4 Veranstaltungen - Nachrichten ,
26.01.2017 :
Tages-Chronologie von Donnerstag, 26. Januar 2017
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Veranstaltungskalender:
- Donnerstag, 26. Januar 2017 von 14.00 bis 17.00 Uhr -
Präsentation: Jüdische Geschichte in Lage
Veranstaltungsort:
Stadtarchiv im Bürgerhaus
Clara-Ernst-Platz 5
32791 Lage
Die Archivarin der Stadt Lage, Frau Christina Pohl, präsentiert Akten, Fotografien und Literatur zur jüdischen Geschichte in Lage.
Eine Präsentation im Rahmen der Veranstaltungen zum Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus der Stadt Lage.
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- Donnerstag, 26. Januar 2017 um 19.00 Uhr -
Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945: KaZett und Kabarett: Widerworte in brauner Zeit mit Bernd Düring und Eckhard Radau
- www.kabarett-radau.bplaced.com
Veranstaltungsort:
Kreismuseum
Burgsaal
Burgwall 19
33142 Büren-Wewelsburg
www.wewelsburg.de
Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Die dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts. Der Faschismus hinterlässt auch in der Kabarett-Szene Deutschlands tiefe Wunden. Fast alle Kabaretts müssen aus politischen Gründen schließen. Aber in Berlin leistet "Die Katakombe" unter ihrem Gründer Werner Finck spitzfindigen Widerstand, obwohl ständig die Internierung droht. Andere, wie zum Beispiel Erika Mann, gründen im benachbarten Ausland deutschsprachige Kabaretts, die die Verhältnisse in Deutschland auf die Schippe nehmen. Auch sie müssen vorsichtig sein, leben ständig in Angst, ausgewiesen zu werden.
"Die Kabarettisten haben Außergewöhnliches vollbracht: Sie haben nicht nur grandiose Literatur geschaffen, sondern auch Widerstand gegen das politische System geleistet", sagt Museumsleiterin Kirsten John-Stucke. Jeder Auftritt bedeutete Gefahr für die eigene Existenz. Jeder Satz konnte zur Verhaftung führen. Deshalb wurde in den Kabaretts nicht mit dem Holzhammer gearbeitet, sondern mit feinsten Nadelstichen. Nach einem spielfreien Tag sagte Werner Finck beispielsweise: "Gestern waren wir zu. Heute sind wir offen. Wenn wir aber heute zu offen sind, dann sind wir morgen wieder zu."
1935 wurde Finck festgenommen. Ausschlaggebend war sein Sketch "Fragment vom Schneider". In dem Gespräch zwischen einem Schneider und seinem Kunden kritisierte Finck den Militarismus und spricht die Konzentrationslager an. Im Sketch sagt der Schneider: "Ich habe neuerdings eine ganze Menge (Anzüge) auf Lager." Darauf der Kunde: "Aufs Lager wird ja alles hinauslaufen." Finck wird jedoch auf Anordnung Hermann Görings wieder aus dem KZ entlassen.
Erika Mann, die Tochter von Thomas Mann, konnte einer Verhaftung entgehen und wählte das Exil. Um Januar 1933 gründete sie ihr Kabarett "Die Pfeffermühle" in München. Nach dem Reichstagsbrand im März desselben Jahres tauchte sie unter und eröffnete im September ihr Kabarett in Zürich erneut. Dort und in benachbarten Ländern machte sie mit Satire auf die Missstände in Deutschland aufmerksam.
Texte von Erich Kästner oder auch Kurt Tucholsky werden ebenfalls in der Wewelsburg zu hören sein. Der Kabarettabend rückt die Zivilcourage all dieser Künstler ins Bewusstsein, die mit ihren widerspenstigen, durchaus das Leben gefährdenden Sticheleien gegen den braunen Zeitgeist ankämpften.
Eckhard Radau präsentiert als Conférencier und Sänger zusammen mit der von Bernd Düring dargebotenen und damals verbotenen Musik einen Querschnitt von widerspenstigen, durchaus das Leben gefährdenden Sticheleien gegen den braunen Zeitgeist.
In Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Paderborn e.V.
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- Donnerstag, 26. Januar 2017 um 19.00 Uhr -
Vortrag von Andreas Speit: Bürgerliche Scharfmacher: Deutschlands neue rechte Mitte - von AfD bis Pegida
Veranstaltungsort:
Parkhotel
Bahnhofstraße 22
31542 Bad Nenndorf
www.parkhotel-badnenndorf.de
Der Anschlag in Berlin lässt die neuen Rechten sich im Recht fühlen. Am 19. Dezember 2016 starben 12 Menschen durch einen islamistischen Täter. Mit einem gestohlenen LKW verletzte und tötete er Besucher eines Weihnachtsmarktes. "Es sind Merkels Tote" twitterte zeitnah Marcus Pretzell, AfD-Europaabgeordneter und Landesvorsitzender Nordrhein-Westfalles.
