Veranstaltung / Nachrichten ,
13.10.2015 :
Tages-Chronologie von Dienstag, 13. Oktober 2015
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Veranstaltungskalender:
- Dienstag, 13. Oktober 2015 um 20.00 Uhr -
Vortrag und Diskussion mit Martin Kolek: Vergessen? Erinnern? - Aber wie?: Zwangsarbeiterinnen / Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene im Raum Delbrück
Veranstaltungsort:
Kulturwerkstatt
Cafeteria
Bahnhofstraße 64
33102 Paderborn
Die aktuell wachsende Zahl fliehender Menschen in Europa lassen Erinnerungen wach werden an "Flucht und Vertreibung 1945", aber auch an den Umgang mit so genannten "Fremdarbeitern" von 1939 bis 1945: Während der NS-Zeit wurden über 11 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, entwurzelt und zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich verbracht.
Für die Mehrheit der deutschen Bevölkerung war es selbstverständlicher Alltag, Menschen als "Dividende des Krieges" zu nutzen. Wie konnte das funktionieren? Die letzten Lebenden aus der Zeit 1925 bis 1945 berichten nach dem "Aussterben" kontrollierender Vorfahren zunehmend von ihren Erlebnissen. Vergessen? Erinnern ? - Aber wie? In welche Zukunft führen die Spuren aus der Vergangenheit?
Martin Kolek stellt die regionale Forschung aus dem Raum Delbrück vor. Er leitet die "Initiative Erinnerungskultur Delbrück".
Eine Veranstaltung des Linken Forum Paderborn: www.linkesforum-paderborn.de
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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Dienstag, 13. Oktober 2015
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Artikel-Einträge in der Datenbank:
Bünder Zeitung / Westfalen-Blatt, 13.10.2015:
Film über Hitler-Attentäter
Neue Westfälische 11 - Bünde, 13.10.2015:
Er hätte die Welt verändert / "Elser": Film über eher unbekannten Hitler-Attentäter heute im Universum
Herforder Kreisblatt / Westfalen-Blatt, 13.10.2015:
Eine Herforder Biografie
Neue Westfälische 01 - Bielefeld West, 13.10.2015:
Vilsendorfer erlebt Flucht als 14-Jähriger
Bünder Zeitung / Westfalen-Blatt, 13.10.2015:
Leserbriefe / "Lieber Weltbürger als Dorfdepp" / Ulrich Martinschledde zur Demo der Pegida-Anhänger
Neue Westfälische 11 - Bünde, 13.10.2015:
Brief an die Redaktion / Orient und Okzident
Neue Westfälische 11 - Bünde, 13.10.2015:
Breite Unterstützung für Gegen-Demo
Herforder Kreisblatt / Westfalen-Blatt, 13.10.2015:
Bündnis für Toleranz / "Aktion gegen Rechts": Menschenkette geplant
Neue Westfälische, 13.10.2015:
OWL-Kommunen stoßen bei Abschiebungen auf Probleme
Lübbecker Kreiszeitung / Westfalen-Blatt, 13.10.2015:
200 Betten in Notunterkunft
Neue Westfälische 14 - Lübbecke (Altkreis), 13.10.2015:
Zeltstadt-Entscheidung fällt Ende Oktober / Notunterkünfte: Bezirksregierung prüft neben Blasheimer Marktgelände weitere Standorte für bis zu 1.000 Flüchtlinge
Neue Westfälische, 13.10.2015:
Zeltstadt-Entscheidung fällt Ende Oktober
Neue Westfälische 09 - Herford, 13.10.2015:
CDU fordert Aufstockung des Ausländeramtes / Abschiebungen: Mehr Personal für Durchsetzung bestehender Ausreiseverpflichtungen
Neue Westfälische 11 - Bünde, 13.10.2015:
Ein Zuhause auf Dauer
Neue Westfälische 01 - Bielefeld West, 13.10.2015:
Wenn Flüchtlinge ohne Versicherung zum Arzt müssen
Bielefelder Zeitung / Westfalen-Blatt, 13.10.2015:
Wieder Flüchtlinge in Böllhoff-Halle
Lippische Landes-Zeitung, 13.10.2015:
Heuwinkel: Wilbasen ist keine Option
Lippische Landes-Zeitung, 13.10.2015:
Samariter betreuen 35 Nationalitäten
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Bünder Zeitung / Westfalen-Blatt, 13.10.2015:
Film über Hitler-Attentäter
Bünde (BZ). Er wollte den Krieg im Alleingang verhindern. Der Film "Elser", den das Kino Universum heute, 13. Oktober, um 20 Uhr zeigt, berichtet über den eher unbekannten Hitler-Attentäter Georg Elser. Die eindrückliche und wahre Story zeigt die Folgen mutiger Menschlichkeit für die Persönlichkeit und das eigene Umfeld. Regisseur Oliver Hirschbiegel (Der Untergang) schildert mit den Mitteln des Heimatfilms, wie der Faschismus auch die ländliche Dorfgemeinschaft fern von Berlin und Kriegsgrenze beeinflusste.
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Neue Westfälische 11 - Bünde, 13.10.2015:
Er hätte die Welt verändert / "Elser": Film über eher unbekannten Hitler-Attentäter heute im Universum
Bünde (nw). Er wollte den Krieg im Alleingang verhindern. Der Film "Elser", den das Universum-Kino heute um 20 Uhr zeigt, berichtet über den eher unbekannten Hitler-Attentäter Georg Elser. Die wahre Story zeigt die Folgen mutiger Menschlichkeit für die Persönlichkeit und das eigene Umfeld. Regisseur Oliver Hirschbiegel (Der Untergang) schildert mit den Mitteln des Heimatfilms, wie der Faschismus auch die ländliche Dorfgemeinschaft beeinflusste.
Zur Geschichte: Schweißüberströmt buddelt Georg Elser (Christian Friedel) in einem Münchner Wirtshaus ein Loch in die Wand. Er installiert eine Bombe, um am nächsten Abend Adolf Hitler bei einer seiner Reden zu liquidieren. Doch das Attentat misslingt. Hitler reist 13 Minuten früher ab als geplant und Elser wird an der Schweizer Grenze gefasst. In Berlin stellen ihn Arthur Nebe (Burghart Klaußner) und Heinrich Müller (Johann von Bülow) zur Rede. Die Nazis glauben Elser nicht, dass er allein gehandelt hat. Sie vermuten Verbündete - auch auf der Schwäbischen Alb, wo Elsers Verwandte und Freunde leben.
"Wenn der Mensch nicht mehr frei ist, geht alles kaputt", schreit Elser einmal im Verhör dem SS-Hauptmann ins Gesicht. Und für einen kurzen Moment zeigt sich so was wie entsetzliche Erkenntnis im Gesicht des von Burghart Klaußner gespielten Nazi-Schergen.
Bildunterschrift: Wahre Geschichte: Szene aus dem Film über den Hitler-Attentäter Georg Elser.
