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Herforder Kreisanzeiger / Neue Westfälische , 19.11.2004 :

Grünes Licht für Gedenkplatten / Reliefs als "Erinnerung an Orte jüdischen Lebens"

Herford (kor). Der Kulturausschuss hat am Mittwoch einstimmig für ein privat zu finanzierendes Gedenkplatten-Projekt gestimmt, mit dem an 18 Stellen in der Stadt auf historische Orte jüdischen Lebens in Herford hingewiesen werden soll. Noch ungeklärt ist, ob die Platte, die an das Kaufhaus Herzfeld und dessen Verkauf an die Familie Klingenthal erinnert, angebracht werden kann.

Die 18 Reliefs wurden von Schülern des Wilhelm-Normann-Berufskollegs im Kunstunterricht entworfen, und sollen in Bronze gegossen und im kommenden Jahr vor den historischen Orten in den Bürgersteig eingelassen werden. Sie zeigen zumeist Geschäfte, Häuser und Straßen, die für das jüdische Leben seit dem Mittelalter Bedeutung hatten.

Laut Kunstlehrer Rolf Moosecker haben bereits einige Sponsoren mündlich ihre Unterstützung zugesagt. Das Projekt soll von einem Prospekt begleitet werden, der einen Rundgang empfiehlt und Begleittexte zu den Platten enthält.

Das noch in Frage stehende Herzfeld-Relief zeigt im Entwurf eine zeittypische Registierkasse mit leerer Schublade und den Kassen-Wert "3 Prozent". Sie soll das Schicksal der Famile Herzfeld aufgreifen, die ihr 1899 eröffnetes Textilhaus im Jahr 1933 auf Druck des Naziregimes an die befreundete Familie Klingenthal aus Paderborn verkaufte und auf Grund der damaligen Gesetzgebung nur drei Prozent des Verkaufswertes mit auf die Flucht nach Argentinien nehmen konnte.

In Kürze soll auf Anregung des Kulturausschuss-Vorsitzenden Hans-Jürgen Buder ein klärendes Gespräch über das Herzfeld-Relief zwischen Projektleiter Rolf Moosecker und der Klingenthal-Geschäftsleitung stattfinden.


lok-red.herford@neue-westfaelische.de

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