hamburger Rechtsanwältin Nicoletta Tartarotti, sagt: "Mord verjährt nicht. Wenn es neue Anhaltspunkte gibt, muss wieder ermittelt werden." Es ist ein erster Erfolg der Aktivistinnen, Aktivisten und Angehörigen, dass die Stadt München jetzt ein offizielles Gedenken angekündigt hat. 40 Jahre nach der tödlichen Nacht.

Zu Beginn der achtziger Jahre gilt München als Spaß- und Skandal-Hauptstadt der Bundesrepublik. Rainer Werner Fassbinder und Hanna Schygulla senden von hier aus filmische Schockwellen durchs Land, Mick Jagger feiert im P1 mit einer Pfarrerstochter, Freddie Mercury in den Schwulenbars. Neu gewonnene Freiheiten prägen diese Zeit für die einen, für andere ist es "Sittenverfall".

Am 7. Januar 1984 betreten zwei gut angezogene 24-Jährige die Diskothek Liverpool in der Schillerstraße. Es ist 23.26 Uhr. Die Männer werfen zwei mit Benzin gefüllte 20-Liter-Kanister in den Eingang des Clubs, der im Keller liegt. Die Brandsätze explodieren, das Feuer erfasst die Garderobiere Corinna Tartarotti. "Da stand diese junge Frau und brannte wie eine Fackel", sagte ein Gast später der Abendzeitung.

Etwa 30 Gästen und Angestellten ist von Flammen und Rauch der Weg zum Ausgang abgeschnitten. Einige fliehen durch eine Hintertür, andere werden von der eintreffenden Feuerwehr durch ein kleines Küchenfenster gerettet. Auch der ehemalige Fußballnationalspieler Rudi Brunnenmeier, der nebenan eine Bar betreibt, rettet eine Person aus dem Feuer. Sieben Menschen werden im Liverpool schwer verletzt, Corinna Tartarotti stirbt drei Monate nach dem Attentat im Krankenhaus an schwersten Verbrennungen.

Es seien vermeintlich Randständige der Gesellschaft gewesen, die zum Ziel der Gruppe Ludwig wurden, sagt Nicoletta Tartarotti. Menschen wie ihre Tante, die als junge Frau in einem "anrüchigen" Nachtclub jobbte. Die Attentäter sind für die Anwältin "Katholiken, die nicht akzeptieren wollten, dass Menschen ihr eigenes Ding machen, ihren eigenen Weg gehen".

Offensichtliche Parallele zum NSU: Auch hier ermittelt die Polizei erst gegen das Umfeld

Anders als der "Spiegel" 1984 fälschlicherweise berichtete, verlor der bekannte ZDF-Reporter Franz Tartarotti bei dem Anschlag nicht seine Tochter, sondern seine Halbschwester. Und auch zu den Hintergründen der Explosion gibt es damals Falschnachrichten. Dass es ein Attentat war, ist zwar sofort klar. Doch Boulevardmedien und Polizei vermuten zunächst einen Konflikt im Rotlichtmilieu. "Ein heißer Krieg um kalte Sex-Mark", schreibt die "Abendzeitung" am 10. Januar, der "Münchner Merkur" fordert die Polizei auf, mit den "Wirten von Sex-Lokalen und sogar Prostituierten" zusammenzuarbeiten. Die Parallelen zur NSU-Mordserie sind offensichtlich. Auch hier ermittelte die Polizei zunächst gegen das Umfeld, von "Döner-Morden" schrieben nach 2005 viele Medien.

Wie beim NSU bringen auch 1984 erst die Terroristen die Behörden auf die richtige Spur. Zehn Tage nach dem Brandanschlag bekommt die italienische Nachrichtenagentur Ansa Post in Runenschrift. "Wir bekennen uns zum pyrotechnischen Spektakel in München", heißt es in dem Schreiben, in dem sich die Täter selbst als Nazis bezeichnen. Und weiter: "Im Liverpool wird nicht mehr gefickt." Darüber: ein Hakenkreuz, ein Reichsadler sowie der Name "LVDWIG".

Schriftbild und Inhalt des Bekennerschreiben sowie ein Wecker, den die Mörder bewusst zurückgelassen haben, zeigen den Ermittelnden in München, dass sich der Anschlag auf das Liverpool in die Mordserie der Gruppe Ludwig in Norditalien einreiht.