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Herforder Kreisblatt / Westfalen-Blatt, 13.10.2015:
Eine Herforder Biografie
Herford (HK). Zu einer Filmvorführung sind Interessierte am Mittwoch, 14. Oktober, um 19 Uhr ins Daniel-Pöppelmann-Haus, Deichtorwall 2, eingeladen. Gezeigt wird ein Film von Jutta und Jürgen Heckmanns, der über Luise Werninger anlässlich ihres 100. Geburtstags gedreht wurde. Er thematisiert die Zeit des Nationalsozialismus. Im Anschluss findet ein Gespräch mit Luise Werninger statt, in dem sie aus ihrem Leben berichtet.
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Neue Westfälische 01 - Bielefeld West, 13.10.2015:
Vilsendorfer erlebt Flucht als 14-Jähriger
18. März 1945: Heinz Wenzel flüchtete mit seinen Schwestern auf dem Frachter "Heinrich Arp", der in der Danziger Bucht festgemacht hatte / Sein Vater durfte nicht mit aufs Schiff - er musste zum Volkssturm
Von Sylvia Tetmeyer
Vilsendorf. "Es ist nichts mehr stehen geblieben. Nur die Schule wurde nach dem Krieg neu aufgebaut", erzählt Heinz Wenzel. Der 84-Jährige ist auf dem Bauernhof seiner Eltern aufgewachsen. Der Ort gehörte zur Kreisstadt Tiegenhof, 36 Kilometer südöstlich von Danzig. Als die russische Armee im März 1945 kam, musste die Familie fliehen. Mit dem Frachter "Heinrich Arp" landeten die Flüchtlinge nach sieben Tagen in Rendsburg.
"Wir hatten, bevor wir uns mit dem Pferdewagen auf den Weg machten, noch zwei Schweine geschlachtet", berichtet Wenzel. Die Straße in Richtung Weichsel sei leer gewesen. "Es lagen dort nur noch tote Menschen, die von den Flüchtlingen aus Ostpreußen am Straßenrand abgelegt wurden." Später seien die Straßen von Flüchtlingswagen überfüllt gewesen, "die alle vom Frischen Haff kamen". Russische Tiefflieger hätten die Flüchtlingskolonne unter Beschuss genommen.
Dann kam die böse Überraschung. "Als wir auf das Schiff wollten, wurde uns mitgeteilt, dass mein Vater, der damals 53 Jahre alt war, nicht mitdurfte. Er sollte zum Volkssturm." Am 18. März 1945 um 17 Uhr legte der Frachter ab. "Auf dem Weg nach Schleswig-Holstein hatten wir am 20. und 21. März einen Sturm mit Windstärke 11 bis 12. Es war alles lahmgelegt", berichtet der Vilsendorfer.
In Rendsburg wurde die Familie gemeinsam mit 200 weiteren Flüchtlingen mit Bussen und vielen Helfern vom Schiff abgeholt. Nach einer Übernachtung im Möbelhaus ging es weiter nach Büdelsdorf. "In der Villa von Oberst Hübner bekamen wir sofort zwei Zimmer mit Küche. Wir wurden sehr herzlich empfangen", erinnert sich der 84-Jährige. Vier Wochen später sei Schleswig-Holstein von Flüchtlingen übersät gewesen. "Da war die Stimmung nicht mehr so gut", so Wenzel.
Im Dezember sei dann endlich auch der Vater in Büdelsdorf angekommen. "Ein Wenzel hat immer Glück." Diese Worte habe sein Vater damals gesprochen. Vor 65 Jahren landete Sohn Heinz schließlich in Bielefeld. Mit dem Fahrrad hat er die 355 Kilometer von Rendsburg aus bewältigt. Inzwischen habe sich seine Schwester Ursula dort angesiedelt. Gearbeitet hat er zunächst in der Bekleidungskammer der Briten an der Detmolder Straße. Anschließend fertigte er bei den Anker-Werken Registrierkassen. 1963 übernahm er dann die Gaststätte Schürhof an der Bleichstraße. "Wir hatten gute Jahre. Morgens waren schon mindestens 20 Rentner da", berichtet Heinz Wenzel und schmunzelt. Bis zu seinem Ruhestand 1994 habe er dann noch bei einem Tabakwarengroßhandel gearbeitet - als Nichtraucher.
1974 besuchte der zweifache Großvater seine alte Heimat zum ersten Mal wieder. "Inzwischen war ich fast 20 Mal dort", sagt der Vater dreier Kinder (63), (59) und (50). Entdeckt hat er auf einer seiner Reisen alte Steine vom Keller. Sonst sei von den Bauernhöfen nichts mehr übrig geblieben.
"Ein ehemaliger Nachbar lebt heute in Kanada", erzählt er. Alle wichtigen Dokumente, Papiere und Fotos habe er während der Flucht in einem Tornister aufbewahrt. Gemeinsam mit Ehefrau Brigitte ist der gelernte Elektriker 1977 nach Vilsendorf gezogen. "Wir haben dort 1970 gebaut", erzählt die 82-jährige gebürtige Ubbedisserin. Das Paar hat sich dazu entschlossen, sein Haus demnächst zu verkaufen. "Wir ziehen in Betreutes Wohnen", verkündet Heinz Wenzel. Die Pflege des 1.200 Quadratmeter großen Grundstückes sei inzwischen zu mühsam. Bis heute geht der begeisterte Sportler jedoch noch jeden Donnerstag zum Hallenfußball - zum VfB 03. "Ich spiele zwar nicht mehr, gebe aber noch Tipps als Trainer."
Tiegenhof heißt heute Nowy Dwór Gdańsk
Heinz Wenzel wurde am 18. Oktober 1930 in der Kreisstadt Tiegenhof geboren. Aufgewachsen ist er auf dem Hof seiner Eltern Ernst und Gertrud in Vierzehnhuben-Altebabke, rund sechs Kilometer von der Stadt entfernt.
Nowy Dwór Gdańsk hat heute 10.100 Einwohner. Es liegt 36 Kilometer südöstlich von Danzig an der Tiege.
Am 18. Februar 1945 kam der Räumungsbefehl für Tiegenhof. Inzwischen waren Flüchtlinge aus Ostpreußen eingetroffen, die über das Frische Haff gekommen waren.
Bis heute pflegt Heinz Wenzel Kontakte in seine alte Heimat.
Bildunterschrift: Fröhlich: Heinz Wenzel war schon früher ein optimistischer Mensch. Auf diesem Foto ist er 16 Jahre alt. Damals hat er eine Lehre zum Elektriker gemacht.
Bildunterschrift: Hoch zu Ross: Auf dem Hof seiner Eltern gab es auch Pferde. Der kleine Heinz saß schon früh im Sattel.
Bildunterschrift: Erinnerungen: Heinz und Brigitte Wenzel sehen sich gerne die alten Fotos an, die bis zu 80 Jahre alt sind.
Bildunterschrift: Einziges Zeugnis: Das Schulgebäude wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut.
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Bünder Zeitung / Westfalen-Blatt, 13.10.2015:
Leserbriefe / "Lieber Weltbürger als Dorfdepp" / Ulrich Martinschledde zur Demo der Pegida-Anhänger
Zur Berichterstattung über die für Freitag, 16. Oktober, angekündigte Demonstration von Pegida-Anhängern in Bünde schreibt Leser Ulrich Martinschledde folgende Zeilen:
Da haben sich für diese Woche doch Leute angekündigt, die gegen Ausländer hetzen und ihre Parolen in meiner Stadt herausschreien wollen. Darunter auch bekannte Neonazis, die zum Teil schon wegen Volksverhetzung vorbestraft sind.
