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Lippische Landes-Zeitung , 15.12.2016 :

Der Staatsschutz ermittelt

Randale in der Südstadt: Die Polizei gibt Verhaltenstipps für gefährliche Situationen

Oerlinghausen. Rechte Gruppen verbreiten in der Südstadt Angst und Schrecken (die LZ berichtete). Eine schwarze Limousine, in der sechs Männer mit Sturmhauben saßen, hat zwei Jugendliche verfolgt, als die durch die Südstadt nach Hause gingen. Mittlerweile ermittelt der Staatsschutz.

Einer dieser Jugendlichen, der 14 Jahre alte Frank (Name geändert), der einen afrikanischen Vater hat, traut sich jetzt nicht mehr bei Dunkelheit raus. Auch den beliebten Treffpunkt, den Spielplatz am Dietrich-Bonhoeffer-Haus, will er erst einmal nicht mehr besuchen.

Zwar ermittelt die Polizei, und auch der Staatsschutz ist nach Aussagen der Pressestelle der Polizei Bielefeld eingeschaltet, doch damit ist bei Frank und seinen Freunden weder die Unsicherheit noch die Angst weg. Was also kann man tun, wenn man zwar nicht angegriffen wird, aber dennoch in eine Situation gerät, in der Angst geschürt wird?

Die Polizei gibt folgende Tipps: Wenn man eine Gruppe erkennt, die Parolen grölt und andere beleidigt, solle man denen am besten aus dem Weg gehen, sie aber auf gar keinen Fall provozieren, beispielsweise, indem man mit Sprüchen kontert. Immer sei es auch gut, andere Menschen anzusprechen und um Hilfe zu bitten. Am erfolgversprechendsten sei es, dabei gezielt Personen anzusprechen: "Sie dort, in der roten Jacke, würden Sie bitte die Polizei rufen, die Gruppe dort verfolgt mich!"

Dass man in solchen Situationen keine dunklen Orte aufsucht, dürfte logisch sein. Wer selbst die Polizei anruft, sollte vorsichtig mit seinen Äußerungen am Telefon sein. Sie sollten nicht provozierend wirken. Natürlich könne man auch an der nächsten Haustür klingeln und um Hilfe bitten.

Auch Hugo Prante, Außenstellenleiter des Weißen Rings in Lippe, ist sich sicher, dass niemand den Helden spielen sollte: "Flucht ist immer besser als aktive Abwehr. Oft reicht es, zum Handy zu greifen und laut und deutlich die Polizei zu informieren."


shs@nw.de

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