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Veranstaltungen / Nachrichten , 14.09.2013 :

Tages-Chronologie von Samstag, 14. September 2013

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Veranstaltungskalender:




- Samstag, 14. September 2013 ab 10.00 Uhr -


Protest gegen NPD-Kundgebung


Veranstaltungsort:

Stummrige Straße
37671 Höxter


Für den 14. September 2013 kündigt die "NPD Paderborn-Höxter" ("Die nationale Kraft in OWL!") unter dem Motto "Höxter gehört uns!" einen Stand mit Redebeiträgen in Höxter mit Claus Cremer, Vorsitzender des Landesverbandes NRW, an.

Fünfter Anlauf ...

Für den 11. Mai, 15. Juni, 13. Juli, 17. August und 14. September 2013 hat die NPD jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr einen Informationsstand in der Stummrige Straße in Höxter behördlich angemeldet. Der Kreisverband Höxter von Bündnis 90 / Die Grünen hat aus diesen Anlässen viermal von Mai bis August 2013 jeweils an einem eigenen Informationsstand mit bis zu 25 Beteiligten in der Stummrige Straße Aufklärungsmaterial gegen die extreme Rechte und den Neonazismus verteilt. Die NPD beobachtete an allen Tagen die Lage und baute an keinem der behördlich genehmigten Termine ihren Stand auf. Dementsprechend bitten die Initiatoren der extrem rechten Partei für den 14. September 2013 um "einen geordneten Ablauf" und "um Disziplin, denn eine große Anzahl an Gegendemonstranten wird wieder versuchen, unsere Aktionen zu stören". Für einen "geeigneten und würdigen Rahme" werden "alle Kameraden" gebeten, sich mit "Fahnen, Transparenten und Spruchbändern zu bestücken", die "gegen keine gültigen Gesetze verstoßen dürfen". Neben Claus Cremer werden als weitere Redner Martin Wibbeke aus Lichtenau und Marcel Haliti, Vorstandsmitglied der NPD in NRW aus Essen, angekündigt. Am 26. Juli 2013 hat der Wahlausschuss des Kreises Paderborn für den Wahlkreis 137 Paderborn - Gütersloh III Martin Wibbeke als Direktkandidat für die NPD zur Bundestagswahl 2013 zugelassen. Treffpunkt der landesweiten Mobilisierung der NPD ist um 9.00 Uhr am Rastplatz vor Höxter aus Richtung Paderborn kommend.

Stammtisch im Anschluss

"Um den erfolgreichen Tag gebührend zu beenden", kündigt die NPD im Anschluss an den Stand einen "Stammtisch" mit Bratwurst ("1,- (T)Euro!") an. Der Partei-Vorstand will dabei zudem "anlässlich eines runden Geburtstages ein ganzes Faß Bier ausgeben". Traditionell und offiziell durch das NPD-Organ "Deutsche Stimme" im Internet beworben, findet der "Stammtisch" in der Gaststätte "Südwall" in der Husener Straße 32 in Paderborn statt.


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- Samstag, 14. September 2013 um 11.30 Uhr -


Filmvorführung "Can’t Be Silent" (Deutschland 2013, 86 Minuten) - Matinée und kleiner Empfang mit der Regisseurin Julia Oelkers

- Weitere Vorführungen um 16.00 und 19.30 Uhr


Veranstaltungsort:

Filmhaus Bielefeld e.V.
August-Bebel-Straße 94
33602 Bielefeld

www.filmhaus-bielefeld.de


Julia Oelkers Film "Can’t Be Silent" dokumentiert die Entstehung und Geschichte der Band "Strom und Wasser feat. The Refugees". Der Musiker Heinz Ratz initiierte das Projekt, das sich aus musikalischen Talenten zusammensetzt, die als Geflüchtete nach Deutschland kamen. Beim Publikum bereits zu einer bekannten und beliebten Band gereift, geht es den Musikern vor allem darum, ein politisches Statement abzugeben und auf die deutsche Asylpolitik und den Umgang mit Geflüchteten in Deutschland aufmerksam zu machen.


1. Bielefelder Herbstakademie zum Thema Flucht und Migration

Eine Veranstaltung im Rahmen der 1. Bielefelder Herbstakademie zum Thema Flucht und Migration vom 8. bis 15. September 2013 im Internationalen Begegnungszentrum.

Laut UNO-Flüchtlingshilfe sind weltweit aktuell mehr als 43 Millionen Menschen auf der Flucht. Das Thema Umgang mit Geflüchteten wird in Deutschland kontrovers diskutiert, eine Diskussion, bei der es oft vor allem um die Unterbringungssituation und Zuwanderungszahlen geht. Dabei rücken die Geflüchteten und ihre Geschichten in den Hintergrund, obwohl viele von ihnen bundesweit auf ihre Situation aufmerksam machen.

Aus diesem Anlass findet die Herbstakademie statt. Sie mischt sich mit einem vielseitigen Programm in den öffentlichen Diskurs zum Thema Asylpolitik und Umgang mit Geflüchteten ein. Im Mittelpunkt stehen die Menschen mit Fluchterfahrung.


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- Samstag, 14. September 2013 um 14.00 Uhr -


Demonstration: Don‘t stop moving - Rassismus bekämpfen, Nazi-Strukturen zerschlagen

- Aktuelle Informationen: www.jako.blogsport.de


Auftaktkundgebung:

Ledenhof
49074 Osnabrück


Nazis gibt’s in jeder Stadt

Nazis gibt es überall, natürlich auch in Osnabrück. Sie besuchen hier Schulen, müssen zur Arbeit, feiern in Diskotheken / Kneipen und gehen ins Stadion. Die klassischen Nazis in Springerstiefeln und Bomberjacke sind nicht mehr weit verbreitet. Sowohl modisch, als auch thematisch versuchen sich Nazis in die Gesellschaft einzugliedern. Dies mit Erfolg, denn auch in Osnabrück ist es Nazis möglich, ihre Politik zu verbreiten, indem sie am alltäglichen Gesellschaftsleben ungehindert partizipieren können. Hierbei von einem Nazi-Problem, ähnlich wie in Emsdetten, Bückeburg oder Lingen zu sprechen, greift zu kurz und wäre überdies relativierend. Wenn beispielsweise in Bückeburg antifaschistische Menschen von Nazis mit Messern attackiert werden, oder gezielt mit Autos gesucht werden, sind das keine vergleichbaren Zustände. Doch sie sollten eine Warnung sein, denn rassistische Ideologie kann nur mit Gewalt einhergehen. Es sollte klar sein, dass der Populismus einer Partei wie der NPD lediglich dazu dienen soll, dies zu verschleiern. Nichts desto trotz bleibt der Rassismus der gleiche.

Bei den kommenden Wahlen werden auch in Osnabrück und im Landkreis wieder rechte PolitikerInnen zur Wahl stehen. Die NPD ist hierbei nur eine Partei von vielen, denn Parteien wie das FOB (Freies Osnabrücker Bündnis), Die Rechte und AfD (Alternative für Deutschland) sind nur einige ekelhafte Beispiele. Neben der offensichtlichen Beteiligung von Nazis an der Parteienlandschaft von Osnabrück agieren Nazis eben auch abseits der "offiziellen" Politik. So fallen auch immer wieder rechte Tendenzen, oder offener Rassismus im Rahmen von Fußballspielen des VFL Osnabrücks auf. Auch wenn die Mehrheit der VFL Fans keine Nazis sind, wurde beim letzten Derby in Münster von einigen Reisenden das "U-Bahn Lied" (" … U-Bahn von Auschwitz bis nach … ") gesungen. Auseinandersetzungen beim Fußball werden oft als typische Reibereien zwischen Fans wahrgenommen, obwohl hierbei auch politische GegnerInnen gezielt angegangen werden. Den Nazis spielt das in die Karten, denn ihre Ideologie wird hierbei nicht mehr hinterfragt, schlimmer noch, sie erfahren den Zusammenhalt in einer Gruppe, welche nicht explizit rechts sein muss. Eine ähnliche Verbundenheit findet sich auch in vielen anderen Bereichen wieder. Sowohl in Freundeskreisen und Vereinen als auch in diversen Gruppen und Zusammenhängen erwächst Sympathie für Nazis. Diese wiederum macht es möglich, dass Nazis auch innerhalb dieser Gruppen eine Sicherheit vermittelt bekommen, die zu einem offensiveren Auftreten führt. Unter diesem Auftreten haben dann in erster Linie Menschen zu leiden, die nicht in das absurde Weltbild der Nazis passen.