Seit Jahren schon wurden dort Menschen "bestraft", die der religiös-politischen Ideologie, dem "Gesetz Ludwigs", widersprachen. Ob der Name Ludwig einem Buch des Schriftstellers Ignazio Silone entlehnt ist oder auf einen heiliggesprochenen Kreuzritter verweist, ist noch immer unklar. "Zweck unseres Lebens ist der Tod jener, die den wahren Gott verraten", steht auf einem Bekennerschreiben der Gruppe. "Unser Glaube ist Nazismus. Unsere Gerechtigkeit der Tod. Unsere Demokratie ist Ausrottung", lautete ein anderer Slogan. Es ist ein Denken, das insbesondere in der rechten Hochburg Verona verbreitet ist. Der Kreuzzugsspruch "Gott mit uns" findet sich nicht nur in Schreiben der Gruppe Ludwig, bis heute trägt ihn manch rechter Fan des Fußball-Klubs Hellas Verona auf dem Shirt.

In Verona zünden die Ludwig-Terroristen 1977 den arbeitslosen Sinto Guerrino Spinelli in seinem Auto an, sie erstechen den schwulen Kellner Luciano Stefanato und den schwulen Heroinabhängigen Claudio Costa. In Vicenza erschlagen sie die 51-jährige Sexarbeiterin Alice Maria Beretta mit Axt und Hammer. Sie zünden den im Freien schlafenden Luca Martinotti an. Mit zwei Hämmern töten sie die Mönche Mario Lovato und Giovanni Pigato. Gegen einen der beiden war wegen sexuellen Missbrauchs an Kindern ermittelt worden. Dem Priester Armando Bison rammen die Terroristen einen Maurermeißel und ein Kruzifix ins Genick. Dann reichen der Gruppe einzelne Opfer nicht mehr.

Sechs Gäste ersticken beim Brandanschlag auf das Mailänder Sex-Kino Eros am 14. Mai 1983. "Eine Todesschwadron hat die Männer ohne Ehre hingerichtet", heißt es im Schreiben, mit dem die Gruppe Verantwortung übernimmt "für den Scheiterhaufen der Schwänze". Im Jahr darauf folgt der Anschlag auf das Liverpool in München. Anfang März 1984 werden in der Diskothek Melamare in Castiglione delle Stiviere der Mathematiker Wolfgang Abel und der Chemie-Doktorand Marco Furlan festgenommen. Als Pierrots verkleidet, hatten die beiden Benzin auf der Karnevalsparty verteilt.

Keine durchgeknallten Einzeltäter

Beide stammen aus der Oberschicht Veronas, wohin Abels Familie aus München gezogen war. Sie kennen sich seit Schulzeiten, sind wohl hochbegabt. Die Gruppe Ludwig in Wirklichkeit also nur zwei durchgeknallte Einzeltäter? Diese Erzählung mag nach der Verurteilung der beiden 1987 die Gemüter in Deutschland und Italien beruhigt haben, heute mehren sich die Hinweise, dass da noch mehr ist.

Für die ersten fünf Morde wurde das Duo aus Mangel an Beweisen freigesprochen. 2009 kamen Abel und Furlan auf freien Fuß. Medienberichten zufolge hat Furlan 2018 in einer Audienz bei Papst Franziskus um Vergebung für seine Taten gebeten. Wolfgang Abel beteuerte weiter seine Unschuld. Das Benzin im Melamare? Für ihn nur ein Scherz. 2021 fiel Abel nach einem Unfall in seinem Haus nahe Verona in ein bis heute anhaltendes Koma.

In widersprüchlichen Aussagen hatte Abel von der Gruppe Ludwig einmal als "Milieu" gesprochen, dann wieder konkret von vier oder fünf Mitgliedern. Auch in München soll es wie bei anderen Anschlägen Hinweise auf einen Dritten gegeben haben. "Ein Zeuge hat wohl ein Fahrzeug vor der Bar gesehen, womöglich das Fluchtfahrzeug", sagt Nicoletta Tartarotti. Die Anwältin sieht Parallelen zum Oktoberfest-Attentat. "Es war eine Zeit, in der Dinge nicht so gerne restlos aufgeklärt wurden."

Das sei nun nachzuholen. Tartarotti habe Akteneinsicht beantragt, bislang aber nichts von den Behörden gehört. Auf Anfrage der taz schreibt die Generalstaatsanwaltschaft München, dass dort seit Oktober 2023 geprüft werde, "ob Ansätze für weitere Ermittlungen bestehen bzw. sich Zusammenhänge zu weiteren Sachverhalten ergeben könnten". Anlass für die Prüfung seien Anklagen, die 2022 in Italien erhoben wurden, "gegen etwaige Beteiligte bei den Straftaten des Furlan und Abel".

In Italien berichteten Zeugen in den Prozessen zu den Attentaten anderer rechter Gruppen von der Einbindung Abels und Furlans in die rechte Szene, von Verbindungen etwa zur neofaschistischen Terrororganisation Ordine Nuovo. Ein Aussteiger gibt sogar an, dass die beiden nur als eine Art junge Strohmänner gedient hätten. In ihrer Jugend hatten Abel und Furlan schon Kontakt zu den rechtsextrem-katholischen Christkönig-Kriegern.