Es sind wahrscheinlich nur wenige, aber ich will sie in der Stadt, in der ich lebe, nicht dulden. Ich will diese Parolen nicht hören in dem Ort, wo ich für das Gegenteil stehe.
Wenn ich schon rechtlich nichts gegen diese Hetze tun kann, dann will ich zumindest viel dafür tun, dass auch in Bünde ein Zeichen gesetzt wird und sich viele Mitbürger finden, die bei einer Gegendemonstration deutlich machen, dass Bünde bunt und weltoffen bleibt.
Ich möchte mich von meinen Kindern und Enkeln nicht fragen lassen, warum ich diese Deppen habe gewähren lassen, weil sie bei der ersten Demo ja nur wenige waren. Ich möchte deutlich machen, dass ich die Ängste und Sorgen meiner Mitmenschen in Bezug auf Flüchtlinge und Veränderung in der Gesellschaft verstehe, aber keine Toleranz habe für die Wegbereiter von Anschlägen auf traumatisierte Schutz suchende Menschen.
Bünde, die Stadt, in der ich lebe und in der ich mich für Bedürftige jeglicher Art engagiere, ist kein Ort, wo Rassismus ohne Widerspruch geduldet wird. Ich hoffe, dass sich nächsten Freitag viele einfinden, die friedlich, aber lautstark für ein buntes Bünde auf die Straße gehen.
Bürger aus OWL, die wie ich sich lieber als Weltbürger mit politischer Verantwortung verstehen als Dorfdeppen das Feld zu überlassen.
Ulrich Martinschledde
Bünde
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Neue Westfälische 11 - Bünde, 13.10.2015:
Brief an die Redaktion / Orient und Okzident
Zum Artikel "Bündnis "Bünde bleibt bunt" gegründet", NW v. 10./11. Oktober, erhielten wir folgenden Leserbrief:
Schon Schiller schrieb: Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit. Leicht beieinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen. In unserem lieben Bünde findet offensichtlich derzeit eine politische Polarisierung statt.
Es geht dabei letztlich darum, ob das Abendland - was immer darunter auch verstanden werden soll - durch die Zuwanderung von Menschen aus der islamische Welt in bedrohlicher Weise gefährdet wird oder ob eine solche Sorge nur vorgeschoben ist, um aus der Deckung heraus ungestört fremdenfeindliche Propaganda betreiben zu können. Nun, wir leben in einer Welt, die in ihrer Komplexität immer schwerer zu durchschauen ist.
Da kann man schon Angst bekommen. Einige von uns versuchen, eine Zuflucht in der Vergangenheit zu finden. Sie konstruieren sich ein - christliches? - Abendland, das ungemein übersichtlich ist. Dort finden sie dann die Bedingungen, unter denen sie leben möchten.
Aber war das Leben seinerzeit wirklich so lebenswert? Wir finden zurückblickend Despotismus übelster Art, systematische Verdummung und Ausbeutung des Volkes, brutale Unterdrückung Andersdenkender, reichlich heilige Kriege und viel nacktes Elend. Halbwegs gut ging es nur ganz wenigen. Darum sind die meisten von uns froh, in einem modernen Staat leben zu dürfen.
Das so genannte Abendland hat es einmal gegeben. Sehr schwer fällt es, eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie eine Islamisierung Europas sich vollziehen könnte. Wird es dann Pflicht, sich mit einem Salam Aleikum zu begrüßen? Werden die Kirchen zu Kinos umgebaut, in denen unablässig arabische Filme gezeigt werden? Muss die Kanzlerin in der Öffentlichkeit ein Kopftuch tragen?
Das ganze Konzept ist von Grund auf fragwürdig. Man merkt die Absicht, und man ist verstimmt. Aber trotzdem ist uns allen klar: Das Grundrecht auf öffentliche Kundgebung einer politischen Meinung darf nicht eingeschränkt werden, so kurios diese auch sein mag.
Dr. Michael Salloch
Bünde
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Neue Westfälische 11 - Bünde, 13.10.2015:
Breite Unterstützung für Gegen-Demo
Biegida-Demo: Auch aus Kirchlengern, Rödinghausen, Löhne, Herford und Bielefeld kommen Teilnehmer zur Gegen-Demo nach Bünde / Superintendent Michael Krause ist einer von sechs Rednern
Von Anne Webler
Bünde. Bünde bekommt breite Unterstützung aus den umliegenden und entfernteren Kommunen: Pfarrerin Ulrike Schwarze von der Evangelischen Gemeinde Kirchlengern-Hagedorn hat die Gemeindemitglieder gestern über die NW eingeladen, am Freitag mit zur Gegen-Demo nach Bünde zu fahren. Die Löhner SPD-Ratsfrau Marion Schröder wird auf der Gegen-Demo eine Rede halten, und Olaf Craney, Sprecher des Herforder Bündnisses "Herford bunt und vielfältig" hat mit seinem Aufruf bereits 46 Organisationen aus der Region als Unterstützer der Gegen-Demo gewonnen.
Sie sei in den vergangenen Tagen von verschiedenen Gemeindemitgliedern angesprochen worden, ob die Gemeinde Hagedorn sich an der Gegen-Demo beteilige, sagte Pfarrerin Ulrike Schwarze auf Anfrage der NW. "Es ist spannend, wer mich alles angesprochen hat", sagt Schwarze. Vom Konfirmanden bis zum Über-80-Jährigen sei jede Altersklasse vertreten gewesen. "Die Menschen sind erstaunt und erschüttert, dass die Rechten hier aufs Land und in eine Kleinstadt kommen." Ihnen sei bewusst, dass es auf sie ankommt. "Wir sind wach!" sei die Haltung, die sie wahrnehme. "Wir erleben ein ganz, ganz tolles ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde, eine große Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge." Sie könne schwer sagen, wie viele mitfahren zur Gegen-Demo. Vielleicht 20, 30 Leute, der CVJM fahre separat. "Jetzt kommt es an auf die wirklichen Christenmenschen, die tun, was sie sagen", sagt Schwarze. "Was nützt die schönste Predigt, wenn man nicht danach handelt?" Sie hat regenbogenfarbene Regenschirme und bunte Luftballons bestellt und hofft, dass sie rechtzeitig geliefert werden.
Auch Ulrich Martinschledde, Gemeindereferent der katholischen St. Josef-Gemeinde Bünde, haben viele Gemeindemitglieder angekündigt, dass sie an der Gegen-Demo teilnehmen werden. "Das wollen wir uns nicht bieten lassen", sei der Tenor der Reaktionen. "Es gibt eine bürgerliche Mitte, die gegen Neonazis ist, nicht nur die Linken", sagt Martinschledde. "Warum habt ihr nichts gemacht? ist doch das, was wir unsere Großeltern gefragt haben." Das wolle er sich von seinen Kindern nicht fragen lassen. "Bünde soll nicht ins Gerede kommen als die Stadt, die nichts gemacht hat." Wenn die Biegida-Anhänger in Bünde nicht auf Widerstand stoßen, kämen sie wieder. "Herr Borgartz (Anmelder der Demo, Anm. d. Red.), wird merken, dass es in Bünde nicht einfacher ist als in größeren Städten wie Bielefeld."