In Osnabrück gibt es dafür aktuell leider ein "gutes" Beispiel, denn in der Diskothek Hyde Park werden an praktisch jedem Wochenende genau solche Menschen von einer Gruppe Nazis schikaniert, bedroht und körperlich angegangen. Ähnliche Konflikte können selbstverständlich an praktisch allen Orten auftreten. Die Regelmäßigkeit, mit welcher der Hyde Park aber Schauplatz solcher Auseinandersetzungen ist, liegt darin begründet, dass es den BetreiberInnen des Hyde Parks scheinbar egal ist, was hier passiert. Auch wird der Konflikt entpolitisiert und damit seiner tatsächlichen Relevanz beraubt. Es handelt sich bei den beteiligten Personen aber nicht nur um sich prügelnde Jugendliche, sondern um Nazis. Dass diesen so ungestört Raum überlassen wird, darf nicht wissentlich ignoriert werden.

Bildet Banden …

Das hier fehlende Problembewusstsein macht es beinahe unmöglich, die Komplexität des tatsächlichen Problems zu erfassen. Praktizierter Rassismus von Nazis ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Der rassistische Normalzustand zeigt sich in vielen Momenten des alltäglichen Lebens und bietet Nazis Nährboden und Anknüpfungspunkte in die breite Gesellschaft.

In Diskotheken wie dem Alando Palais werden Menschen durch eine rassistische Türpolitik "aussortiert". Auch die Polizei führt rassistische Kontrollen durch, die sie mit Erfahrungswerten begründen möchte. Die äußeren Merkmale der von Rassismus betroffenen Personen sind hierbei ausschlaggebend, da diese einen kriminellen Hintergrund vermuten ließen. Dieses Vorurteil ist weder besonders neu, noch schwer als rassistisch zu entlarven. Vor 21 Jahren griff ein wütender Mob aus Nazis und BürgerInnen in Rostock-Lichtenhagen ein AsylbewerberInnenheim an und belagerten dieses über mehrere Tage. Getragen wurden die Angriffe durch eine aufgeheizte rassistische ­Stimmung, die maßgeblich durch Medien und Politik losgetreten wurde. Rostock-Lichtenhagen ist hier leider nur einer von vielen ähnlichen Vorfällen. Das Vorurteil, bei AsylbewerberInnen handele es sich um "SozialschmarotzerInnen" und "Kriminelle", motivierte in der gesamten Bundesrepublik Menschen zu Angriffen auf AsylbewerberInnen und Menschen, die für solche gehalten wurden. Die rassistische Meinungsmache führte damals zu der faktischen Aufhebung des Asylrechts durch die Politik.

Same shit, different day - Nothing changed

Die Brandanschläge endeten hierdurch allerdings nicht und auch heute bilden sie einen der Höhepunkte praktizierten Rassismus. Im April 2012 warf eine Gruppe Jugendlicher in Hopsten (Ibbenbüren) einen Brandsatz auf den Balkon eines Wohnhauses, in dem mehrere Menschen mit Migrationshintergrund lebten. Obwohl die TäterInnen bekannten, dass "AusländerInnen nichts in einem Dorf wie Hopsten zu suchen hätten", wurde ein rassistisches Tatmotiv nicht in Betracht gezogen, sondern stattdessen von einem Nachbarschaftsstreit gesprochen. Der zuständige Richter im Verfahren stellte verwundert fest, dass das angegriffene Haus ein "ganz normales" sei und nicht mit seiner Vorstellung "wie die so wohnen" übereinstimmte. (1)

So sehr es auch erschrecken mag, dass selbst VertreterInnen der Justiz so vorurteilsbeladen sind, so wenig alleine sind sie damit. Das Bild der "kriminellen AusländerInnen" ist weit in der Gesellschaft verbreitet und wird nicht zuletzt von PolitikerInnen und Medien mitgetragen. So bleibt der große Aufschrei meistens aus, wenn Geflüchtete aus anderen Ländern wieder abgeschoben werden sollen. Die Duldung, die diesen Menschen bis zur Abschiebung gewährt wird, ist dabei der blanke Hohn. Das eingepferchte Leben in Lagern, in denen sie von der Gesellschaft isoliert werden und so nur schwerlich Kontakte nach außen aufbauen können, sind dafür eines der prägnantesten Merkmale. Durch die Residenzpflicht, welche den Geflüchteten untersagt sich über das Bundesland hinaus zu bewegen und in nahe zu allen Fällen dem Verbot, Arbeit auszuüben, sind die Flüchtlinge kaum in der Lage, sich am Leben außerhalb des Lagers zu beteiligen. Diese Lager gibt es deutschlandweit und sie unterscheiden sich nur in Nuancen. In der unmittelbaren Nähe von Osnabrück, in Bramsche-Hesepe, befindet sich zur Zeit Deutschlands größtes Abschiebelager mit dem Schwerpunkt auf der "freiwilligen Ausreise". Bei der so genannten "freiwilligen Ausreise" wird den Flüchtlingen aufgezeigt, dass sie keine Möglichkeit haben, in Deutschland Fuß zu fassen und ihnen wird ein scheinbares Entgegenkommen offeriert, sofern sie denn "freiwillig" ausreisen würden. Durch die Abschottung der Flüchtlinge fehlt auch in diesen Fällen die Beratung durch AnwältInnen und so wurden schon einige Flüchtlinge wieder in die Länder "freiwillig" abgeschoben, aus denen sie einst vor Armut, Kriegen, Folter, o.ä. geflüchtet sind.

Zwar lenken Teile der Politik mittlerweile ein und erkennen die Unmenschlichkeit solcher Lager an, doch auch die "dezentrale Unterbringung" findet in Sammelunterkünften statt und birgt die Gefahr, Ziel von rassistischen Anfeindungen zu werden. Alleine nach Ankündigung einer dezentralen Unterbringung liefen in verschiedenen Städten BürgerInnen Sturm gegen die neuen NachbarInnen, da diese in ihren Augen eine Gefahr für das Zusammenleben darstellen würden. Durch solche rassistischen Mobilmachungen ist die Gefahr neuerlicher Pogrome gegeben. Hier tritt offen zur Schau, wie die Abschiebelager auf viele Teile der Gesellschaft wirken. Nicht wie Gefängnisse für unschuldige und aus der Not geflüchtete Menschen, sondern wie ein Schutz für die Gesellschaft vor eingereisten "Kriminellen" und "SozialschmarotzerInnen".

Sperrt sie alle in ein Lager, denn sie stören das System

Dieser suggerierte Schutz, den die Gesellschaft vor den "Fremden" brauche, ist aber kein deutsches Phänomen, sondern wird auch EU-weit praktiziert. An den Außengrenzen patrouillieren paramilitärische Verbünde, wie zum Beispiel die Grenzschutzagentur Frontex, welche verhindern sollen, dass Flüchtlinge in die EU-Staaten migrieren können. Der Tod der Flüchtlinge wird hierbei bereitwillig in Kauf genommen. Doch die Festung Europa ist nicht nur durch Flüchtlinge aus nicht-EU-Staaten "gefährdet". PolitikerInnen und Medien haben ihre Schuldigen für die letzte Finanzkrise in den "faulen Südländerinnen" gefunden. Deutschland hat schon früh eine führende Position im Kampf gegen die Finanzkrise übernommen und versucht die eigenen Interessen durch vermeintliche Rettungsschirme zu schützen und begünstigen. Letztendlich steht auch hinter dieser rassistischen Hetze die kapitalistische Verwertungslogik.