Kein Ausrutscher eines Parteifunktionärs, sondern Teil einer Strategie der erfolgreichsten Parteineugründung der vergangenen Jahrzehnte. Erstmals seit dem Kriegsende 1945 scheint der Traum des weit rechten Milieus, eine Partei rechts von der Union etablieren zu können, nicht mehr nur ein Traum. Die AfD ist der neue Hoffnungsträger, der von verschiedenen weit rechten Netzwerken getragen und gebildet wird. Die Scham und Scheu, miteinander nicht zusammen zu gehen, ist fast gänzlich gesunken.
In dieser sozialen Bewegung ist die AfD das parteipolitische Gravitationsfeld, das "Institut für Staatspolitik" eines der ideologischen Zentren und die "Identitäre Bewegung" einer der atmosphärischen Anheizer. Die Agierenden kommen aus der Mitte der Gesellschaft. Sie haben keineswegs nur Flüchtlinge zu ihren Gegnern erklärt - sie führen einen Kulturkampf.
Im Vortrag stellt Andreas Speit die Netzwerke vor, benennt Personen und deren Strategien. Die Argumentationen werden mittels Musik- und Videobeispielen hinterfragt. Er zeigt ein differenziertes Porträt einer Bewegung, die den Bundestagswahlkampf 2017 nachhaltig beeinflussen wird.
Andreas Speit ist ein in Hamburg lebender deutscher Journalist und Buchautor.
Er ist Mitpreisträger des "Grimme Online Award 2008" für das Zeit Online-Portal Störungsmelder, für das er seit 2007 die aktuellen Entwicklungen der Neuen Rechten und des Neonazismus in Deutschland analysiert, dokumentiert und kommentiert.
Andreas Speit gehört in Deutschland zu den renommiertesten Experten für die extreme Rechte, der in zahlreichen Medien zitiert und interviewt sowie von Wissenschaftlern und anderen Fachautoren rezipiert wird. Seine Bücher wurden in Medien wie der Zeit, der Süddeutschen Zeitung und der FAZ rezensiert. Andreas Speit ist Referent bei Landeszentralen für politische Bildung, beim Deutschen Gewerkschaftsbund, bei der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Medienakademie von ARD / ZDF.
Eine Veranstaltung von "Bad Nenndorf ist bunt - Bündnis gegen Rechtsextremismus e.V.":
www.bad-nenndorf-ist-bunt.com
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- Donnerstag, 26. Januar 2017 um 20.00 Uhr -
Vortrag von Harald Glöde: Kriminalisierung von Fluchthelferinnen / Fluchthelfern
Veranstaltungsort:
AJZ Bielefeld
Heeper Straße 132
33607 Bielefeld
www.ajz-bielefeld.de
Es gab Zeiten, da war die Tätigkeit der Fluchthilfe in der BRD durchaus sehr angesehen und einzelne Fluchthelferinnen / Fluchthelfer sind auch schon mal mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Im Rahmen der Abschottung der Europäischen Union ist der Begriff der Fluchthilfe durch den der "Schlepperei" ersetzt worden.
Die betreffenden Personen werden kriminalisiert und mit zum Teil äußerst drastischen Strafen verfolgt und die weitere Abschottung der EU wird mit dem Kampf gegen die "Schlepper" gerechtfertigt, wie zum Beispiel die Militäroperation der EU im Mittelmeer.
Über die Systematik und das Ausmaß der Verfolgung wird Harald Glöde, "borderline-europe - Menschenrechte ohne Grenzen e.V." (www.borderline-europe.de), auf der Veranstaltung berichten.
Eine Veranstaltung von akzent_in Kooperation mit dem Feministischen Referat der Universität Bielefeld:
www.akzentin.blogsport.de
www.femref.blogsport.de
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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Donnerstag, 26. Januar 2017
Am 17. Juni 2016 wurde der ehemalige "SS-Unterscharführer" Reinhold Hanning vom Landgericht Detmold wegen Beihilfe zum Mord in Auschwitz in mindestens 170.000 Fällen zu 5 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.
Am 29. Januar 2017 lädt Jörg Militzer, Leiter der Geschichtswerkstatt Bünde, zu einem Rundgang in Bünde zu NS-Täterorten, um die allgegenwärtige Präsenz und Organisationsstruktur des NS-Staates aufzuzeigen.