Neben der Katholischen Kirchengemeinde St. Josef unterstützen auch die Evangelische Philippus-Kirchengemeinde Bünde, der Kirchenkreis Herford, die Türkisch-Islamische Union (Ditib) Bünde und 42 weitere Organisationen, Vereine und Verbände den Aufruf des am Donnerstag gegründeten Bünder Bündnisses "Bünde bleibt bunt und weltoffen". "Rechte Hetze stoppen - kein Platz für Rassismus" steht auf dem Flyer, und: "Wir rufen alle Menschen im Kreis Herford und darüber hinaus auf, mit uns gemeinsam an der Demonstration für ein buntes und weltoffenes Bünde teilzunehmen." Das Bielefelder "Bündnis gegen Rechts" habe gestern seine Mitglieder aufgerufen, mit Bussen und Zügen zur Gegen-Demo zu fahren, um als Ostwestfalen zusammenzustehen, sagt Olaf Craney, Sprecher des Bündnisses "Herford bunt und vielfältig". Auch aus Rödinghausen führen Busse nach Bünde. Am Mittwoch lüden sie zu einer Pressekonferenz ins selbstverwaltete Jugendzentrum Fla in Herford ein, um noch einmal kreisweit und darüber hinaus aufzurufen. Necmettin Kayali, Geschäftsführer des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Bünde, sagte, der Vorstand entscheide am Abend, ob der Türkisch-Islamischen Kulturverein sich an der Gegen-Demo beteilige. "Ich gehe stark davon aus, dass wir alle teilnehmen", sagt Kayali. Der Türkisch-Islamische Kulturverein habe in Bünde 500 Mitglieder, die allesamt Familie hätten. "Wir vertreten 2.000 Leute", sagt Kayali.
Bereits vergangene Woche hatten Bürgermeister Wolfgang Koch und DRK-Leiter Sven Kampeter mitgeteilt, dass sie als Privatpersonen an der Gegen-Demo teilnehmen. Auch Mitglieder von SPD, Grünen, FDP und UWG gehen mit, Mitglieder der CDU hatten sich gegen eine Gegen-Veranstaltung ausgesprochen und angekündigt, nicht teilzunehmen.
Sechs Redner sprechen auf der Gegen-Demo
Olaf Craney, Sprecher des Bündnisses "Herford bunt und vielfältig", erwartet 1.000 Gegendemonstranten.
Sie treffen sich am Freitag, 16. Oktober, um 18 Uhr am Bünder Bahnhof.
Dort ist ab 18.50 Uhr die Biegida-Demo.
Als Auftakt sprechen sechs Redner je fünf Minuten, sagt Ulrich Papke vom Verein International und Mai-Komitee, der die Gegen-Demo angemeldet hat.
Als Redner treten auf Christina Whitelaw, ehemalige Lehrerin des Marktgymnasiums, Gründerin der Netzwerk-Gruppe und Mitglied des Verein International, SPD-Ratsfrau Marion Schröder aus Löhne, Superintendent Michael Krause, Hussein Khedr von der SPD-AG Migration und Vielfalt im Kreis Herford sowie je ein Sprecher der Bündnisse "Herford bunt und vielfältig" und des Bielefelder "Bündnis gegen Rechts".
Bildunterschrift: Gegen-Demo in Bielefeld: Als am 21. September in Bielefeld 20 Biegida-Anhänger demonstrierten, standen ihnen 3.500 Gegendemonstranten gegenüber.
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Herforder Kreisblatt / Westfalen-Blatt, 13.10.2015:
Bündnis für Toleranz / "Aktion gegen Rechts": Menschenkette geplant
Herford (HK). Eine "Herforder Menschenkette gegen Rechts" möchte das "Bündnis für Toleranz und Menschlichkeit" am 14. November organisieren. Andreas Höltke (Die Linke) lädt deshalb für morgen, 14. Oktober, zu einer Vorbesprechung ein. Beginn ist um 18 Uhr im Herforder Kreishaus, Amtshausstraße.
Mit der Aktion wolle man sich gegen den "aufkommenden Rechtspopulismus" wenden, heißt es in einer Pressemitteilung des Bündnisses. Zugleich weisen die Organisatoren auf die vielfachen Hilfen hin, die Flüchtlinge schon heute erführen.
Laut Höltke wolle man mit einer Menschenkette deutlich machen, dass der Kampf gegen Rassismus und für eine offene Gesellschaft die Aufgabe jedes Einzelnen sei. Am 14. November würden sich in vielen europäischen Städten Menschenketten bilden. Das Bündnis ruft die Herforder dazu auf, sich an der Aktion zu beteiligen.
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Neue Westfälische, 13.10.2015:
OWL-Kommunen stoßen bei Abschiebungen auf Probleme
Flüchtlingskrise: Städte und Kreise versuchen, abgelehnte Asylbewerber häufiger zu einer freiwilligen Ausreise zu bewegen
Von Katharina Georgi
Bielefeld. Die Abschiebung von Migranten, deren Asylanträge abgelehnt wurden, handhaben die Kommunen und Kreise in Ostwestfalen-Lippe deutlich unterschiedlich. Die Städte Minden und Gütersloh verzeichnen gerade einmal drei Abschiebungen in diesem Jahr (Stichtag 30. September). An der Spitze steht der Kreis Gütersloh mit 110 Abschiebungen. Allerdings sind hier auch freiwillige Ausreisen eingerechnet.
Grundsätzlich sind Ausländer, deren Asylantrag abgelehnt wird, ausreisepflichtig. Wer nicht freiwillig geht, wird nach einer entsprechenden Zeit zwangsweise in sein Heimatland zurückgebracht. Zuständig sind dafür die Ausländerbehörden der Kreise oder aber die Ausländerämter der Städte, die ab 60.000 Einwohnern eingerichtet werden. Aber, so erklärten alle Sprecher gegenüber dieser Zeitung, es gebe eine Vielzahl an Gründen, die zu einer Duldung führen und keine Abschiebung nach sich ziehen.
"Ein Großteil der Menschen hat keine Pässe", erklärte Gerhard Koch, Leiter des Ordnungsamtes im Kreis Herford. Ersatzpapiere zu beschaffen sei, je nach Herkunftsland, schwierig. Etwa wenn sich jemand einen Namen nur ausdenkt. "Dann gibt es in seinem Heimatland keine Unterlagen", so Koch. Und die Botschaften stellen so keine Papiere aus.
Auch seien viele Asylsuchende krank, wie Maik Maschmeier von der Bielefelder Ausländerbehörde sagt: "Viele Menschen aus Bürgerkriegsländern und dem Westbalkan leiden an posttraumatischen Belastungsstörungen." Bei Besuchen vom Gesundheitsamt werde der Zustand überprüft. "Wir verlängern dann angemessen die Duldung." OWL ist kein Einzelfall: Landesweit haben von 52.000 Ausreisepflichtigen 40.000 eine Duldung.