Der Kapitalismus ist Schuld, dass ihr so seid

In einem System, in dem die Kapitalkraft darüber entscheidet, welchen Stellenwert eine Person in der Gesellschaft einnimmt und die Konkurrenz zwischen Menschen über Erfolg entscheidet, sind Ausgrenzungsmechanismen so alltäglich, wie gewollt. Eine Bereicherung kann nur mit der Verarmung anderer einhergehen. Durch Leistungsdruck und das Absichern der eigenen Position innerhalb dieses Systems wird der Hass auf andere gefördert und es wird sich abgegrenzt, um zur vermeintlichen Mehrheit zu gehören. Rassismus ist dabei einer von vielen Ausgrenzungsmechanismen, die die eigene Anhäufung von Kapital sichern kann. Hierbei muss Rassismus nicht zwingend dem Kapitalismus unterstehen, denn auch ohne das Interesse an der Kapitalgenerierung können rassistische Interessen artikuliert und praktiziert werden. Genauso wie Kapitalismus nicht direkt dem Rassismus untersteht. Beides funktioniert aber gut miteinander und so ist es nicht verwunderlich, dass zur Rettung eines kapitalistischen Systems keine antirassistischen Positionen eingenommen werden. All zu leicht beschränken wir uns aber darauf, lediglich antikapitalistisch, beziehungsweise antirassistisch zu agieren und dabei das große Ganze aus den Augen zu verlieren. Jegliche Form der Ausgrenzung muss angegangen und aufgehoben werden um eine tatsächlich befreite Gesellschaft erreichen zu können.

we don‘t want a bottle of beer - we want the whole brewery

Der Ansatz wurde hier gerade skizziert, aber so einfach, wie es hier zu lesen ist, ist die Umsetzung und der Weg dorthin bei weitem nicht. Natürlich muss der Kapitalismus als System, welches auf Ausgrenzung basiert, abgelöst werden, doch bezüglich der Alternativen streiten sich auch die linken Strömungen noch. Auch sämtliche anderen Diskriminierungsformen müssen entschieden bekämpft werden. Solange diese aber von einem Großteil der Gesellschaft praktiziert werden, erscheint das Agieren dagegen wie Don Quijotes Kampf gegen Windmühlen. Zudem lassen sich die Ausgrenzungsmechanismen eben beinahe beliebig kombinieren und bedingen sich oft genug gegenseitig, so dass der beschworene Kampf "ums Ganze" zwar der richtige, aber auch der schwerste ist. Die Zielsetzung mutet zum jetzigen Zeitpunkt utopisch an und auch wenn es Sinn machen mag, für Utopien einzustehen und dieses Wort mit Vorstellungen und Leben zu füllen, so sollten wir nicht so unrealistisch sein, darüber hinaus zu vergessen, in welcher Gesellschaft und welchem System wir aktuell leben.

Wir wollen nicht ausblenden, dass jeder Teilbereichskampf und damit einhergehender Erfolg, auch ein Erfolg für alle davon betroffenen Menschen ist. Viel mehr ist es unsere Pflicht, jedeN zu unterstützen, der / die von Ausgrenzung betroffen ist. Die Erfolge auf dem Weg zur Erfüllung unserer Utopien müssen uns Motivation sein und nicht Hindernisse, da sie "nur" Teilerfolge sind. Wir dürfen nicht den Fehler begehen, uns durch das Ausmaß der Probleme lähmen zu lassen. Viel mehr ist jedeR gefragt, Engagement für andere und damit auch für sich zu artikulieren und Ausgrenzung zu verhindern.

Für dich! Für euch! Für uns!

(1) www.jako.blogsport.de/2012/11/26/brandanschlag-in-hopsten-urteil/

Jugend-Antifa Kreis Osnabrück (JAKO)


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- Samstag, 14. September 2013 von 14.00 bis 16.00 Uhr -


Ausstellung: "Herford gehört(e) dem Führer?" - Die Nazifizierung des Alltags im Raum Herford 1933 - 1939


Ausstellungsort:

Gedenk-, Dokumentations-
und Begegnungsstätte Zellentrakt
Rathausplatz 1
32052 Herford

www.zellentrakt.de


Ausstellungsdauer: 23. März bis 15. Dezember 2013, samstags und sonntags von 14.00 bis 16.00 Uhr.

- Führungen für Gruppen und Schulklassen nach Vereinbarung unter: info@zellentrakt.de


Aus Anlass der 80jährigen Wiederkehr der "Machtübernahme" wird in einer inszenierten Ausstellung mit zahlreichen Dokumenten, Fotografien, Berichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Originalexponaten aus der Region gezeigt werden, wie es nach der Machtergreifung gelang, die Mehrheit der Bevölkerung in Stadt und Kreis Herford dazu zu bringen, sich dem Regime anzupassen und keinen aktiven Widerstand entgegenzusetzen.

Dabei sollen der normale Alltag und die Eingriffe des NS-Regimes in diesem im Mittelpunkt stehen. In der Ausstellung sollen Faszination und Gewöhnung, Abstumpfung und aktives unkritisches Mittun, aber auch die Kehrseite der Verfolgung und Ausgrenzung aus der Gesellschaft thematisiert und erfahrbar gemacht werden.

Behandelt werden unter anderem:

- die Geschichte der NSDAP vor 1933,
- die Beeinflussung der Bürgerinnen und Bürger durch die Darstellung der Ereignisse der Jahre 1933 bis 1939 in der Presse,
- die "Gleichschaltung" der Verwaltungen,
- die Vernichtung der demokratischen Strukturen und Vereinigungen,
- die Organisation der NSDAP nach 1933 und ihre Durchdringung aller Lebensbereiche,
- die Indoktrinierung in den Schulen und Kindergärten,
- die Ausgrenzung jüdischer Kinder,
- die Einbeziehung der Jugend ins System von HJ und BDM,
- der ideologische Aufbau einer "Volksgemeinschaft" mit Feiern und Festen, Sammlungen, Sport, Siedlungsbau, Kultur und Medien,
- die Einbeziehung von Wirtschaft und Landwirtschaft in die NS-Wirtschaftsplanungen,
- die Verdrängung und Verfolgung von Jüdinnen und Juden aus Wirtschaft und Öffentlichkeit,
- die Drangsalierung und Verfolgung von politisch, religiös, gesundheitlich, "rassisch" und sozial "unpassenden" Menschen und
- die beginnende Militarisierung der Gesellschaft.

Das Kuratorium "Erinnern - Forschen - Gedenken" will damit einen öffentlichen und pädagogischen Beitrag für ein Verständnis des zeittypisch geprägten Verhaltens damals leisten, die Besucherinnen und Besucher (insbesondere Schülerinnen und Schülern) dafür sensibilisieren, welche Methoden ein diktatorisches Regime zur Gewinnung der Mehrheiten anwendet und wie aus heutiger Sicht dagegen gehandelt werden könnte.

- Recherche und Texte: Helge Diestelmeyer, Christoph Laue, Gestaltung: Elke Brunegraf


Zur Ausstellung erscheinen pädagogisches Begleitmaterialen, die im Zellentrakt erhältlich sind.


Gedenkstätte Zellentrakt

Die heutige Gedenkstätte Zellentrakt, das frühere Herforder Polizeigefängnis, war von 1933 bis 1945 ein Ort der Verfolgung und Angst auch für viele jüdische Menschen aus Herford auf dem Weg in die Lager und den Tod.


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- Samstag, 14. September 2013 um 15.00 Uhr -


Historischer Stadtspaziergang des Geschichtskreises: Vom Barackenlager zur Heinrich Drake Siedlung


Treffpunkt:

Erinnerungstafeln am Tannebergplatz
32339 Espelkamp


Keimzelle der Geschichte von Espelkamp ist eine Munitionsanstalt der Wehrmacht. Irgendwo abseits in Ostwestfalen liegen 60.000 Quadratmeter überdachter Raum zur Herstellung von Munition im Wald versteckt, die Werkshallen und Bunker mit Tarnnetzen überspannt. Eigentlich sollte hier von den russischen Kriegsgefangenen Giftgas produziert werden. Darum soll die so genannte "Muna" nach den Entmilitarisierungsbestimmungen des Potsdamer Abkommens als Kriegsanlage völlig zerstört werden. Aber bereits seit Juni 1945 beginnen die ersten Flüchtlinge in eben jenen Baracken zu hausen, in denen während des Krieges russische Kriegsgefangene untergebracht waren. Die Barackensiedlung nahe der Muna heißt im Volksmund auch nach dem Krieg noch "Klein Moskau".


Die Führung beginnt mit der Vorstellung der Geschichte des Barackenlagers an den Gedenktafeln. Auf dem Rundgang wird die Entstehung der Heinrich-Drake-Siedlung erläutert. Anschließend gibt es einen Überblick über das Barackenlager an einem Modell in der Ernst-Moritz-Arndt-Schule.