Am 27. Januar 2017 laden die Stadt Blomberg und die Kirchengemeinden Blomberg zu einer Gedenkfeier am Internationalen Gedenktag für die Opfer der Shoa auf den jüdischen Friedhof, Reinickendorfer Straße.
Für den 26. Januar 2017 lud der revanchistische "Ostdeutsche Kreis" - eine "lockere Zusammenkunft von ehemaligen Bewohnern der Ostdeutschen Provinzen" - in die Gelbe Schule, Bad Salzuflen (14.30 Uhr) ein.
Am 26. Januar 2017 erklärte der Polizeiliche Staatsschutz (im Regierungsbezirk Detmold), "Reichsbürger" wurden ehemals als "skurrile Gruppe" abgetan, heute werde ihr Gewaltpotenzial "sehr ernst" genommen.
Für den 29. Januar 2017 ist der "13. Landesparteitag" des - extrem rechten - Landesverbands Nordrhein-Westfalen der "Alternative für Deutschland" (AfD) in der "Luise-Albertz-Halle" in Oberhausen angekündigt.
Mit dem Zwischenstand vom 26. Januar 2017 haben 50 Mitglieder der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) aus Ostwestfalen-Lippe die Online-Petition "Kein Parteiausschluss von Björn Höcke" unterschrieben.
Am 26. Januar 2017 hetzte Karl-Heinz Tegethoff - "AfD"-Landtagskandidat im Kreis Paderborn - in seiner Pressemitteilung darüber "... die Flüchtlinge seien alle in Nussschalen über Nord- und Ostsee eingereist".
Am 21. Januar 2017 gab es in Koblenz eine Konferenz der ENF-Fraktion (primär: Front National, FPÖ, PVV, Lega Nord) - Marine Le Pen, Geert Wilders, Matteo Salvini, Harald Vilimsky, Frauke Petry, Marcus Pretzell.
Am 24. Januar 2017 kündigte das Innenministerium von NRW an, dass die "Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige" (UfA) in Büren angesichts der steigenden Zahlen ausgebaut und erweitert werden solle.
Im Jahr 2016 wurden mehr als 600 Asylsuchende - laut der zuständigen Bezirksregierung in Detmold aus Nordafrika, den Westbalkan-Staaten und Afghanistan - aus der Abschiebehaftanstalt Büren abgeschoben.
Im Zeitraum vom 15. Mai 2015 bis zum 20. November 2016 wurden insgesamt vier versuchte Suizide und neun Fälle der Selbstverletzung in der "Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige" Büren registriert.
www.nebenklage-auschwitz.de
www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/detmold/lg_detmold/j2016/4_Ks_45_Js_3_13_9_15_Urteil_20160617.html
www.youtube.com/watch?v=vCdMJb3OzhM
www.buginithi.de
www.mobile-beratung-owl.de
www.gegenabschiebehaft.de
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Artikel-Einträge in der Datenbank:
Jüdische Allgemeine, 26.01.2017:
Einspruch / Hoffnung habe ich immer noch
Neue Westfälische 11 - Bünde, 26.01.2017:
Rundgang zu "NS-Täterorten"
Lippische Landes-Zeitung, 26.01.2017:
Gedenken an Holocaust-Opfer
Blick nach Rechts, 26.01.2017:
"AfD-Führungspärchen" auf FPÖ-Kurs
www.stern.de, 26.01.2017:
Die AfD von Petry-Mann Pretzell: "Mundtot machen" mit "ausreichend Munition"
Radio Hochstift, 26.01.2017:
Abschiebehaftanstalt Stöckerbusch fast belegt
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Jüdische Allgemeine, 26.01.2017:
Einspruch / Hoffnung habe ich immer noch
Leon Schwarzbaum wünscht sich, dass die Erinnerung an Auschwitz wachgehalten wird
Von Leon Schwarzbaum
Vor 72 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit. Ich war in Auschwitz. 35 Mitglieder meiner Familie wurden dort ermordet. In diesen Tagen erinnern wir uns wieder an das Grauen der Schoa.
Dieser Tag ist für mich auch ein Tag der Hoffnung. Denn ich hoffe, dass die Menschen darüber nachdenken, was geschah. Ich selbst erinnere mich immer. Jeden Tag denke ich an die, die dort getötet wurden, an meine Eltern, meine Familie, meine Freunde. An das Leid, das sie erfahren mussten.
Schulen
Oft gehe ich in Schulen. Seit zehn Jahren mache ich das, und die jungen Leute sind ahnungslos, aber sie wollen etwas lernen. Sie wollen genau wissen, was damals geschehen ist. Im Unterricht erfahren sie von ihren Lehrern jedoch wenig. Bei Älteren habe ich oft das Gefühl, dass es ihnen nicht wichtig ist, was damals passiert ist. Daher ist es meine Pflicht, zu berichten, was wir erleiden mussten. Ich muss das für die Menschen tun, die nicht überlebt haben.