Zwang sei nicht die erste Wahl der Behörden. "Uns liegt daran, einen Dialog zu finden", betont Maschmeier. Im Gespräch versuchen die Mitarbeiter, die Asylbewerber zu einer freiwilligen Ausreise zu bewegen. Eine "vielversprechende Maßnahme", die Bestätigung in den Statistiken der Stadt Minden und des Kreises Lippe findet: Zwar sind in Minden in diesem Jahr nur 3 Personen abgeschoben worden, aber 22 entschieden sich zur Ausreise. Aus dem Kreis Lippe kehrten 64 Menschen freiwillig in ihre Heimat zurück, 49 wurden durch Staatsgewalt gezwungen. Rechtlich gesehen ist das eine kluge Entscheidung: Wer freiwillig geht, bekommt kein Wiedereinreiseverbot, wie es bei einer Abschiebung der Fall ist.
Seit Mitte Mai dürfen in der Ex-Justizvollzugsanstalt Büren im Kreis Paderborn wieder Abschiebehäftlinge untergebracht werden. Maximal 100 Plätze sieht die Einrichtung vor, rund 35 Menschen sitzen dort ein - mal ein paar mehr, mal weniger. Die Insassen sind Ausländer, die sich ihrer Abschiebung entziehen wollten.
Kommentar / Zur Handhabung der Abschiebung / Ein zweischneidiges Schwert
Katharina Georgi
Ein sicheres Herkunftsland ist nicht für jeden sicher. Für viele Frauen ist der Begriff blanker Hohn. In patriarchalischen Gesellschaften werden sie bedroht und sind Gewalt ausgesetzt. Asyl gibt es nur, wenn sie das Glück haben, dass in ihrem Land Krieg herrscht. In Albanien gibt es das Kanun, eine Art Scharia mit Selbstjustiz, Blutrache und Zwangsehe. In europäischen Nachbarländern gehört Albanien deshalb nicht mehr zu den sicheren Ländern.
Am eigenen Leib erfahren musste das eine Albanerin. Weinend erzählte sie ihre Geschichte, ihr Baby auf dem Schoß. Wie kann ein Beamter, der diese schrecklichen Geschichten kennt, darauf drängen, dass diese Frau abgeschoben wird, anstatt ihr jedes Mittel zur Seite zu stellen, um Duldung zu erhalten? Nicht jeder abgelehnte Asylantrag muss auch durchgesetzt werden. Andererseits, dass sollte nicht verschwiegen werden, gibt es sehr wohl Fälle, in denen der Staat härter durchgreifen muss. Aber das ist als Außenstehender auf Grundlage nüchterner Zahlen nur schwer zu entscheiden.
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Lübbecker Kreiszeitung / Westfalen-Blatt, 13.10.2015:
200 Betten in Notunterkunft
Lübbecke (WB). Zur Zeit werden in der Notunterkunft Lübbecke Feldbetten schrittweise durch Doppelstockbetten ersetzt, wie der Kreis berichtet. Anfang dieser Woche kann der Kreis damit eine Erhöhung der Kapazität auf 200 melden, weitere schrittweise Anhebungen sind - abhängig von der möglichen Erhöhung der Bettenzahl - im Laufe der Woche geplant.
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Neue Westfälische 14 - Lübbecke (Altkreis), 13.10.2015:
Zeltstadt-Entscheidung fällt Ende Oktober / Notunterkünfte: Bezirksregierung prüft neben Blasheimer Marktgelände weitere Standorte für bis zu 1.000 Flüchtlinge
Kreis bereitet sich auf mehr Menschen in der Jahn-Realschule vor
Von Frank Hartmann
Lübbecke. Die Bezirksregierung Detmold prüft noch, welche Flächen für die Notunterbringung von bis zu 1.000 Flüchtlingen in Frage kommen. Eine Entscheidung, ob es das Blasheimer Marktgelände oder ein anderer Standort wird, werde Ende Oktober getroffen. "Dann werden wir wissen, ob es der Blasheimer Markt wird", sagte gestern Andreas Moseke, Sprecher der Bezirksregierung Detmold, auf NW-Anfrage.
Obwohl Moseke keine Einzelheiten nannte, bezieht sich die Detmolder Prüfung anderer Standorte offenbar nicht auf den Kreis Minden-Lübbecke. Denn Kreis-Sprecherin Sabine Ohnesorge sagte gestern auf Nachfrage, derzeit lägen dem Kreis keine weiteren Anfragen zu neuen Unterkünften für Flüchtlinge vor.
Gleichwohl bereitet sich der Krisenstab auf weitere Zuweisungen vor. Ohnesorge: "Zur Zeit werden in der Notunterkunft Lübbecke Feldbetten schrittweise durch Doppelstockbetten ersetzt. Anfang dieser Woche kann der Kreis damit eine Erhöhung der Kapazität auf 200 melden, weitere schrittweise Anhebungen sind - abhängig von der möglichen Erhöhung der Bettenzahl - im Laufe der Woche geplant."
Aus Kreisen der Lübbecker Lokalpolitik war am Montag zu hören, die Entscheidung, die Jahn-Realschule wenige Tage nach der Bürgermeisterwahl zur Notunterkunft zu machen, könne "kein Zufall" gewesen sein. Zugleich hieß es, man habe "keinen Alarm" und "keine Stimmung gegen Flüchtlinge erzeugen" wollen. Deshalb hätten die Lübbecker Verwaltungsspitze und die Fraktionsvorsitzenden der im Stadtrat vertretenen Parteien sich darauf verständigt, über die Detmolder Anfrage wegen des Blasheimer Marktgeländes Stillschweigen zu bewahren. Außerdem wurde die Bereitschaft der Parteien bestätigt, die Stadt Lübbecke bei einer Klage zu unterstützen, falls die Bezirksregierung auf einer Zeltstadt in Blasheim besteht. Landrat Ralf Niermann hat Zelte bislang abgelehnt.
Darüber hinaus gibt es inzwischen Anzeichen dafür, dass in der Notunterkunft an der Jahnstraße nicht alles rund läuft. Laut Kreisverwaltung werden gleich nach ihrer Ankunft und auch während ihres Aufenthaltes die Bewohner der Notunterkunft regelmäßig in verschiedenen Sprachen und auch mit schriftlichen mehrsprachigen Hinweisen auf ein paar grundsätzliche Verhaltensgrundsätze hingewiesen. Dennoch entsprechen manche Zimmer nicht den Vorstellungen hiesiger Ordnung. Insbesondere die Hygiene in und neben den Toiletten lässt zu wünschen übrig. Die Sanitärräume werden, genau wie andere Räume der Schule, zwischen 8 Uhr morgens und 16 Uhr nachmittags gereinigt.
Die Notunterkünfte, darauf weist der Krisenstab des Kreises hin, seien kurzfristig eingerichtete Unterkünfte für Flüchtlinge, die als Übergangseinrichtungen vorgesehen sind. Die Menschen hätten sonst keine andere Bleibe und wären obdachlos.
Auf Grund der großen Anzahl der Flüchtlinge, die in den letzten Wochen nach Deutschland gekommen seien, würden die Kommunen und Kreise über die Bezirksregierungen des Landes NRW im Wege der Amtshilfe verpflichtet, Unterbringungsmöglichkeiten bereitzustellen. Erst dann würden die Flüchtlinge registriert und stellten offiziell einen Asylantrag. Die vor knapp drei Wochen in der Lübbecker Notunterkunft eingetroffenen Flüchtlinge sind noch nicht registriert.
