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1 Artikel , 30.12.2023 :

Pressespiegel überregional

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Neue Westfälische, 30./31.12.2023:
Mehr antisemitische Straftaten

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Neue Westfälische, 30./31.12.2023:

Mehr antisemitische Straftaten

Der Nahost-Konflikt lässt die Vorfälle in Deutschland in die Höhe schnellen / Der Antisemitismus-Beauftragte spricht von einer "Zeitenwende"

Berlin (dpa). Die Zahl der antisemitischen Straftaten in Deutschland ist seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober drastisch gestiegen. Alleine im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt verzeichnete das Bundeskriminalamt bis zum 21. Dezember mehr als 1.100 Delikte in seinem Melderegister für Fälle politisch motivierter Kriminalität, wie ein BKA-Sprecher mitteilte. Das sind etwa doppelt so viele wie in jedem anderen der ersten drei Quartale dieses Jahres. Vor allem handelt es sich demnach um Sachbeschädigungen und Volksverhetzungen.

Der israelische Botschafter Ron Prosor fordert eine entschlossene Reaktion auf diese Entwicklung. "Die Tatsache, dass Juden Angst haben, mit einer Kippa auf die Straße zu gehen oder auf Hebräisch in ihre Handys zu sprechen, das kann einfach nicht sein. Wir müssen aufwachen", betonte Prosor.

Ähnlich hatten sich zuvor schon der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, geäußert. Er nannte den Terrorangriff der Hamas eine "Zeitenwende auch für die Sicherheit der Juden in Deutschland". Man könne jetzt schon sagen, dass die Zahl antisemitischer Straftaten in diesem Jahr so hoch sein werde wie noch nie in der Bundesrepublik, sagte er.

BKA-Präsident Holger Münch spricht von einer neuen Dimension bei den antisemitischen Straftaten. Er weist dabei vor allem auf den "importierten" Antisemitismus hin. "Viele Menschen sind aus Regionen in unser Land gekommen, in denen Israel als Feind gilt und wo die Vorstellung herrscht, dass Juden bekämpft werden müssen", sagte Münch. Diesen aus dem Ausland importierten Antisemitismus müsse man benennen und dagegen vorgehen.

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