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Nachrichten , 01.01.2024 :

Tages-Chronologie von Montag, 1. Januar 2024

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Pressespiegel überregional


Bayerischer Rundfunk, 01.01.2024
Bayreuther NS-Doku-Zentrum: Der Stand der Pläne

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Montag, 1. Januar 2024


Am 13. Dezember 2023 stimmte der Rat der Stadt Detmold - einstimmig - dem Antrag auf Verlegung von insgesamt zehn Stolpersteinen der "Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V." zu.

Am 23. Januar 2023 verlegte Gunter Demnig in Detmold am Haus Sachsenstraße 25 vier Stolpersteine für die jüdische Familie Buchholz, sowie vor dem Haus Krumme Straße 20 einen, für die Jüdin Paula Paradies.

Am 23. Januar 2023 gestalteten Schülerinnen sowie Schüler der Heinrich-Drake-Realschule in Detmold die Verlegung einer Stolperstein-Schwelle zur Erinnerung an die frühere jüdische Schule in der Gartenstraße 6.

Am 1. Januar 2024 registrierte das BKA über den Kriminalpolizeilichen Meldedienst in 32758 Detmold eine antisemitische Straftat, "Strafvereitelung", im Phänomenbereich "rechts" mit einer tatverdächtigen Person.

Am 1. Januar 2024 fand tatsächlich mit 6 Teilnehmenden um Jürgen Alhäuser und Nanette, Ralph Hoppe, der 106. "Lichterspaziergang" ("Detmold geht spazieren") aus der regionalen extrem rechten Szene statt.


www.gfcjz-lippe.de

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Detmold

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Lippische Landes-Zeitung Online, 01.01.2024:
In Detmold werden zehn weitere Stolpersteine verlegt

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Lippische Landes-Zeitung Online, 01.01.2024:

In Detmold werden zehn weitere Stolpersteine verlegt

01.01.2024 - 10.07 Uhr

Sven Koch

Detmold. Stolpersteine stellen eine besondere Form der Erinnerungs- und Gedenkkultur dar. Sie sollen an Menschen erinnern, die von Nationalsozialisten ermordet wurden. Der Künstler Gunter Demnig initiierte diese Form des Gedenkens an Opfer der NS-Zeit. Inzwischen liegen Steine in über 1.800 Kommunen Deutschlands und 26 Ländern Europas - einige auch in Detmold. Nun sollen zehn weitere hinzukommen. Die Realschule I übernimmt dafür die Patenschaft. Außerdem sucht die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit nach Angehörigen der Opfer.

Der Rat hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, der Verlegung zuzustimmen. Vier Stolpersteine sollen für die Familie Flatow vor dem Haus in der Lortzingstraße 3 gelegt werden. Dies war der Standort der Synagoge in Detmold und der letzte frei gewählte Wohnort der Familie. Im Jahr 1942 wurden die Eltern Louis und Frieda nach Theresienstadt deportiert. Beide überlebten nicht. Der Sohn Max und die Schwiegertochter Alma wurden 1942 ins Ghetto Warschau deportiert. Sie überlebten ebenfalls nicht.

Nachfahren werden einbezogen

Ein Stolperstein soll für Otto Hermann Johannes Baer vor dem Haus in der Bruchstraße 26 gelegt werden. Im Jahr 1943 wurde er ins "Arbeitserziehungslager" Lahde bei Minden gebracht, wo er starb. Drei Stolpersteine sollen für die Familie Linz vor dem Gebäude in der Paulinenstraße 10 in Detmold gelegt werden. Im Jahr 1942 wurde die Familie nach Theresienstadt deportiert. Die Tochter Margarete überlebte nicht. Die Eltern Emma und Julius schon. Sie kamen 1945 nach Detmold zurück und starben hier 1949. Zwei weitere Steine sollen an gleicher Stelle für das Ehepaar Dr. Albert und Leonie Hirschfeld gelegt werden. Sie wurden ebenfalls 1942 nach Theresienstadt deportiert, 1944 nach Auschwitz. Beide überlebten nicht.

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe hatte den Antrag auf die Verlegung der neuen Stolpersteine gestellt. Die Nachfahren von Opfern des Nationalsozialismus in Detmold werden bei der Vorbereitung und Realisierung miteinbezogen sowie die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke. Der Platz und der Termin zur Verlegung der Stolpersteine werden endgültig mit dem Team Straßenunterhaltung der Stadt Detmold, dem Künstler Gunter Demnig und der Antragstellerin abgestimmt.

Hinweise gesucht

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe sucht im Zusammenhang mit den weiteren Stolpersteinen Hinweise auf Angehörige und Verwandte. "Von besonderer Bedeutung für Erinnerung, Verständigung und Versöhnung wäre es, mit möglichen Nachfahren der betroffenen Opfer in Kontakt treten zu können", schreibt die Gesellschaft in einer Pressemitteilung. Leider sei es bislang nicht möglich gewesen, in Erfahrung zu bringen, ob Verwandte beziehungsweise Familienangehörige noch leben. Sie fragt: "Wer kann mit Informationen weiterhelfen?" Hinweise sind erbeten unter der E-Mail GfCJZ-Lippe@t-online.de.

Bildunterschrift: Der Künstler Gunter Demnig hat letztes Jahr in der Sachsenstraße vier Stolpersteine zur Erinnerung an die jüdische Familie Buchholz verlegt.

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