Derzeit dreht der Regisseur Hans-Erich Viet einen Film mit mir. Ich verbinde damit die Hoffnung, dass etwas bleibt. Wir erzählen bis in die Gegenwart - bis zum Prozess gegen den SS-Mann Reinhold Hanning im letzten Jahr, bei dem ich Zeuge und Nebenkläger war.
Fragen
Ich erlebe auch, dass junge Menschen kritische Fragen stellen. Ein Schüler erzählte mir, sein Großvater sei in der SS gewesen. Was hat er da gemacht, habe ich gefragt, und er sagte, er wisse es nicht, der alte Mann spreche nicht darüber. Ich sagte, dann musst du deine Großmutter fragen. Sie sagt auch nichts, hat er mir geantwortet.
Ich werde in vier Wochen 96 Jahre alt. Ehrlich gesagt, bin ich sehr skeptisch, ob die Welt besser geworden ist, ob sie besser wird. Im Lager haben wir oft gesprochen, wenn wir abends auf der Pritsche lagen. Wir alle hatten die Hoffnung, wenn nicht gar Gewissheit, dass die Welt besser wird, besser werden muss. Ich bin skeptisch, aber die Hoffnung habe ich immer noch.
Der Autor lebt in Berlin und überlebte das Vernichtungslager Auschwitz.
Bildunterschrift: Leon Schwarzbaum.
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Neue Westfälische 11 - Bünde, 26.01.2017:
Rundgang zu "NS-Täterorten"
VHS-Geschichtswerkstatt: Jörg Militzer zeigt, wie und wo der NS-Staat in Bünde präsent war
Bünde (nw). Am Montag, 30. Januar, jährt sich die "Machtübernahme" durch die Nationalsozialisten zum 83. Mal. Auch wenn dies kein "rundes Datum" mit überregionalen Gedenkveranstaltungen ist, so bietet dieser Tag doch Anlass an die Auswirkungen auch in Bünde zu erinnern.
An Hand einer kommentierten Führung durch die Stadt wird an einer Reihe von Stellen die Geschichte der "Täterorte" aufgezeigt.
Hierbei geht es jedoch laut einer Mitteilung der Veranstalter weniger darum, mit erhobenem Zeigefinger auf Einzelpersonen zu verweisen, sondern an Hand von Gebäuden und Einrichtungen die allgegenwärtige Präsenz und Organisationsstruktur des NS-Staates auch in einer ostwestfälischen Kleinstadt aufzuzeigen. Eine Präsenz, die sich nicht nur auf den öffentlichen Raum beschränkte, sondern auch Einfluss auf die privaten Bereiche des örtlichen Lebens ausübte.
Im Rahmen der öffentlichen Veranstaltungsreihe der Geschichtswerkstatt der Volkshochschule Kreis Herford / Bünde (VHS) findet dieser von Jörg Militzer geleitete Rundgang am kommenden Sonntag, 29. Januar, statt. Es wird außerdem darauf hingewiesen, dass der Treffpunkt um 11 Uhr der Marktplatz in der Bünder Innenstadt ist und nicht - wie bei vielen anderen Führungen üblich - der Rathausplatz ist. Eine Tageskasse ist vor Ort wie immer eingerichtet.
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Lippische Landes-Zeitung, 26.01.2017:
Gedenken an Holocaust-Opfer
Blomberg (bo). Die Stadt und die Kirchengemeinden in Blomberg laden für Freitag, 27. Januar, zu einer Gedenkstunde für die Opfer des Holocaust auf den jüdischen Friedhof an der Reinickendorfer Straße ein, um die Erinnerung wach zu halten und an die kommenden Generationen weiterzugeben. Beginn ist um 11 Uhr.
Am 27. Januar 1945 wurden das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und die beiden Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Auschwitz steht seither als Synonym für mehr als sechs Millionen Juden, viele Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte sowie politische und kirchliche Oppositionelle, die in der Zeit des Nationalsozialismus in einem schier unermesslichen Akt der Barbarei ermordet wurden. Seit 1996 wird der Tag der Befreiung der Auschwitz-Lager bundesweit als Gedenktag begangen.
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Blick nach Rechts, 26.01.2017:
"AfD-Führungspärchen" auf FPÖ-Kurs
Von Rainer Roeser
Geht es nach Frauke Petry und Marcus Pretzell, soll der radikalere Flügel der AfD gestutzt werden. Eine Partei nach dem Vorbild von Front National und FPÖ ist ihr Ziel.