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- Samstag, 14. September 2013 von 15.00 bis 17.00 Uhr -


Ausstellung über die Geschichte der jüdischen Familie Frenkel


Ausstellungsort:

Dokumentations- und Begegnungsstätte
Frenkel-Haus
Echternstraße 70
32657 Lemgo

www.lemgo.net/3773.html


Neueröffnung der Dokumentations- und Begegnungsstätte Frenkel-Haus in Lemgo

Am 24. August 2012 wurde die neue Ausstellung der Dokumentations- und Begegnungsstätte Frenkel-Haus eröffnet. Im Zentrum der Ausstellung steht die Geschichte der jüdischen Familie Frenkel.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war die Geschichte der Familie Frenkel in Vergessenheit geraten. Mit ihrem Buch "Überleben" (1986) hat Karla Raveh, geb. Frenkel, an die Schicksale ihrer Eltern, Geschwister und Großeltern erinnert. Als Reaktion auf die große Resonanz, die das Buch gefunden hat, wurde 1988 im Erdgeschoß des Hauses die Dokumentations- und Begegnungsstätte eröffnet.

Nach mehr als zwanzig Jahren ist die Ausstellung im Jahre 2012 mit einem neuen Konzept grundlegend umgestaltet worden. Die neue biografische Ausstellung erzählt die Geschichte der jüdischen Familie Frenkel von der Zuwanderung nach Lemgo im Jahre 1862 bis zur Deportation im Jahre 1942.

Die Ausstellung stellt darüber hinaus die Biografie der Holocaust-Überlebenden und Zeitzeugin Karla Raveh vor, die in Tivon (Israel) und Lemgo lebt. Mit Filmen und Audiozeugnissen vermittelt sie einen Eindruck von der Persönlichkeit und dem Wirken dieser beeindruckenden Frau, die als Holocaust-Überlebende nach langen Jahren des Schweigens das Erzählen und Erinnern zu ihrer Lebensaufgabe gemacht hat.


Die Ausstellung im Frenkel-Haus ist jeweils am Samstag und Sonntag in der Zeit von 15.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Sonderöffnungen für Schulklassen und andere Gruppen sind nach Voranmeldung möglich. Das Städtische Museum bietet Führungen im Frenkel-Haus an, auch in Verbindung mit einer Stadtführung zur jüdischen Geschichte in Lemgo.


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- Samstag, 14. September 2013 ab 21.00 Uhr -


"I Like To Move It"-Party


Veranstaltungsort:

Internationales Begegnungszentrum
Friedenshaus e.V.
Teutoburger Straße 106
33607 Bielefeld

www.ibz-bielefeld.de


1. Bielefelder Herbstakademie zum Thema Flucht und Migration

Eine Party im Rahmen der 1. Bielefelder Herbstakademie zum Thema Flucht und Migration vom 8. bis 15. September 2013 im Internationalen Begegnungszentrum.

Laut UNO-Flüchtlingshilfe sind weltweit aktuell mehr als 43 Millionen Menschen auf der Flucht. Das Thema Umgang mit Geflüchteten wird in Deutschland kontrovers diskutiert, eine Diskussion, bei der es oft vor allem um die Unterbringungssituation und Zuwanderungszahlen geht. Dabei rücken die Geflüchteten und ihre Geschichten in den Hintergrund, obwohl viele von ihnen bundesweit auf ihre Situation aufmerksam machen.

Aus diesem Anlass findet die Herbstakademie statt. Sie mischt sich mit einem vielseitigen Programm in den öffentlichen Diskurs zum Thema Asylpolitik und Umgang mit Geflüchteten ein. Im Mittelpunkt stehen die Menschen mit Fluchterfahrung.

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Samstag, 14. September 2013


Vom 10. September bis 5. Oktober 2013 ist in der Rahdener St. Johannis-Kirche die Wanderausstellung des Jüdischen Museums Westfalen "Die Synagoge - Schnittpunkt jüdischen Lebens" zu sehen.

Am 8. September bot die Stadt Preußisch Oldendorf zum Tag des offenen Denkmals eine Führung über den jüdischen Friedhof Preußisch Oldendorf mit dem Stadthistoriker Dieter Besserer an.

Vom 18. bis 22. Oktober 2013 bieten die Kreisverbände Herford und Minden-Lübbecke der Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken eine Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald an.

Am 15. September 2013 erinnern der DGB-Kreisvorstand Herford, Arbeit und Leben im Kreis Herford und die Stadt Herford an dessen 69. Todestag dem Herforder Widerstandskämpfer Heiko Ploeger.

Am 11. September 2013 referierte Katharina Lustgarten beim Heimatverein der Stadt Rietberg zum Thema "Der jüdische Kalender, seine Feste und Feiertage und deren biblische Herkunft".

Am 15. September 2013 wird in der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945 die Sonderausstellung "Anpassung - Überleben - Widerstand. Künstler im Nationalsozialismus" eröffnet.

Für heute hatte die antisemitische "Europäische Aktion" um Bernhard Schaub, Rigolf Hennig und Ursula Haverbeck-Wetzel ein "Europa-Fest" im "deutschen Sprachraum" angekündigt.

Am 3. August 2013 fanden gegen den neonazistischen "Trauermarsch" beziehungsweise "8. Marsch der Ehre" in Bad Nenndorf vielfältige und erfolgreiche Proteste statt.

Heute führte die "NPD Paderborn-Höxter" ("Die nationale Kraft in OWL!") einen Stand mit Redebeiträgen in Höxter mit Claus Cremer, Vorsitzender des Landesverbandes NRW, unter lautstarken Protest durch.

Am 21. September 2013 lädt das AKE-Bildungswerk in Vlotho zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Gefährdet Sicherheit die Demokratie?" über die polizeiliche Durchsuchung des Bildungswerkes ein.

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Rahden: "Die Synagoge - Schnittpunkt jüdischen Lebens"

Vom 10. September bis 5. Oktober 2013 ist in der Rahdener St. Johannis-Kirche auf Initiative des "Arbeitskreises jüdisches Leben in Rahden" die Wanderausstellung des Jüdischen Museums Westfalen "Die Synagoge - Schnittpunkt jüdischen Lebens" zu sehen. Darüber berichtet heute, am 14. September 2013, das Westfalen-Blatt.

Aufgabe und Bedeutung

Diese Ausstellung erläutert Aufgabe und Bedeutung der Synagoge von ihren geschichtlichen Anfängen im Israel der Antike bis in die Gegenwart. Vorgestellt werden der räumliche Aufbau, wichtige Einrichtungsgegenstände sowie die Ämter in der Synagoge. An Hand einzelner Beispiele wird die Architektur dargestellt. Neben mittelalterlichen Synagogen aus Worms und Speyer werden Prachtbauten aus dem 19. und 20. Jahrhundert, aber auch schlichte Gebäude und Landsynagogen in die Darstellung einbezogen - soweit möglich, mit Beispielen aus Westfalen. Die von dem Historiker Thomas Ridder konzipierte Ausstellung umfasst 30 großformatige Bild- und Texttafeln (80 x 120 Zentimeter). Neben didaktisch aufbereiteten Texten zeigen die Tafeln circa 100 zum Teil farbige Abbildungen.

160. Jahrestag der Einweihung der Synagoge

Am 10. September 2012 fand in Rahden am "Platz der Synagoge" eine Gedenkstunde anlässlich des 160. Jahrestages der Einweihung statt.

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Preußisch Oldendorf: Führung über den jüdischen Friedhof

Am 8. September bot die Stadt Preußisch Oldendorf zum Tag des offenen Denkmals eine Führung über den jüdischen Friedhof Preußisch Oldendorf mit dem Stadthistoriker Dieter Besserer an. Darüber berichtet heute, am 14. September 2013, die Neue Westfälische.