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Neue Westfälische, 13.10.2015:
Zeltstadt-Entscheidung fällt Ende Oktober
Notunterkünfte: Bezirksregierung prüft neben Blasheimer Marktgelände weitere Standorte für bis zu 1.000 Flüchtlinge / Kreis bereitet sich auf mehr Menschen in der Jahn-Realschule vor
Von Frank Hartmann
Lübbecke. Die Bezirksregierung Detmold prüft noch, welche Flächen für die Notunterbringung von bis zu 1.000 Flüchtlingen in Frage kommen. Eine Entscheidung, ob es das Blasheimer Marktgelände in Lübbecke oder ein anderer Standort wird, werde Ende Oktober getroffen, sagte Andreas Moseke, Sprecher der Bezirksregierung Detmold.
Obwohl Moseke keine Einzelheiten nannte, bezieht sich die Detmolder Prüfung anderer Standorte offenbar nicht auf den Kreis Minden-Lübbecke. Denn Kreis-Sprecherin Sabine Ohnesorge sagte auf Nachfrage, derzeit lägen dem Kreis keine weiteren Anfragen zu neuen Unterkünften für Flüchtlinge vor.
Gleichwohl bereitet sich der Krisenstab auf weitere Zuweisungen vor. Ohnesorge: "Zur Zeit werden in der Notunterkunft Lübbecke Feldbetten schrittweise durch Doppelstockbetten ersetzt. Anfang dieser Woche kann der Kreis Minden-Lübbecke damit eine Erhöhung der Kapazität auf 200 melden, weitere schrittweise Anhebungen sind - abhängig von der möglichen Erhöhung der Bettenzahl - im Laufe der Woche geplant."
Aus Kreisen der Lübbecker Lokalpolitik war zu hören, die Entscheidung, die Jahn-Realschule wenige Tage nach der Bürgermeisterwahl zur Notunterkunft zu machen, könne "kein Zufall" gewesen sein. Zugleich hieß es, man habe "keinen Alarm" und "keine Stimmung gegen Flüchtlinge erzeugen" wollen.
Es gibt inzwischen auch Anzeichen dafür, dass in der Notunterkunft an der Jahnstraße nicht alles rund läuft. Laut Kreisverwaltung werden gleich nach ihrer Ankunft und auch während ihres Aufenthaltes die Bewohner der Notunterkunft regelmäßig in verschiedenen Sprachen und auch mit schriftlichen mehrsprachigen Hinweisen auf ein paar grundsätzliche Verhaltensgrundsätze hingewiesen. Dennoch entsprechen manche Zimmer nicht den Vorstellungen hiesiger Ordnung.
Die Notunterkünfte, darauf weist der Krisenstab des Kreises hin, seien kurzfristig eingerichtete Unterkünfte für Flüchtlinge, die als Übergangseinrichtungen vorgesehen sind. Die Menschen hätten sonst keine andere Bleibe und wären obdachlos.
Auf Grund der großen Anzahl der Flüchtlinge, die in den vergangenen Wochen nach Deutschland gekommen seien, würden die Kommunen und Kreise über die Bezirksregierungen des Landes NRW im Wege der Amtshilfe verpflichtet, Unterbringungsmöglichkeiten bereitzustellen. Erst dann würden die Flüchtlinge registriert und stellten offiziell einen Asylantrag.
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Neue Westfälische 09 - Herford, 13.10.2015:
CDU fordert Aufstockung des Ausländeramtes / Abschiebungen: Mehr Personal für Durchsetzung bestehender Ausreiseverpflichtungen
Kreis Herford (nw). Die CDU-Kreistagsfraktion fordert Landrat Christian Manz in einem Brief auf, die Anpassung der personellen Ausstattung kurzfristig vorzunehmen und damit die Voraussetzungen für die Durchsetzung bestehender Ausreiseverpflichtungen zu schaffen. Über die getroffenen Maßnahmen sei im Kreisausschuss zu berichten.
"Nach Auskunft der Verwaltung im Rahmen der letzten Sitzung des Ältestenrates leben derzeit im Zuständigkeitsbereich des Kreisausländeramtes etwa 1.200 Asylbewerber", heißt es aus Reihen der CDU.
Auf Grund der aktuellen Flüchtlingssituation müsse davon ausgegangen werden, dass die Zahl weiter ansteigen werde. Derzeit verstärke das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seine personelle Ausstattung deutlich, um einerseits den "Einstieg" in das Asylverfahren (Registrierung / ärztliche Untersuchung / Anhörung) und die Aufenthalte in den Notunterkünften und Zentralen Unterbringungseinrichtungen zu verkürzen und um andererseits durch schnellere Entscheidungen über die Asylanträge die Verfahrensdauer insgesamt deutlich zu reduzieren.
Aus Sicht der CDU-Kreistagsfraktion sei die schnelle Integration von Flüchtlingen, die hier ein Bleiberecht bekommen, von großer Bedeutung. Dieser gesellschaftliche Prozess könne aber nur mit einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung gelingen. "Vor diesem Hintergrund ist es auch wichtig, die Ausreisepflicht der Personen, denen kein Bleiberecht gewährt wird, also 60 bis 70 Prozent, konsequent umzusetzen."
Darüber hinaus entlaste eine zeitnahe Umsetzung der Ausreisepflicht die kreisangehörigen Städte und Gemeinden, die für die Sicherstellung des Lebensunterhaltes und die Unterbringung der Asylbewerber und abgelehnten Asylbewerber zuständig sind. Dabei unterstützt die CDU-Kreistagsfraktion ausdrücklich das bisherige Verfahren, in dem zunächst im Rahmen eines Ausreisegespräches auf eine freiwillige Ausreise hingewirkt wird.
"Wenn allerdings eine freiwillige Ausreise verweigert wird oder eine Mitwirkung der Ausreisepflichtigen nicht erfolgt, ist die Ausreisepflicht durch das Ausländeramt durchzusetzen. Hierbei sind auch Aktionen mit Signalwirkung, bei denen mehrere Ausreisepflichtige gleichzeitig abgeschoben werden, in Betracht zu ziehen", heißt es weiter.
Da sowohl die Ausreisegespräche als auch erforderliche Abschiebungen sehr zeitaufwendig seien, müsse die personelle Ausstattung des Ausländeramtes auf die neuen Anforderungen durch deutlich höhere Fallzahlen angepasst werden.
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Neue Westfälische 11 - Bünde, 13.10.2015:
Ein Zuhause auf Dauer
Flüchtlingshilfe: Bis zu 30 Flüchtlinge könnten bald in die Sporthalle Klosterbauerschaft einziehen - dauerhaft, bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag
Von Gerald Dunkel
Kirchlengern. Wo andere Kommunen Sporthallen lediglich als Erstaufnahmeeinrichtung zur Registrierung von Flüchtlingen nutzen, um sie von dort später an andere Einrichtungen weiterzuleiten, muss Kirchlengern die Halle in Klosterbauerschaft als längerfristigen Wohnraum einrichten. Wie berichtet, sind andere Unterbringungsmöglichkeiten erschöpft. Laut Uwe Dreifeld wird die Halle nicht auf einmal mit Flüchtlingen belegt werden, sondern nach und nach.