Der FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky nannte das Duo am Wochenende "das AfD-Führungspärchen". Es war anerkennend gemeint, auch wenn Frauke Petry und Marcus Pretzell die Bezeichnung eher ungern gehört haben dürften, weil sich manch andere aus der Führungscrew der deutschen Rechtspopulisten zurückgesetzt und provoziert fühlen könnten. Auch wenn sie solche Titulierungen nicht mögen - eines haben die AfD-Bundessprecherin und der NRW-Landesvorsitzende gemeinsam: Drei Monate vor dem Bundesparteitag der AfD und vier Monate vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen suchen sie die offene Konfrontation mit ihren internen Gegnern. Es wirkt wie eine konzertierte Aktion.
Petry: Höcke-Rauswurf weiter denkbar
Frauke Petry würde am liebsten den Thüringer Landeschef Björn Höcke vor die Tür setzen. Die Meldung, ein Rausschmiss des Partei-Rechtsaußens sei abgewendet, waren noch frisch, da machte Petry im Interview mit dem "Mitteldeutschen Rundfunk" deutlich, dass sie einen Parteiausschluss des völkischen "Flügel"-Mannes sehr wohl weiter für denkbar halte. Zu den vom Parteivorstand beschlossenen Ordnungsmaßnahmen gehöre alles von einer Abmahnung bis hin zum Partei-Ausschluss, betonte sie: "Wir nehmen uns lediglich für eine gründliche Arbeit in so einem ernsten Fall etwas Zeit."
Dabei baut die AfD-Chefin offenbar darauf, dass sich über Höckes viel zitierten Aussagen zur "erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad", zur "dämlichen Bewältigungspolitik" und zum Holocaust-Mahnmal als "Denkmal der Schande" hinaus noch mehr in seiner Rede findet, was ihm anzulasten wäre. Unergiebig ist Höckes Dresden-Auftritt in dieser Hinsicht in der Tat nicht. Etwa wenn er parteiinterne Gegner als "Luckisten" beschimpft, die "keine innere Haltung besitzen", als "Typen", von denen, würden sie in den Bundestag gelangen, "nicht wenige sich ganz schnell sehr wohl fühlen bei den Frei-Fressen- und Frei-Saufen-Veranstaltungen der Lobbyisten".
In Nordrhein-Westfalen tun sich ganz ähnliche Abgründe auf wie im Bund. Nach Berichten über mögliche Manipulationen bei der Nominierung der Landtagskandidaten war Ende vergangenen Jahres zunächst Landeschef Pretzell in die Defensive geraten. Nachdem der Landeswahlleiter aber nichts fand, was zu beanstanden wäre, und auch eine "Basis-Initiative" gegen die Nominierungen scheiterte, ist er wieder obenauf. Stattdessen soll es nun seinem gleichberechtigten Ko-Landesvorsitzenden Martin Renner, der zugleich sein wichtigster Kontrahent in der NRW-AfD ist, an den Kragen gehen.
Abwahl-Anträge gegen Pretzells Ko-Vorsitzenden
Wenn die Delegierten der nordrhein-westfälischen AfD am Sonntag zum Landesparteitag in Oberhausen zusammenkommen, werden an die 20 Abwahlanträge gegen Renner auf dem Tisch liegen. Die meisten stammen aus Pretzells Anhängerschaft. Einer kommt von Pretzell selbst. Mitunterzeichnet haben ihn acht weitere der insgesamt elf Vorstandsmitglieder. Begründet werden die Anträge erst beim Parteitag. Hinter vorgehaltener Hand und in internen Facebook-Gruppen wird Renner jedoch vorgehalten, der eigentliche Initiator der gegen Pretzell gerichteten "Basis-Initiative" gewesen zu sein. Zudem sei er das Leck gewesen, das manche Medienmeldungen möglich machte, die seinen Ko-Vorsitzenden ärgerten. Renner bestreitet die Vorwürfe.
Um Höcke loswerden zu können, müsste Petry insbesondere den Widerstand ihrer Vorstandskollegen und Intimfeinde Jörg Meuthen, Alexander Gauland und André Poggenburg überwinden und anschließend auch noch das Schiedsgericht überzeugen. Für eine Abwahl Renners bräuchte es unter den Delegierten eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Beides dürfte nur schwer zu erreichen sein. Dennoch versuchen sie, die Partei auf ihren Kurs zu bringen. Es wäre ein Kurs nach dem Vorbild von Front National und FPÖ: weit rechts, aber doch ohne die allzu gestrigen Töne, die das Publikum verschrecken könnten. Vilimskys Segen habe sie dabei schon einmal.