Synagogengemeinde Preußisch Oldendorf

Der Friedhof wurde im Jahre 1740 durch den preußischen König Friedrich den Großen genehmigt und ist das einzige und letzte Kulturerbe der früheren Synagogengemeinde Preußisch Oldendorf, deren Wurzeln bis in das Jahr 1677 zurückreichen. Auf diesem Friedhof liegen frühere jüdische Bürgerinnen und Bürger von Preußisch Oldendorf und Holzhausen. Die einzigen realen und letzten Zeugnisse der einst blühenden Jüdischen Gemeinde stellen heute freilich nur noch die 57 Grabsteine mit historischen Grabinschriften auf dem Friedhof in Preußisch Oldendorf in einer Zeitspanne von 1740 bis 1937 dar. Die letzte jüdische Familie Georg Ehrlich musste im Oktober 1938 Preußisch Oldendorf verlassen. Der einzige jüdische Bürger von Preußisch Oldendorf, der den Holocaust überlebte, war der Schlachter und Kaufmann Alfred Ehrlich, der ein erschütterndes Dokument über die Zeit von 1933 bis 1945 hinterlassen hat: "12 Jahre nazistische Schreckensjahre" (Typoskript im Stadtarchiv Preußisch Oldendorf).

Grabsteine und Inschriften

Im Juni 2013 stellte das Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte e.V. die digitalisierten Grabsteine und Inschriften des jüdischen Friedhofs in Preußisch Oldendorf online.

Informationen unter: www.steinheim-institut.de

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Kreis Herford: Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald

Vom 18. bis 22. Oktober 2013 bieten die Kreisverbände Herford und Minden-Lübbecke der Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken eine Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald an. Darüber berichtet heute, am 14. September 2013, das Westfalen-Blatt.

Informationen unter: www.falken-herford.de

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Herford: Gedenkfeier zum 69. Jahrestag der Hinrichtung von Heiko Ploeger

Am 15. September 2013 erinnern der DGB-Kreisvorstand Herford, Arbeit und Leben im Kreis Herford und die Stadt Herford an dessen 69. Todestag dem Herforder Widerstandskämpfer Heiko Ploeger. Darüber berichtet heute, am 14. September 2013, Radio Herford.

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Rietberg: Der jüdische Kalender, seine Feste und Feiertage und deren biblische Herkunft

Am 11. September 2013 referierte Katharina Lustgarten von der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld beim Heimatverein der Stadt Rietberg zum Thema "Der jüdische Kalender, seine Feste und Feiertage und deren biblische Herkunft". Darüber berichtet heute, am 14. September 2013, die "Glocke".

Informationen unter:

www.heimatverein-rietberg.de
www.juedische-gemeinde-bielefeld.de
www.dig-bielefeld.de

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Büren-Wewelsburg: Künstler im Nationalsozialismus

Am 15. September 2013 wird in der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945 die Sonderausstellung "Anpassung - Überleben - Widerstand. Künstler im Nationalsozialismus" eröffnet. Darüber berichtet heute, am 14. September 2013, die Neue Westfälische.

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Verden / Fretterode: "Lesertreffen" der Holocaust-Leugner

Für den Zeitraum 13. bis 15. September 2013 wurde ein gemeinsames "Lesertreffen" der NS-apologetischen Zeitschrift "Volk in Bewegung - Der Reichsbote" und der antisemitischen "Stimme des Reiches" um die mehrfach verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho von dem 78-jährigen Rigolf Hennig aus Verden beworben.

"Europa-Fest" im "deutschen Sprachraum"

Für heute, den 14. September 2013, warb bereits seit längerem die antisemitische "Europäische Aktion" um Bernhard Schaub, Rigolf Hennig und Ursula Haverbeck-Wetzel ein "Europa-Fest" im "deutschen Sprachraum".

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Bad Nenndorf: Erfolgreicher Widerstand gegen neonazistischen "Trauermarsch"

Am 3. August 2013 fanden gegen den neonazistischen "Trauermarsch" beziehungsweise "8. Marsch der Ehre" in Bad Nenndorf vielfältige und erfolgreiche Proteste statt. Darüber berichtet heute, am 14. September 2013, der NDR.

Neonazis geben auf

Um 19.15 Uhr löste der Versammlungsleiter die neonazistische Zusammenrottung offiziell auf. Es ist das erste Mal seit 2006, dass der "Trauermarsch" nicht vor das Wincklerbad gekommen ist.

"Trauermarsch"-Akteure aus der Region

Die mehrfach rechtskräftig verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula-Haverbeck-Wetzel aus Vlotho hielt die Begrüßungsansprache, die Neonazis Daniel Bake aus Obernkirchen, Sascha Krolzig aus Bielefeld, Jan Zacharias aus Halle und Peter Hallmann aus Leopoldshöhe übernahmen organisatorische Aufgaben beim "8. Marsch der Ehre".

Informationen unter: www.bad-nenndorf-ist-bunt.com

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Höxter: NPD-Stand mit Claus Cremer

Heute, am 14. September 2013, führte die "NPD Paderborn-Höxter" ("Die nationale Kraft in OWL!") mit insgesamt 20 Teilnehmenden unter dem Motto "Höxter gehört uns!" einen Stand mit Redebeiträgen in Höxter mit Claus Cremer, Vorsitzender des Landesverbandes NRW, geschützt von einem großen Polizeiaufgebot und unter lautstarken Protest durch. Darüber berichtet aktuell Radio Hochstift.

Fünfter Anlauf ...

Für den 11. Mai, 15. Juni, 13. Juli, 17. August und 14. September 2013 hatte die NPD jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr einen Informationsstand in der Stummrige Straße in Höxter behördlich angemeldet. Der Kreisverband Höxter von Bündnis 90 / Die Grünen hatte aus diesen Anlässen viermal von Mai bis August 2013 jeweils an einem eigenen Informationsstand mit bis zu 25 Beteiligten in der Stummrige Straße Aufklärungsmaterial gegen die extreme Rechte und den Neonazismus verteilt. Die NPD beobachtete an allen Tagen die Lage und baute an keinem der behördlich genehmigten Termine ihren Stand auf. Dementsprechend baten die Initiatoren der extrem rechten Partei für den 14. September 2013 im Vorfeld um "einen geordneten Ablauf" und "um Disziplin, denn eine große Anzahl an Gegendemonstranten wird wieder versuchen, unsere Aktionen zu stören". Für einen "geeigneten und würdigen Rahme" wurden "alle Kameraden" gebeten, sich mit "Fahnen, Transparenten und Spruchbändern zu bestücken", die "gegen keine gültigen Gesetze verstoßen dürfen". Neben Claus Cremer traten als weitere Redner Martin Wibbeke aus Lichtenau und Marcel Haliti, Vorstandsmitglied der NPD in NRW aus Essen, auf. Am 26. Juli 2013 hatte der Wahlausschuss des Kreises Paderborn für den Wahlkreis 137 Paderborn - Gütersloh III Martin Wibbeke als Direktkandidat für die NPD zur Bundestagswahl 2013 zugelassen.

Stammtisch im Anschluss

"Um den erfolgreichen Tag gebührend zu beenden", kündigte die NPD im Anschluss an den Stand einen "Stammtisch" mit Bratwurst ("1,- (T)Euro!") an. Der Partei-Vorstand wolle dabei zudem "anlässlich eines runden Geburtstages ein ganzes Faß Bier ausgeben". Traditionell und offiziell durch das NPD-Organ "Deutsche Stimme" im Internet beworben, findet der "Stammtisch" in der Gaststätte "Südwall" in der Husener Straße 32 in Paderborn statt.

Konzert mit Frank Rennicke

Der "Kreisverband Ostwestfalen" der NPD bewirbt ein nicht datiertes Konzert mit dem Neonazi-Barden und Szene-Urgestein Frank Rennicke in "OWL", zu dem die Partei noch "ausführlich ... berichten und einladen" will. Zahlreiche Veröffentlichungen von Rennicke, der bereits zwei Mal für die NPD als Bundespräsident kandidierte, sind indiziert.

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Vlotho: Podiumsdiskussion nach Razzia

Am 21. September 2013 lädt das AKE-Bildungswerk in Vlotho zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Gefährdet Sicherheit die Demokratie? - Zivilgesellschaftliches Engagement mal staatlich gefördert, mal staatlich eingeschränkt" über die Durchsuchung des AKE-Bildungswerks durch Mitarbeitende des Landeskriminalamtes und des Polizeilichen Staatsschutzes für Ostwestfalen-Lippe am 26. Juni 2013 und die Folgen ein. Darüber berichtet heute, am 14. September 2013, die Neue Westfälische.

