Lippische Landes-Zeitung ,
24.05.2005 :
Gedenken an die Verfemten / Konzertreihe zu 60 Jahren Kriegsende
Detmold. Die Hochschule für Musik in Detmold - selbst ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gegründet - gedenkt mit einer Reihe von Veranstaltungen des 60. Jahrestages des Kriegsendes.
Das erste Konzert der Reihe beginnt am Freitag, 27. Mai, um 20 Uhr in der katholischen Pfarrkirche Heilig Kreuz in Detmold. Es steht unter dem Titel "In terra pax". Zu Gehör kommen dabei Johannes Brahms` "Gesang der Parzen" (opus 89), das "agnus dei" aus Beethovens "Missa solemnis" und das Oratorium "In terra pax" des Komponisten Frank Martin. Ausführende sind Andrea Gegner (Sopran), Bettina Pieck (Alt), Max Ciolek (Tenor), Markus Krause (Bariton), Andreas Wolf (Bass), der Hochschulchor, der Chor des Städtischen Musikvereins Bünde und das Detmolder Kammerorchester. Die Leitung haben Karl-Heinz Bloemeke und Knud Jansen.
Die weitere Veranstaltungsserie vom 4. Juni bis 8. Juli umfasst Konzerte mit dem Hochschulorchester und dem Hochschulchor, Aufführungen innerhalb der Reihe "Detmolder Kammermusik" (unter anderem mit Dietrich Fischer-Dieskau) unter dem Titel "Verfemt - rehabilitiert?" mit Werken von den Nazis verleumdeter Komponisten, Vorträge aus dem Bereich der Musikpädagogik sowie zum Thema "Stunde Null" (mit dem Musikwissenschaftler Professor Dr. Gülke) und zum Abschluss ein Konzert von "Vinorosso". Dieses von Studierenden gegründete Ensemble setzt Musik aus Heimatländern der Studenten in eine Beziehung zur vertrauten "klassischen" Musik.
Damit wagt die Hochschule für Musik auch einen Ausblick: "Eine Lehre aus der leidvollen Vergangenheit ist: Wir müssen bereit sein zur Toleranz gegenüber anderen Menschen und Kulturen, und wir bedürfen ihrer Toleranz, um durch das tiefe gegenseitige Verständnis und die Akzeptanz verschiedener Lebensentwürfe alle Formen von Fremdenfeindlichkeit entschieden bekämpfen und verhindern zu können."
detmold@lz-online.de
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