Bildunterschrift: Das Duo Petry / Pretzell, hier auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin im Dezember.
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Radio Hochstift, 26.01.2017:
Abschiebehaftanstalt Stöckerbusch fast belegt
Die Kreise Paderborn und Höxter sehen Probleme bei Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern auf sich zukommen. Grund sind Engpässe in der Abschiebeanstalt in Büren-Stöckerbusch. Auf Radio Hochstift-Anfrage bestätigten Sprecherinnen beider Kreise, dass die Ausländerämter aktuell noch zurechtkommen. Sie rechnen aber mit zunehmenden Schwierigkeiten, Plätze für die betroffenen Asylbewerber in Büren zu bekommen. Denn die Abschiebeverfahren sollen künftig schneller ablaufen.
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www.stern.de, 26.01.2017:
Die AfD von Petry-Mann Pretzell: "Mundtot machen" mit "ausreichend Munition"
AfD-Chefin Petry setzt sich von Björn Höcke ab und malt das Bild einer anständigen AfD. In Nordrhein-Westfalen, wo ihr Mann die Partei lenkt, sieht das etwas anders aus.
Wigbert Löer
Am Mittwoch Abend um 22.43 Uhr hat Frauke Petry sich gemeldet, mit einem Brief an alle AfD-Mitglieder. Sie nimmt sich darin die Rede ihres parteiinternen Kontrahenten Björn Höcke vor. Petry widerspricht Höckes Forderung, eine 180-Grad-Wende in der deutschen Erinnerungspolitik zu vollziehen. Sie distanziert sich auch von dem Begriff "Bewegung", den Höcke mit Blick auf die AfD benutzt. Und schließlich springt sie ihrem Ehemann und Einflüsterer Marcus Pretzell bei, der als Landeschef der AfD in Nordrhein-Westfalen unter Druck geriet, nachdem geheime Wahlabsprachen per WhatsApp enthüllt wurden.
Petry wiederholt in dem langen Brief an die Mitglieder nicht, dass sie selbst den NS-Kampfbegriff "völkisch" gern positiv besetzen würde. Diese Tonlage passt da gerade nicht. Die Parteichefin bemüht sich stattdessen, das Bild einer seriösen und anständigen AfD zu zeichnen, die für möglichst viele Gruppen der Gesellschaft wählbar ist. Dass sie dabei ausgerechnet auf den Landesverband ihres Mannes zu sprechen kam, verblüfft: In Nordrhein-Westfalen gibt die AfD nicht nur wegen geheimer Wahlabsprachen und vernichteter Stimmzettel so ziemlich das Gegenteil einer anständigen Partei ab. Ihr Mann Marcus Pretzell als Landeschef und seine engsten Vertrauten haben daran entsprechenden Anteil.
Mit NSDAP-Mitteln gegen eine Religionsgruppe
Am Mittwoch Abend um 22.43 Uhr hat Frauke Petry sich gemeldet, mit einem Brief an alle AfD-Mitglieder. Sie nimmt sich darin die Rede ihres parteiinternen Kontrahenten Björn Höcke vor. Petry widerspricht Höckes Forderung, eine 180-Grad-Wende in der deutschen Erinnerungspolitik zu vollziehen. Sie distanziert sich auch von dem Begriff "Bewegung", den Höcke mit Blick auf die AfD benutzt. Und schließlich springt sie ihrem Ehemann und Einflüsterer Marcus Pretzell bei, der als Landeschef der AfD in Nordrhein-Westfalen unter Druck geriet, nachdem geheime Wahlabsprachen per WhatsApp enthüllt wurden.
Petry wiederholt in dem langen Brief an die Mitglieder nicht, dass sie selbst den NS-Kampfbegriff "völkisch" gern positiv besetzen würde. Diese Tonlage passt da gerade nicht. Die Parteichefin bemüht sich stattdessen, das Bild einer seriösen und anständigen AfD zu zeichnen, die für möglichst viele Gruppen der Gesellschaft wählbar ist. Dass sie dabei ausgerechnet auf den Landesverband ihres Mannes zu sprechen kam, verblüfft: In Nordrhein-Westfalen gibt die AfD nicht nur wegen geheimer Wahlabsprachen und vernichteter Stimmzettel so ziemlich das Gegenteil einer anständigen Partei ab. Ihr Mann Marcus Pretzell als Landeschef und seine engsten Vertrauten haben daran entsprechenden Anteil.