Informationen unter: www.ake-bildungswerk.de

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Rahdener Zeitung / Westfalen-Blatt, 14./15.09.2013:
"Synagoge nie vergessen" / Arbeitskreis erinnert mit Ausstellung an jüdisches Leben

Neue Westfälische 14 - Lübbecke (Altkreis), 14./15.09.2013:
Die unbequemen Monumente im Blick / Tag des offenen Denkmals macht auf geschichtsträchtige Denkmale aufmerksam: Führung über den jüdischen Friedhof

Herforder Kreisblatt / Westfalen-Blatt, 14./15.09.2013:
Fahrt nach Buchenwald

Radio Herford, 14.09.2013:
Gedenkfeier für Widerstandskämpfer

Gütersloher Volkszeitung / Die Glocke , 14./15.09.2013 :
Politisches bleibt einfach mal außen vor

Neue Westfälische 15 - Paderborn (Kreis), 14./15.09.2013:
Zwischen Anpassung und Widerstand / Sonderausstellung in der Wewelsburg zeigt vergessene Künstler im Nationalsozialismus

Norddeutscher Rundfunk, 14.09.2013:
Hetzrede belegt rechte Gewaltbereitschaft

Radio Hochstift, 14.09.2013:
Viele politische Infostände

Neue Westfälische 09 - Herford, 14./15.09.2013:
Diskussion über Sicherheit und Demokratie / Bildungswerk meldet sich mit Diskussionsrunde zurück

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Rahdener Zeitung / Westfalen-Blatt, 14./15.09.2013:

"Synagoge nie vergessen" / Arbeitskreis erinnert mit Ausstellung an jüdisches Leben

Von Elke Bösch

Rahden (WB). Religiöse tragende jüdische Musik erklingt. Schautafeln zeigen Synagogen, die der Davidstern schmückt. Doch all das ist nicht ein Ereignis in einem jüdischen Zentrum, sondern in einem evangelischen Gotteshaus.

Während des Dritten Reiches wäre es unvorstellbar gewesen, dass sich solche Szenen in einer christlichen Kirche abgespielt hätten. Damals hätte dies für die Initiatoren und für die Teilnehmer schlimmste Konsequenzen nach sich gezogen - bis hin zur Verschleppung ins Konzentrationslager oder gar die Todesstrafe, denn damals haben die Nazis die Synagogen nieder gebrannt Das gilt auch für das Gebäude in Rahden. Dass Synagoge und die jüdischen Mitbürger nicht in Vergessenheit geraten, dafür möchte der Arbeitskreis "Jüdisches Leben in Rahden" sorgen. Die Wanderausstellung "Synagoge - Schnittpunkt jüdischen Lebens" ist dazu ein weiterer Schritt. (Die Rahdener Zeitung berichtete ausführlich). Bereits im vergangenen Jahr wurde der Gedenkstein und sein Umfeld am ehemaligen Standort der Synagoge umgestaltet.

Die Ausstellung hat das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten zur Verfügung gestellt. Eröffnet wurde sie jetzt in der St.-Johannis-Kirche. Kurator Thomas Ridder aus Dorsten beschrieb Einrichtung, Nutzungen und Bedeutung der Synagogen. Er bezeichnete sie als Zentrum der Gemeinde, das nicht allein religiösen Zwecke diente. Zu sehen sind neben den Schautafeln aus Dorsten unter anderem auch zwei über die Synagoge in Rahden, die Brunhilde Meyer und Ursula Ester-Hartke gestaltet haben.

Pfarrer Stefan Thünemann betonte, dass es in Rahden zwar keine Synagoge mehr gebe, aber diese auch nicht vergessen worden sei. Für den Arbeitskreis ergriff Monika Büntemeyer das Wort. Sie erklärte, dass es Ziel sei, an die jüdischen Mitbürger zu erinnern, die fliehen mussten und oft in den KZ umgebracht wurden. Da es immer weniger Zeitzeugen gebe, bat sie diejenigen, die noch etwas wüssten, sich an den Arbeitskreis zu wenden. Büntemeyer bedankte sich bei Meier und Ester-Hartke für die Tafeln, die der Arbeitskreis gern der Stadt zur Verfügung stellen würde.

Besichtigt werden kann die Ausstellung bis zum 5. Oktober in der St.-Johannis-Kirche. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr. Da besonders die Jugend angesprochen werden soll, können sich Schulen auch für andere Zeiten anmelden.

Bildunterschrift: Der Kurator des Dorstener Museums, Thomas Ridder, hat während der Eröffnung über Synagogen referiert.

Bildunterschrift: Auf großes Interesse sind bei den Besuchern auch die beiden Schautafeln über die Rahdener Synagoge gestoßen.

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Neue Westfälische 14 - Lübbecke (Altkreis), 14./15.09.2013:

Die unbequemen Monumente im Blick / Tag des offenen Denkmals macht auf geschichtsträchtige Denkmale aufmerksam: Führung über den jüdischen Friedhof

Pr. Oldendorf (Jup). Wassermühlen, Herrenhäuser, Schlösser und viele weitere Bauwerke sind im Mühlenkreis allerorts zu bewundern. Das Motto des diesjährigen Tages des offenen Denkmals meinte ausdrücklich andere Monumente: "Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?" Dieter Besserer griff die Frage auf und bot am Denkmaltag eine Führung über den jüdischen Friedhof an.

Bei dem einstündigen Rundgang erfuhr die Besuchergruppe viel über das Leben und Leid der Juden im Mühlenkreis. 1740 war der Friedhof eröffnet worden. Friedrich der Große musste dies persönlich genehmigen.

Heute sind noch 57 Grabsteine zu sehen. Viele wurden in der Zeit des Nationalsozialismus beschädigt. Um 1952 / 53 wurde der verwüstete Friedhof restauriert, wobei viele Grabsteine in den Boden einzementiert wurden, so dass die unteren Zeilen mit den Datumsangaben an einigen Stellen nicht mehr zu lesen sind.

Segnende Hände deutlich zu erkennen

Besserer wies darauf hin, dass weitaus mehr Menschen auf dem Friedhof im Wald bestattet sind, als es Zeichen und Namen gebe: "Nur die Reichen konnten sich einen Grabstein leisten." Daher, so seine Schätzung, sei es durchaus möglich, dass bis zu 400 Personen auf der Fläche im Wald beigesetzt wurden.

Unter den 57, mehr oder weniger erhaltenen Grabsteinen, finden sich 21 mit hebräischen Inschriften. Sechs Grabsteine sind mit besonderen Symbolen versehen. Der älteste Grabstein stammt aus den Jahren 1741 / 1742. Die letzte Beisetzung ist auf das Jahr 1937 datiert.

Symbole, so Besserer, haben im Judentum eine große Bedeutung und Aussagekraft. Auf Grabsteinen eingemeißelt weisen sie auf Besonderheiten des Verstorbenen oder Inhalte des Glaubens hin. Die segnenden Hände erinnern an die Hände des Priestersegens und zeigen an, dass die Bestatteten und die Hinterbliebenen ihre Herkunft von den Priestern des Tempels herleiten. Auf dem Grabstein Nr. 11 von 1848: Philipp Cahen sind diese segnenden Hände deutlich zu erkennen.

Besserer wies während seiner Führung wiederholt auf die ehemals in Pr. Oldendorf lebenden jüdischen Bürger hin, deren Spuren sich auch heute noch im Stadtgebiet finden.

Im Jahr 2005 ist der jüdische Friedhof der Stadt Pr. Oldendorf in die Denkmalliste eingetragen worden.

Bildunterschrift: Spurensuche: Der ehemalige Ortsheimatpfleger Dieter Besserer (links) beschäftigt sich mit der Geschichte der Juden in der Region und bot auch eine Führung über den jüdischen Friedhof an.

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Herforder Kreisblatt / Westfalen-Blatt, 14./15.09.2013:

Fahrt nach Buchenwald

Herford (HK). Der sozialistische Kinder-und Jugendverband "Die Falken" bietet in den Herbstferien eine Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald an. Vom 18. bis zum 22. Oktober gibt es nach einem Einführungsseminar Führungen durch das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers und durch die Stadt Weimar. Die Unterbringung erfolgt in der Jugendbegegnungsstätte, die an der Gedenkstätte liegt. Die Teilnehmenden sollen im Alter von 16 bis 27 Jahren sein. Weitere Informationen unter Telefon 0521 / 3297560.