"Wir bekommen derzeit etwa 10 bis 15 Flüchtlinge pro Woche zugewiesen", sagt der Leiter des Fachbereichs Ordnung und Soziales. Auf die Sporthalle soll aber erst zurückgegriffen werden, wenn anderswo keine Möglichkeit mehr bestehe. Doch in unregelmäßigen Abständen meldeten sich Personen, die der Gemeinde privaten Wohnraum für Flüchtlinge anbieten würden. So meldete sich auch gestern erst ein Vermieter, der fünf bis sechs Wohnungen zur Verfügung stellen könne, so Dreifeld.
Die Gemeinde einigt sich mit dem Vermieter auf einen Mietpreis. Der Vertrag kommt dann zwischen der Familie, die dort einzieht, und dem Vermieter zustande. Die Gemeinde übernimmt die Mietzahlung. Diese Form der privaten Unterbringung unterstützt die Integration der Asylbewerber, die auf unbestimmte Zeit in Kirchlengern verbleiben werden. Der Anteil der privat untergebrachten Flüchtlinge ist in Kirchlengern signifikant höher als in anderen Kommunen. Von den zurzeit 195 Flüchtlingen leben 95 in privaten Wohnungen in der Gemeinde, 100 wohnen in Notunterkünften. "So lange wir immer noch die Möglichkeit haben, die Menschen in Wohnungen unterzubringen, wird in die Sporthalle in Klosterbauerschaft niemand einziehen", erklärt Uwe Dreifeld. Dennoch sind darin schon Bauzäune aufgestellt, die später einmal der Trennung von Bereichen dienen werden, um den Menschen, die dort auf unbestimmte Zeit einziehen, wenigstens ansatzweise Privatsphäre zu ermöglichen. In der gegenwärtigen Lage könnte es bedeuten, dass sie bis zum Abschluss ihres Asylantragsverfahrens dort bleiben müssen - in nicht seltenen Fällen sind das schon Jahre gewesen.
Sollten private Wohnungen angeboten werden, während sich schon Flüchtlinge in der Sporthalle befinden, würden zuerst die Familien dort wieder ausziehen.
Durch die anderweitige Nutzung der Sporthalle müssen sich aber auch einige Vereine mit der Situation arrangieren. Aktuell hängt sogar noch ein Schreiben der Gemeinde an beiden Eingangstüren, in denen darauf hingewiesen wird, dass die Halle in der Zeit vom 20. bis 25. Oktober wegen einer Veranstaltung des Rassegeflügelzuchtvereins Klosterbauerschaft nicht genutzt werden kann. Doch auch der musste sich für seine Geflügelschau am 24. und 25. Oktober kurzfristig nach einem alternativen Ausstellungsort umsehen, und hat ihn auch gefunden. So findet die Veranstaltung auf Homburgs Hof in den Hallen der Alttraktoren-Freunde, Oberbauerschafter Straße 101, statt.
Bildunterschrift: Ausweichort gefunden: Die Rassegeflügelzüchter aus Klosterbauerschaft werden nun auf die Hallen der Alttraktoren-Freunde ausweichen. Dieses Schreiben weist noch darauf hin, dass die Halle wegen einer Geflügelschau in der kommenden Woche gesperrt sein wird.
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Neue Westfälische 01 - Bielefeld West, 13.10.2015:
Wenn Flüchtlinge ohne Versicherung zum Arzt müssen
Medizinische Flüchtlingshilfe: Alle reden über die Flüchtlinge mit Asylantrag / Aber was macht ein Fremder, der in Bielefeld untergetaucht ist, wenn er krank ist? / Ehrenamtliche vermitteln Behandlungen für Menschen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis
Bielefeld (tab). Wenn Flüchtlinge zum Arzt müssen, tragen das Land und die Kommune die Kosten (die NW berichtete). Menschen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis befinden sich allerdings in einer schwierigeren Lage. Um sie kümmert sich seit 2008 die Medizinische Flüchtlingshilfe im Arbeitskreis Asyl.
Dort bieten Ehrenamtliche zu den üblichen ärztlichen Öffnungszeiten eine Telefonsprechstunde an. "Wir sind eine Vermittlungsstelle für Menschen, die keine Papiere haben", erklärt Viola Engels, die die Gruppe mit gegründet hat.
Im Krankheitsfall rufen die Betroffenen bei ihnen an. Von dem Angebot erfahren sie durch Mund-zu-Mund-Propaganda, sagt Engels. Dann versuchen die Ehrenamtlichen, sie an Ärzte zu vermitteln, die sie unentgeltlich behandeln. Oft würden sie mit ihrem Anliegen abgelehnt, berichtet Mirjam Schülle, die sich ehrenamtlich bei der medizinischen Flüchtlingshilfe engagiert. "Manchmal telefoniert man drei bis vier Stunden für einen Termin", sagt sie.
Pro Woche kämen etwa zwei Anfragen, im Jahr seien es 100. Ärzte hätten durch die Behandlung von Menschen ohne Papiere keinerlei Nachteile zu befürchten, erklärt sie. Es bestünde auch keine Auskunftspflicht. Laborkosten, Medikamente und Impfkosten versuchten sie, über Spenden abzudecken. Bei Operationen könne das schwierig werden.
Man geht davon aus, dass etwa ein Prozent der Bevölkerung ohne Papiere in Deutschland leben. Die Gründe dafür sind vielfältig: Bei einigen ist die Aufenthaltsgenehmigung ausgelaufen, andere haben sich nie registriert. Zwar stehen ihnen theoretisch über das Asylbewerberleistungsgesetz Sozialleistungen zu.
Pro Woche etwa zwei Anfragen
Würden sie die aber beim Sozialamt beantragen, so könnte ihnen eine Abschiebung drohen. Deshalb griffen die Menschen auf Selbstmedikation zurück oder meldeten sich bei der Flüchtlingshilfe, sagt Engels.
Doch bei der medizinischen Flüchtlingshilfe rufen auch Menschen mit gültigem Aufenthaltsstatus an. Einige befinden sich im Kirchenasyl. Andere kommen aus Balkan-Staaten, die Beitrittskandidaten der Europäischen Union sind.
Für sie nimmt der deutsche Staat an, dass sie über eine Krankenversicherung in ihren Herkunftsstaaten verfügen. "Die Anfragen von Menschen aus den so genannten "sicheren Herkunftsländern", also den Balkan-Staaten, haben zugenommen", sagt Schülle. "Die sollten dort eine Krankenversicherung haben oder haben dort eine, die aber de facto hier nicht funktioniert." Da machten sie keinen Unterschied und versuchten, auch solche Anfragen zu vermitteln, sagt Engels.
Einer der Ärzte, der sich ehrenamtlich in der Gruppe engagiert, ist der Gynäkologe Klaus Prillsch. "Als Bewohner dieses reichen Landes habe ich mich gefragt, was ich tun kann, um Flüchtlingen zu helfen", sagt der 69-Jährige. Seit sechs Monaten ist er bei den monatlichen Treffen und Beratungen dabei. Als Arzt im Ruhestand sei er auf die Infrastruktur und Organisation anderer medizinischer Einrichtungen angewiesen. Das mache eine Behandlung von Flüchtlingen zur Zeit schwer, sagt er.