Mit NSDAP-Mitteln gegen eine Religionsgruppe
Vor einiger Zeit etwa präsentierte die "Junge Alternative" (JA) eine Fotomontage. Unter der Überschrift "Neu im JA-NRW-Shop" zeigte die Jugendorganisation der AfD in Nordrhein-Westfalen das Bild eines Benzinkanisters, eines Feuerzeugs und eines Korans. Sie verband die Fotos mit Plus-Zeichen und schrieb darunter: "Koran-Entsorgungspaket".
Es waren Vertraute des nordrhein-westfälischen AfD-Chefs Marcus Pretzells, die da zur Bücherverbrennung aufriefen, wie es 1933 die Nationalsozialisten nach ihrer Machtergreifung taten: Der Chef der Jungen Alternative in Nordrhein-Westfalen, Sven Tritschler, steht Pretzell seit Langem eng zur Seite. Tritschlers Stellvertreter John-Lukas Langkamp ist als Mitarbeiter Pretzells beschäftigt.
Mit NSDAP-Mitteln gegen eine Religionsgruppe zu hetzen, das und noch manches mehr ist möglich im Reich des AfD-Politikers Marcus Pretzell. Im Fokus des Landeschefs und seiner Helfer befinden sich seit einigen Wochen nämlich auch: AfD-Mitglieder.
Die Wahlordnung soll geändert werden
Im vergangenen September hatten trotz eines eher extrem schwachen Herausforderers nur 54 Prozent der Delegierten Pretzell zum Spitzenkandidaten gewählt. Nun wird offenkundig versucht, all jene Parteimitglieder in seinem Landesverband, die als Pretzells Gegner angesehen werden, zum Schweigen zu bringen. Er selbst drückt es in einer geschlossenen Facebook-Gruppe so aus: "Es werden jetzt die Lügen der vergangenen Monate, die NRW enorm beschädigt haben aufgedeckt und die Verantwortlichen aus Positionen entfernt."
An diesem Sonntag beim Landesparteitag in Oberhausen will Pretzell auch den Ko-Landesvorsitzenden Martin Renner loswerden und so die alleinige Macht in der NRW-AfD erlangen. Im Antragsbuch, das dem stern vorliegt, finden sich mehr als ein Dutzend Abwahlanträge gegen Renner. Interessant: Noch vor der Behandlung der Abwahlanträge soll die Wahlordnung geändert werden. Für die Abwahl des Pretzell lästigen Ko-Chefs bräuchte es nach AfD-Statuten eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Offenbar soll diese Mehrheit kurzerhand auf 50 Prozent gesenkt werden.
Bezahlte Stellen als politische Währung
Beim von Pretzell vorgegebenen "Entfernen" tut sich in den internen AfD-Foren der Bochumer AfD-Vizevorsitzende Wolfgang Demolsky hervor. Der Rentner gilt als Stratege und graue Eminenz seiner Partei. Auch er reichte einen Abwahlantrag gegen Pretzells Gegner Renner ein. Demolskys Familie vermietet Pretzell seit einiger Zeit auch eine Wohnung, so dass dieser sich ordnungsgemäß anmelden konnte. Demolskys Frau steht auf Platz sechs der AfD-Liste für die Landtagswahl. Sofern die AfD nicht gewaltig an Zustimmung verliert, weiß sich Frau Demolsky damit für die nächsten Jahre mit einem sicheren Einkommen versorgt.
Nach der vom stern aufgedeckten WhatsApp-Affäre war es Wolfgang Demolsky, der Kontakt zum anderen Lager aufnahm. Pretzell, der der AfD auf Grund seiner Steuerschulden schon eine Kontopfändung einbrachte, gilt vielen als fragwürdiger Charakter. Demolsky versuchte daher nun hartnäckig, aus Skeptikern Unterstützer zu machen. Bei manchen gelang das bereits, sie wechselten auf die Pretzell-Seite. Dort winken nach dem Aufstellen der Liste für die Landtagswahl in Kürze weitere Jobs - als Abgeordnete der NRW-AfD im Bundestag oder als deren Mitarbeiter. Bezahlte Stellen sind unter Pretzell in der NRW-AfD zur politischen Währung geworden.
"Das größte Dreckschwein der AfD NRW"
Andere, die noch nicht vom Ko-Parteichef Renner abgerückt sind, werden vom Pretzell-Vertrauten Demolsky derbe attackiert. Einen solchen AfD-Mann bezeichnet er in einer geschlossenen Facebook-Gruppe als "das größte Dreckschwein der AfD NRW". Demolsky ging offenbar davon aus, der Parteifreund habe sich unbotmäßig über seinen Vater Günther Demolsky geäußert.