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Radio Herford, 14.09.2013:

Gedenkfeier für Widerstandskämpfer

In Gedenken an Heiko Ploeger findet morgen eine Kranzniederlegung statt. Damit wird der Herforder für seinen Widerstand gegen den Nationalsozialismus geehrt, durch den er zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Die Gedenkfeier findet morgen um 11 Uhr auf dem Friedhof "Zum ewigen Frieden" in Herford statt.

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Gütersloher Volkszeitung / Die Glocke , 14./15.09.2013 :

Politisches bleibt einfach mal außen vor

Rietberg (bv). "Er wohnte mit 30 noch bei seiner Mutter, sie hielt ihn für einen Gott, und er machte aus dem kleinen Laden seines Vaters einen Global Player." Für Katharina Lustgarten drei nicht ganz ernst gemeinte Gründe, warum Jesus ganz gewiss Jude war.

Die stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Bielefeld hat im Heimathaus die verschiedenen Aspekte des Judentums beleuchtet. Eingeladen hatte der Rietberger Heimatverein. Was aber macht das Judentum aus? Ist es nur eine Religion oder das Bewusstsein, ein gemeinsames Volk, eine Schicksalsgemeinschaft oder eben das auserwählte Volk zu sein? Die 45-Jährige glaubt an "ein bisschen was aus all diesen Zutaten". Typisch jüdisch sei für sie "die prickelnde Mischung aus Pragmatismus, eine sehr unromantische Weltsicht - die bestimmt mit der jahrhundertelangen Verfolgungsgeschichte zu tun hat - sowie ganz viel Seele und eine ordentliche Portion Humor und Selbstironie".

"Enorm vielfältig"

Mit seinen unterschiedlichen Strömungen sei das Judentum zudem enorm vielfältig. Die Ultraorthodoxie etwa - "in Europa leider zu einem Feindbild geworden, aber das Politische lassen wir an dieser Stelle mal weg" - stamme aus Osteuropa. Die typische Kleidung entspreche der polnischen Tracht des 17. Jahrhunderts. "Man muss schon sehr fromm sein, um in Israel im August einen Pelzhut zu tragen", sagt die studierte Germanistin und Judaistin, die nebenberuflich als Übersetzerin arbeitet. Bevor Katharina Lustgarten die Vortragstrilogie vor etwa 70 interessierten Zuhörern startete, verwies sie auf die nach ihren Worten beachtliche jüdische Geschichte in Rietberg und sprach daher gleichzeitig die Warnung aus: "Ich werde ganz viel nicht erzählen und ganz viel weglassen und überspringen, weil man es anders gar nicht machen kann." Im zweiten Themenschwerpunkt widmete sich die Referentin dem jüdischen Kalender mit seinen Festen und Feiertagen.

Liebe auf den ersten Blick

Katharina Lustgarten lebt mit ihrem Mann und den neunjährigen Zwillingen Rosa und Lilly seit sechs Jahren in Rietberg. Vor knapp drei Jahren hat die Familie aus Wiesbaden in der Emsstadt ein Eigenheim bezogen. "Ich habe zwar jüdische Vorfahren, bin aber nicht jüdisch geboren. Dieses Thema war in meiner Familie ein völliges Tabu", verrät sie im Gespräch mit der "Glocke". Erst als Teenager habe sie von ihren jüdischen Wurzeln erfahren und begonnen, sich mit dem Judentum auseinander zu setzen. Kurz darauf sei sie zum ersten Mal in Israel gewesen: "Es war Liebe auf den ersten Blick." Danach ist sie immer mal wieder dort hingeflogen. Nach der Heirat vor 14 Jahren ist sie zum Judentum konvertiert.

Bildunterschrift: Großes Interesse: Rund 70 Bürger waren ins Rietberger Heimathaus gekommen, um Katharina Lustgartens Vortrag zu hören.

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Neue Westfälische 15 - Paderborn (Kreis), 14./15.09.2013:

Zwischen Anpassung und Widerstand / Sonderausstellung in der Wewelsburg zeigt vergessene Künstler im Nationalsozialismus

Von Andreas Götte

Büren-Wewelsburg. Einige haben sich der NS-Doktrin angepasst, andere sind in die innere Emigration gegangen oder haben gar offen Widerstand in ihren Werken gezeigt. Künstler hatten es im Nationalsozialismus nicht einfach, ihren Weg zu finden.

Die Sonderausstellung "Anpassung - Überleben - Widerstand" im Burgsaal der Wewelsburg stellt angepasste und aktive Mitläufer der Nazis neben Künstler, die auf Distanz zum Regime gegangen sind oder emigrieren mussten, und zeigt auch deren unterschiedliche Lebenswege auf.

Kurator Klaus Kösters zeigt 80 Objekte von 30 Künstlern, die in Westfalen geboren wurden oder dort längere Zeit gelebt haben und möglichst einen Bezug zum Ausstellungsort hatten. So sind beispielsweise mehrere Bilder von der Wewelsburg zu sehen, die der Detmolder Maler Heinrich Rötteken im Auftrag von Himmler angefertigt hatte. "Welche Richtung damals die Künstler nahmen, hatte viel mit ihrem jeweiligen Milieu zu tun", erklärt Kösters.

Besonders spannende Werke

Vier Jahre lang hat der frühere wissenschaftliche Referent im LWL-Museumsamt für Westfalen für die Ausstellungsvorbereitung benötigt. "Viele Bilder hängen normalerweise im Wohnzimmer von Familienangehörigen der Künstler", sagt der Experte. Es gibt dazu wenig Katalogmaterial. Auch die Namen der Künstler musste Kösters mühsam herausfinden. "Ich habe mit den Familien gesprochen, nicht jede war angesichts des Themas von der Ausstellungsidee begeistert", schildert der Kurator.

Mit der Schau ist es möglich, einer vergessenen Generation von Künstlern einen Ort zu geben. Da ist beispielsweise Alfons Lütkoff, der am Vormittag die Nazi-Doktrin als Lehrer an seine Schüler weitergab und am Nachmittag verbotene surrealistische Bilder malte. Besonders spannend sind die Werke, denen man die versteckte Kritik am NS-Regime auf den ersten Blick gar nicht ansieht. Viele der Bilder werden der Öffentlichkeit zum ersten Mal präsentiert.

Zu den bekannteren Künstlerin gehören der aus Arnsberg stammende Fritz Cremer und der Lüdenscheider Paul Wieghardt, der auch Lehrer von Claes Oldenburg und Jackson Pollock war. Auch Werke von Fritz Duda sind im Burgsaal der Wewelsburg zu sehen, der als Widerstandskämpfer in den Untergrund gegangen war. Karl Schwesig hat NS-Folter und Verfolgung gezeichnet.

Spannend ist auch die Geschichte des aus Altona stammenden Malers Wilhelm Renfordt, der sogar NSDAP-Mitglied wurde, obwohl er nach eigener Aussage der Partei niemals nahe gestanden hatte.

Bei diesen unterschiedlichen Lebenswegen vermag selbst Kurator Kösters keine Unterteilung in "böse" und "gute" Kunstwerke vorzunehmen. Eine solche eindeutige Schwarz-Weiß-Malerei gibt es für den Experten nicht. Ihm ist es wichtig in der Ausstellung und auch im begleitenden rund 270 Seiten starken Katalog die Zwischentöne in den Werken zu erkennen.

Die Sonderausstellung "Anpassung - Überleben - Widerstand" wird an sechs verschiedenen Museumsorten in Westfalen mit wechselnden Kunstwerken gezeigt. Sie wurde im November im Stadtmuseum Münster eröffnet, bevor sie in Detmold gastierte. Nach Wewelsburg sind Iserlohn (Städtische Galerie), Lüdenscheid (Museen der Stadt) und Soest (Kunstmuseum Wilhelm-Morgner-Haus die nächsten Stationen.

Info / Öffnungszeiten

Die Sonderausstellung ist vom 15. September bis zum 24. November im Burgsaal der Wewelsburg zu sehen.

Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr.

Der Katalog (19,80 Euro) zur Ausstellung ist im Museumsshop erhältlich.

Öffentliche Führungen: Sonntag, 29. September, Donnerstag, 3. Oktober (jeweils 15 Uhr).