Für die Aktivistin und Journalistin Lina Dahm und die Antisexistische Aktion München ist es an der Zeit, wegzukommen von der Betrachtung Abels und Furlans als psychisch auffälliger Sonderlinge. Von einer jahrzehntelangen "Entpolitisierung" rechter Taten durch die Sicherheitsbehörden spricht Dahm.

Waren es seit 2019 linke Gruppen, die mit Kundgebungen vor Ort an Corinna Tartarotti erinnerten und Bezüge zu anderen rechten Tätern zogen, stieg kürzlich auch die Stadt München ein. Eine Veranstaltungsreihe mit Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Journalistinnen, Journalisten aus Deutschland und Italien ist rund um den 40. Jahrestag angekündigt. Am Sonntag wird neben dem Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) erwartet. Auch Lina Dahm und Nicoletta Tartarotti wollen dabei sein.

Das Kulturreferat hat außerdem einen Wettbewerb ausgeschrieben für ein Gedenk-Wandgemälde. "Auch in den meisten norditalienischen Tatort-Städten erinnert bisher nichts an die Opfer", sagt Lina Dahm. "Ohne eine aktive Zivilgesellschaft ist es angesichts der aktuellen rechten Regierung auch zu befürchten, dass das so bleibt."

Die länderübergreifende Untersuchung und Erinnerung des Ludwig-Terrors steht noch am Anfang. In München kann das Wandgemälde bislang nur temporär an die Fassade des Tatorts projiziert werden. Auf Anfrage heißt es, die Stadt verhandle noch mit dem Besitzer der Schillerstraße 11a.

Bildunterschrift: Die Diskothek Liverpool nach dem Anschlag. Zehn Tage später bekannte sich die Gruppe Ludwig zur Tat.

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Frankfurter Rundschau Online, 06.01.2024:

Reichsbürger und Rechtsextreme feiern Eskalation bei Bauern-Demo gegen Habeck

06.01.2024 - 13.30 Uhr

Von: Kilian Beck

In Schlüttsiel blockiert eine aufgebrachte Gruppe die Fähre von Robert Habeck. Nun ermittelt der Staatsschutz. So reagierte die radikale Rechte der Proteste.

Ockholm / Berlin. Einen chaotischen Versuch, eine Fähre zu entern, startete ein aufgebrachter Mob in Schleswig-Holstein. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, um die Menge zurückzuhalten. Am Donnerstagabend (4. Januar) eskalierte eine Bauern-Protestaktion am Schlüttsiel-Anleger an der Nordseeküste. Laut Polizeidirektion Flensburg demonstrierten etwa 300 Menschen dort. Robert Habeck, Wirtschaftsminister der Grünen, traf mit erheblicher Verspätung aus seinem Urlaub auf der Hallig Hooge in Flensburg ein. Reichsbürger und Rechtsextremisten aus ganz Deutschland feierten diese Vorfälle auf der Plattform Telegram. Ein Blick in den Kaninchenbau.

Steffen Hebestreit, Regierungssprecher, bezeichnete die Vorfälle als "beschämend". Er bezeichnete den Angriff auf Habeck als "Verrohung der politischen Sitten". Der Deutsche Bauernverband distanzierte sich umgehend. "Das ist ein absolutes No-Go", betonte Verbandspräsident Joachim Rukwied und betonte den Respekt für die Privatsphäre von Politikern. Am Donnerstag wurden laut Polizei Aufrufe zur Demonstration in Sozialen Medien verbreitet. Ippen.Media liegen Auszüge aus einigen öffentlichen Telegram- und WhatsApp-Gruppen vor.

Rechtsradikale auf Telegram: Spott und Gewaltaufrufe gegen Habeck und die Bundesregierung

Die Reaktionen reichten von Spott bis hin zu offenen Aufrufen zur Gewalt, doch bis zum Freitagmorgen wurde das Verhalten der Demonstranten nirgendwo diskutiert. Ebenso wurde kaum noch über den ursprünglichen Anlass der Proteste gesprochen: Im Dezember entschied die Bundesregierung, eine Haushaltslücke auch durch die Streichung von Subventionen für Agrardiesel zu schließen. Der Bauernverband protestierte erfolgreich und die Kürzungen wurden weitgehend rückgängig gemacht. Die Haushaltslücke entstand durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die Schuldenbremse im Grundgesetz enger auslegte als Finanzminister Christian Lindner (FDP).