Der war nach 1949 Landesgeschäftsführer der Sozialistischen Reichspartei, die sich in der Tradition der NSDAP sah und 1952 als verfassungswidrige Organisation verboten wurde. In den 1990er Jahren stand Demolskys Vater in Bochum wegen des Vorwurfs der Leugnung des Holocaust vor Gericht. Er gehörte auch dem rechtsradikalen "Freundeskreis Freiheit für Deutschland" (FFD) an, der 1993 verboten wurde.
Sein Sohn, der Pretzell-Vertraute, verbreitete nun in dem Facebook-Forum nicht etwa, sein Vater sei leider ein Alt-Nazi gewesen. Laut Wolfgang Demolsky hat sich dessen Vater "der Wahrheit verschrieben" und "für unser Deutschland aufgerieben und geopfert". Zuhause bei ihnen, argumentierte Wolfgang Demolsky, hätten sich früher Leute wie Ernst Otto Remer und Hans-Ulrich Rudel eingefunden, "um die nationale Fahne hochzuhalten".
Ein Holocaust-Leugner, der kein Nazi sein soll
Es ist nicht wirklich nachvollziehbar, wie Wolfgang Demolsky mit derlei Hinweisen zeigen will, dass sein Vater nicht rechtsradikal war. Die rechtsextreme Gesinnung der beiden Nazi-Generäle Remer und Rudel steht ja außer Zweifel. Remer bezeichnete nach dem Krieg die Hitler-Attentäter als Landesverräter und bemühte sich, in der Bundesrepublik rechtsradikale Strukturen aufzubauen. Rudel betätigte sich in Südamerika als Fluchthelfer für Nationalsozialisten, gehörte später der von Deutschen betriebenen rechtsextremen Sekte Colonia Dignidad in Chile an. In Deutschland trat er als Redner für die rechtsextreme DVU auf.
Im Gespräch mit dem stern bezeichnete Wolfgang Demolsky es trotzdem als "Unterstellung", dass sein Vater ein Nazi gewesen sei. Auf dessen Engagement in der rechtsradikalen Organisation und auf den Prozess wegen Holocaust-Leugnung hingewiesen, sagte Demolsky: "Ich habe da nur drei, vier Mal mit meinem Vater drüber gesprochen." Tiefer wollte Demolsky nicht in die Diskussion einsteigen, er beschäftigt sich offenbar lieber mit vermeintlichen innerparteilichen Widersachern als mit den eigenen wirren Ansichten.
"Keine Sorge, wir haben noch ausreichend Munition ... "
Für ihren AfD-internen Kampf haben manche Pretzell-Leute eifrig belastendes Material gesammelt. Das schreibt die Juristin Corinna Bülow aus Mönchengladbach, die dem Vorstand des dortigen AfD-Kreisverbandes angehört. Bülow managte die Pretzell-nahe WhatsApp-Gruppe rund um die Listenaufstellungen zur Landtagswahl. Auf Facebook teilt sie unter dem Namen Annemarie Bülow Beiträge, die Pretzell veröffentlich hat. Und dort kündigte sie in einer geschlossenen Gruppe auch an, die "Spalter" würden "mundtot gemacht". Als jemand in dem Forum einwarf, man müsse doch erst mal sehen, ob das so leicht gelinge, fügte die Juristin hinzu: "Keine Sorge, wir haben noch ausreichend Munition ... "
Der stern fragte Corinna Bülow, um was für Munition es sich dabei handele. Die Pretzell-Helferin wollte dazu keinen Kommentar abgeben.
Marcus Pretzell, 43, vier Kinder aus erster Ehe, das fünfte, kündigte er an, werde Frauke Petry dieses Jahr zur Welt bringen: Man könnte ihn als einen der spannendsten Spitzenpolitiker der AfD bezeichnen. Zuletzt machte er bundesweit Schlagzeilen. Pretzell gab Angela Merkel die Schuld am zwölffachen Mord des Islamisten Anis Amri. Er postete Fotos seiner Hochzeit mit Frauke Petry. Er verweigerte Medien, die offenbar nicht zu seinem Gefallen berichtet hatten, den Zutritt zu einer Veranstaltung mit Marine Le Pen in Koblenz.
Intern arbeitet er konsequent darauf hin, die Macht in NRW nicht mehr teilen zu müssen. Sollte Martin Renner am Sonntag in Oberhausen abgewählt werden, sagte Pretzells Berater Wolfgang Demolsky dem stern, bräuchte es natürlich keinen neuen Ko-Chef im Landesvorstand.
Bildunterschrift: Marcus Pretzell, Chef der nordrhein-westfälischen AfD. Die Jugendorganisation rief dort zur Koran-Verbrennung auf.
info@hiergeblieben.de
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