Werkstattgespräch: Sonntag, 10. November, 11 Uhr.

Vortrag "Künstler im Nationalsozialismus": Donnerstag, 14. November, 19 Uhr, Eintritt frei.

Bildunterschrift: Auftragsarbeit von Heinrich Himmler: Ausstellungskurator Klaus Kösters und die Leiterin des Kreismuseums, Kirsten John-Stucke, vor einem Wewelsburg-Motiv des Malers Ernst Rötteken.

Bildunterschrift: Zwei-Figuren-Gruppe: Eine Arbeit von Fritz Cremer.

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Norddeutscher Rundfunk, 14.09.2013:

Hetzrede belegt rechte Gewaltbereitschaft

14.09.2013 - 12.46 Uhr

Von Angelika Henkel und Stefan Schölermann

Reden von Neonazis sind oftmals gespickt mit Andeutungen von Gewalt. Für Medien gibt es in der Regel keinen Anlass, solchen Hetzrednern durch die Veröffentlichung ihrer Sprüche ein Forum zu bieten. Manchmal jedoch sind diese Reden so exemplarisch für die Geisteshaltung in der rechten Szene, dass es Gründe gibt, die Propaganda öffentlich zu machen.

NDR filmte rechte Hetze

Eine solche Aufnahme liegt der Redaktion des NDR-Projekts Der Norden schaut hin vor. Es handelt sich um ein Bild- und Tondokument, das von einer NDR-Kamera am 3. August im niedersächsischen Bad Nenndorf aufgenommen wurde. Aufgezeichnet wurde die Rede des Neonazi-Kameradschaftsanführers Dieter Riefling aus Niedersachsen. Riefling sprach zum Abschluss des so genannten Trauermarsches in der Kurstadt. Der Inhalt könnte auch bei einer erneuten Diskussion um ein Verbot der "Trauermärsche" eine Rolle spielen.

Politologe: Rieflings Rede besonders erschreckend

Es war eine Rede, in der Riefling unverhohlen zur Gewalt auch gegen Polizeibeamte aufrief, als er forderte: "Alle wehrfähigen Männer nach vorn." Der NDR hat die Ansprache dem Berliner Politologen und Rechtsextremismus-Experten Hajo Funke vorgespielt und ihn um eine Einschätzung gebeten. Funke meint, es sei eine entlarvende Hetzrede gewesen: "So klingt die furchtbare Melodie des braunen Terrors." Funke hat schon viele Ansprachen führender Neonazis anhören müssen - doch diese ist für den Professor besonders erschreckend: "Diese Agitation ist nichts anderes als Prä-Terror: "Wir bedrohen euch, wir versetzen euch in Angst und Schrecken, Polizisten und die, deren Orte und Wohnungen wir kennen" - das ist die Botschaft von Dieter Riefling."

Einpeitscher und Rädelsführer

Riefling ist seit Jahrzehnten in der rechten Szene aktiv, gilt als Einpeitscher und Rädelsführer. Hervorgetan hat er sich in den vergangenen Jahren durch den "Tag der deutschen Zukunft", einen Neonazi-Aufmarsch, der immer wieder im Juni bis zu 1.000 Neonazis auf den Plan ruft. Veranstaltungsorte waren bisher Pinneberg in Schleswig-Holstein, Braunschweig, Peine, Hamburg und Wolfsburg. Auch Funke kennt ihn seit vielen Jahren: "Riefling ist einer der ganz radikalen und gewaltorientierten Ideologen der rechtsextremen Szene. Es gibt nur wenige in der Republik, die noch radikaler agitieren und denken."

"Rede ist permanente Aufforderung zur Gewalt"

In der Bad Nenndorfer Rede des Neonazis sieht Funke auch verbotswürdige Inhalte: "Das ist eine permanente Aufforderung zu Gewalt gewesen. Er fordert die Polizei auf, mit brutalen Mitteln vorzugehen, den Blockierern die Finger abzuschneiden. Riefling kennt keine Grenze."

Zwar erkennt der Politikprofessor in der aggressiven Rhetorik des Neonazis durchaus wahnhafte Züge - doch das mindere nicht dessen Gefährlichkeit: "Wenn junge Leute sich davon anziehen lassen, dann ist Gefahr im Verzug. Denn dann ist jede Eskalation, in der man dann zuschlagen kann und sich dann womöglich dafür feiern lässt, ein weiterer Schritt in Richtung auf eine Art Alltagsterror." In Bad Nenndorf hatte Riefling mehr als 200 Zuhörer, die ihm fanatisch applaudierten.

Ziel: Angst und Schrecken verbreiten

Es sei das Ziel von Rednern wie Riefling, Angst und Schrecken zu verbreiten, sagt Funke. Dies stelle zwar nicht die gesellschaftliche Ordnung als Ganzes infrage, sei aber eine Gefahr für den inneren Frieden. Wenn ein Redner fordere "alle wehrfähigen Männer nach vorn" - dann sei das Ausdruck eines inbrünstigen Verlangens nach Gewalt. Funke spricht von einer "furchtbaren Gewaltmusik". Allerdings betont der Politikprofessor, dass die Rede Rieflings auch eine offenkundige Beschränktheit zum Ausdruck bringe.

Wincklerbad in Bad Nenndorf

Dreh- und Angelpunkt des rechten Interesses an Bad Nenndorf ist das Wincklerbad. Britische Besatzungssoldaten nutzten das Bad von 1945 bis 1947 als Internierungslager für NS-Schergen und mutmaßliche Kriegsverbrecher. Es kam dort auch zu Misshandlungen ehemaliger Wehrmachtssoldaten. Großbritannien entschuldigte sich dafür später. Nach der Auflösung der Grabstätte des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß im oberfränkischen Wunsiedel im Juli 2011 gilt Bad Nenndorf als einer der letzten rechten "Wallfahrtsorte". Mit ihrem "Trauermarsch" wollen die Neonazis an die Opfer des Vorgehens der Alliierten erinnern.

Bildunterschrift: In seiner Rede vom 3. August 2013 nutzt der Neonazi Dieter Riefling eine aggressive Rhetorik. Hier ist er bei einem Aufmarsch in Berlin 2010 zu sehen.

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Radio Hochstift, 14.09.2013:

Viele politische Infostände

Mehrere politische Informationsstände werden die Polizei in Höxter heute Vormittag auf Trab halten. Für die Zeit zwischen 10 und 12 Uhr hat die rechtsextreme NPD einen Infostand in der Höxteraner Innenstadt angemeldet. Das Motto der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands: "Höxter gehört uns". Nur 200 Meter entfernt wollen die Grünen ihren Stand aufbauen. Das erhöhte Polizei-Aufgebot soll potentielle Auseinandersetzungen verhindern.

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Neue Westfälische 09 - Herford, 14./15.09.2013:

Diskussion über Sicherheit und Demokratie / Bildungswerk meldet sich mit Diskussionsrunde zurück

Herford / Vlotho. Das AKE-Bildungswerk lädt ein zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Gefährdet Sicherheit die Demokratie? - Zivilgesellschaftliches Engagement mal staatlich gefördert, mal staatlich eingeschränkt" am Samstag, 21. September, um 14.30 Uhr im Gesamteuropäischen Studienwerk (GESW) in Vlotho.

Auf dem Podium sitzen Kevin Price (Digitalcourage - ehemals FoeBuD), Berthold Keunecke (Pfarrer), Dr. Zübeyde Duyar (Rechtsanwältin, Arbeitskreis Asyl Bielefeld) und Sebastian Nickel (Rechtsanwalt, Bielefeld). Die Moderation hat Heidrun Kaiser, Leiterin des LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho.

Mit der Veranstaltung meldet sich das Bildungswerk zurück, nachdem am 26. Juni Räume vom Landeskriminalamt (LKA) durchsucht worden waren. Anlass war, dass eine Kursleitende verdächtigt wurde, eine linke "terroristische Vereinigung im Ausland" zu unterstützen. Obwohl es keine Vorwürfe gegen das AKE gegeben habe, so das Bildungswerk, habe das LKA umfangreiches Material beschlagnahmt, darunter sämtliche Kursunterlagen seit 2002. Infos: info@ake-bildungswerk.de.

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info@hiergeblieben.de

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