"Engagement bei uns braucht einen langen Atem. Es ist nicht sofort umsetzbar wie eine Kleiderspende", sagt Engels. Man müsse sich einarbeiten. Bedarf bestehe vor allem an langfristig Engagierten und an Kontakten zu Ärzten, die zur unentgeltlichen Behandlung bereit seien, sagt sie.
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Bielefelder Zeitung / Westfalen-Blatt, 13.10.2015:
Wieder Flüchtlinge in Böllhoff-Halle
Bielefeld (WB). Die Böllhoff-Halle wird nach dem Windpockenfall und der darauf folgenden Desinfizierung wieder zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Am Wochenende waren dort 50 Menschen untergebracht. Insgesamt wurden in Bielefeld am Wochenende 797 Flüchtlinge beherbergt.
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Lippische Landes-Zeitung, 13.10.2015:
Heuwinkel: Wilbasen ist keine Option
Kreis Lippe (sew). In OWL werden fünf Standorte geprüft, an denen eine weitere Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge aufgebaut werden kann. Berichte, wonach das neue Industriegebiet in Belle oder das Wilbasen-Gelände im Gespräch sein sollen, kommentiert der Pressesprecher der Bezirksregierung, Andreas Moseke, nicht.
Landrat Friedel Heuwinkel hält die Einrichtung einer Zeltstadt auf dem Wilbasen-Gelände bei Blomberg aktuell allerdings für unwahrscheinlich. Sollte der Wilbaser Markt deswegen im kommenden Jahr ausfallen, hätte das negative Auswirkungen auf die Akzeptanz von Flüchtlingen in der Bevölkerung, so der scheidende Landrat.
Die Bezirksregierung will in der letzten Oktoberwoche eine Entscheidung treffen. Das Innenministerium hatte darum gebeten, weitere Plätze für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Die Mitarbeiter der Bezirksregierung prüfen laut Moseke derzeit fünf Flächen in OWL. Ein Kriterium sei die Infrastruktur. "Man muss sehen, mit welchem Aufwand man die Gegebenheiten vor Ort verändern muss", sagt Moseke. Für die Erstaufnahmeeinrichtung gelte, dass sie bei einer größeren Flüchtlingszahl, - ab 500 sei ideal - auch wirtschaftlicher zu betreiben sei. Der Verwaltungs- und Personalaufwand sei bezogen auf die Personenzahl geringer.
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Lippische Landes-Zeitung, 13.10.2015:
Samariter betreuen 35 Nationalitäten
Flüchtlinge in Lippe: Vor einem Jahr ist die Zentrale Unterkunft an der Adenauerstraße eröffnet worden / Die Zahl der Bewohner hat sich seitdem verdreifacht, und auch ansonsten hat sich einiges verändert
Von Jana Beckmann
Detmold. Im Büro des Arbeiter-Samariter-Bundes herrscht reger Betrieb. Auskünfte sind gefragt, und im Hintergrund klingelt schon wieder das Telefon. Hier ist der Stützpunkt von Tabea Beer und Tobias Bockermann, den Leitern der Zentralen Unterkunft an der Adenauerstraße, bei denen alle Fäden zusammenlaufen. Das Fazit nach einem Jahr fällt durchaus positiv aus.
"Aus dem totalen Chaos, das am Anfang geherrscht hat, ist mittlerweile ein geordnetes Chaos geworden", sagt Tabea Beer mit einem Augenzwinkern. Die 29-Jährige ist seit November dabei und hat die Entwicklung der Einrichtung, die der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) im Auftrag der Bezirksregierung Arnsberg betreut, fast vom ersten Tag an miterlebt.
Waren anfangs weniger als 200 Menschen in den früheren Briten-Wohnungen untergebracht, ist nun mit bis zu 600 Personen die Notbelegung erreicht. Drei bis fünf Wochen bleiben sie, bis sie auf die Kommunen verteilt werden.
Mit einem Mausklick öffnet Beer am Computer ein Portal, über das die Einrichtung täglich ihre freien Plätze meldet. Die Zentrale Ausländerbehörde in Bielefeld, eine der größeren Registrierungsstellen in NRW, weist ihr dann Flüchtlinge zu. Für diesen Tag wird noch ein Bus voller "Gäste", wie es im ASB-Jargon heißt, erwartet. Der Begriff "Flüchtling" wird vermieden, um die Menschen sprachlich nicht immer wieder in ihre Notsituation zu versetzen und stattdessen willkommen zu heißen - egal, woher sie kommen.
"Als wir das letzte Mal gezählt haben, waren es 35 Nationen, darunter vor allem Syrer - jetzt mehr Familien als Alleinreisende -, aber auch Asiaten, Menschen vom Balkan und aus Afrika. Anfangs hatten wir viele Nordafrikaner. Es ist interessant, wie sich die ganze Einrichtung über die Kulturgruppen verändert hat", sagt Beer.
Und noch etwas hat sich ihren Angaben zufolge verändert: Die Strukturen und Netzwerke seien besser geworden und auch die Organisation der Ehrenamtlichen. Neben den knapp 20 ASB-Mitarbeitern, die sich auch um die Verpflegung und das Medizinische Zentrum kümmern, gibt es rund 90 freiwillige Helfer. "Nach den ersten acht Wochen, als erstmals Gäste weiterverteilt worden sind, haben wir viele verloren, weil sie mit dem Wechsel nicht klar kamen", berichtet die 29-Jährige. Mittlerweile sei das Team jedoch zu einer Familie zusammengewachsen.
Und entsprechend breit ist auch das Angebot. Morgens nach dem Frühstück öffnen Spielgruppen und Kita, das Café Welcome bietet einen Treffpunkt, es gibt Bastel- und Fitnessangebote und vieles mehr. "Beschäftigung macht viel aus. Die Leute kommen traumatisiert hier an und wissen nicht, was mit ihren Familien ist. Da ist es gut, wenn sie Ablenkung haben, bevor es dann in die Kommunen geht und sie wieder warten müssen", sagt Beer. Fünf bis zwölf Monate dauere derzeit das Asylverfahren.
Konflikte gebe es natürlich trotzdem, ganz klar. Der ASB bemühe sich, die Beteiligten zusammen zu holen und Lösungen zu finden. Allerdings gebe es auch ganz klare Regeln. Wer dagegen verstoße, komme in eine andere Einrichtung.
Dann muss sie los. Vor der Tür wartet bereits ein Dolmetscher mit einem Ehepaar, das eine Frage hat. Abläufe sind zu koordinieren und später die neuen Gäste zu begrüßen.
Die Flüchtlingsunterkunft an der Adenauerstraße hat am morgigen Mittwoch von 10 bis 22 Uhr einen Tag der offenen Tür.
Bildunterschrift: Austausch: Die Einrichtungsleiter Tobias Bockermann (Mitte) und Tabea Beer sprechen in der Kantine mit einem ASB-Mitarbeiter, der gerade eine Leiste montiert. Regelmäßige Rundgänge, etwa zur Kontrolle des Brandschutzes, gehören mit zu ihren Aufgaben.
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