Am Donnerstagnachmittag verbreitete ein Account, der eindeutig der Reichsbürger-Ideologie zuzuordnen ist, einen Aufruf zur Demonstration am Anleger in mindestens zwei Telegram-Gruppen. Dieser Account verwaltet die Telegram-Gruppe "Freies Husum". Husum liegt in der Nähe des Fähranlegers. Ein Mann sprach in Sprachnachrichten von "misslungenen Verhandlungen" zwischen Habeck und "freiem Geleit", das dem Minister verweigert wurde. Diese Nachrichten verbreitete der Administrator am Freitagmorgen in der Gruppe. Der Mann "hofft", dass Habeck "die Nacht auf der Hallig Hooge draußen verbringen musste, und nicht noch ein Bett kriegt" erlebt.

Reichsbürger jammert über Pfefferspray - Gewaltaufruf in WhatsApp-Gruppe

In einer anderen Telegram-Gruppe schrieb der Account, nachdem die Versammlung von der Polizei aufgelöst wurde: "Das Pfefferspray hat es in sich Ich bin immer noch am (sic!)", gefolgt von einem weinenden Emoji. Der Account versandte auch eine Sprachnachricht, in der jemand, der als "Fährmann" vorgestellt wurde, behauptete, die Reisepläne von Habeck zu kennen. In der Selbstbeschreibung des Administrators steht, er sei "Deutsch gem. RuStAG 1913" und "Nat.Pers. nach BGB". Der Verweis auf das "Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz" des Kaiserreichs und die offensichtliche Feststellung, eine natürliche Person im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches zu sein, sind laut Bundesamt für Verfassungsschutz eindeutige Anzeichen für die Ideologie der Reichsbürger. Unter den Profilbildern findet man die Flagge der völkischen Landvolk-Bewegung aus den 1920er-Jahren und verschiedene schwarz-weiß-rote Flaggen des deutschen Kaiserreichs.

In einer WhatsApp-Gruppe mit 190 Mitgliedern, die sich laut Selbstbeschreibung zur gemeinsamen Protest-Fahrt nach Berlin am kommenden Montag organisieren, wurde der Sturm auf den Fährhafen ebenfalls positiv aufgenommen: In einer Sprachnachricht wünschte ein Mann einen "schönen guten Morgen, an den Mob aus Schleswig-Holstein". Er wisse nicht, "was demokratischer sein soll", als dieser Protest. Es gelte nun, "wie beim Geschoss, Druck, Drall und Geschwindigkeit", etwas anderes verstehe, "diese Art von Politik nicht mehr". Deshalb freue er sich auf die Proteste am Montag, wenn mit der "geballten Power" protestiert werde. Der Mann hofft, dass die Proteste "alles toppen" werden.

Rechtsextreme bundesweit feiern Angriff auf Habeck

In den bundesweiten Vernetzungsgruppen des radikalen Arms der Proteste wird der Sturm auf den Fähranleger gefeiert und der Hass auf Habeck, gespickt mit Verschwörungstheorien, bricht sich Bahn. Ein Account schrieb am Freitagmorgen unwidersprochen, dass Habeck "im Auftrag des WEF und der Bilderberger" arbeite. Mit "WEF" ist das Weltwirtschaftsforum in Davos unter dem Vorsitz von Klaus Schwab gemeint. Die Antisemitismus-Meldestelle RIAS bezeichnet das klar als "verschwörungsideologische, antisemitische Codes" der "Great Reset"-Verschwörungserzählung, die sich während der Pandemie verbreitete. Die Gruppe hat 735 Mitglieder. In den letzten Tagen wurden in der Gruppe ähnliche Nachrichten von mehreren Accounts unwidersprochen verbreitet.

Rechtsextreme versuchen seit Wochen, die Bauern-Proteste zu vereinnahmen. Zuletzt berichtete das RedaktionsNetzwerk Deutschland über entsprechende Aufrufe der rechtsextremen Splitterpartei "Freie Sachsen“" In deren Telegram-Kanal wurde der Angriff gefeiert. Unter einem Video vom versuchten Sturm auf den Anleger stand, es werde "immer ungemütlicher, wenn Vertreter der Regierung auf ihre Bürger treffen". Auch im Kanal des Hallenser Neonazi Sven Liebich wurde eines der Videos verbreitet.

Staatsschutz ermittelt wegen Landfriedensbruch und Nötigung

Ein Sprecher der Polizeidirektion Flensburg teilte Ipen.Media mit, dass es sich um eine "spontane Versammlung" gehandelt habe, die von "vorne herein nicht aggressiv" gewesen sei. Alles also im legalen Rahmen. Es sei eine Minderheit gewesen, die gewaltbereit war. Aktuell werde wegen Landfriedensbruch und Nötigung gegen Unbekannt ermittelt. Die Ermittlungen liegen beim Staatsschutz. Man sei "entsprechend vorbereitet" auf die für Montag (8. Januar) angekündigten Großdemonstrationen. Ein Aufruf zur Demonstration auf Telegram zeigte eine Ampel, die an einem Galgen-Strick hängt. (kb)

Autor Kilian Beck hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft.

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