Mindener Tageblatt ,
05.02.2010 :
Am Sonntag läuft Wahl zum Integrationsrat / Fünf Listen und drei Einzelbewerber kandidieren für zehn Sitze in neu geschaffenem 15-köpfigen Gremium
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( ... ) Republikaner will bei Integration mitmischen ( ... ) Dieter Pelick tritt als Einzelbewerber zur Integrationsratswahl an. Er engagiert sich seit zehn Jahren in der Politik. Seit Oktober vertritt er die Republikaner in der Stadtverordnetenversammlung. Nach eigener Aussage ist es sein Anliegen, in Minden ein Miteinander der Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern zu schaffen, damit keine Parallelgesellschaften in der Stadt entstehen. ( ... )
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Minden (mt/lkp). Kommunen mit mindestens 5.000 ausländischen Einwohnern müssen einen Integrationsrat bilden. Das schreibt die geänderte Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen vor. Am Sonntag, 7. Februar, werden in Minden zehn der 15 Sitze dieses Gremiums gewählt.
Weitere fünf Sitze bestimmt der Stadtrat aus seiner Mitte. Der Integrationsrat ersetzt den bisherigen Ausländerbeirat und befasst sich mit allen Fragen der Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Minden. Zur Wahl stehen fünf Listen mit mehreren Kandidaten sowie drei Einzelbewerber, die im Folgenden in der Reihenfolge ihres Erscheinens auf dem Stimmzettel vorgestellt werden.
Republikaner will bei Integration mitmischen
Die Liste "Africa" besteht aus den fünf Kandidaten Christian Nwosuagwu, Gibrill Turay, Claude Kamwa, Godwin Fred und James Ijioma. Gibrill Turay, der ursprünglich aus Sierra Leone stammt und seit 1995 in Minden lebt, begründet die Kandidatur der Gruppe: "Für uns stellt der Integrationsrat eine gute Möglichkeit dar, um in der Region mitzuwirken."
Dieter Pelick tritt als Einzelbewerber zur Integrationsratswahl an. Er engagiert sich seit zehn Jahren in der Politik. Seit Oktober vertritt er die Republikaner in der Stadtverordnetenversammlung. Nach eigener Aussage ist es sein Anliegen, in Minden ein Miteinander der Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern zu schaffen, damit keine Parallelgesellschaften in der Stadt entstehen.
Unter dem Namen Liste "Globus" bewerben sich die Studentinnen Diana Feuerriegel und Oksana Herdt sowie die Wirtschaftswissenschaftlerin Elena Ens. "Wir möchten die Situation der Migrantinnen und Migranten in verschiedenen Institutionen wie Schule, Ausbildung, Beruf und Wohnen verbessern", erklärt Feuerriegel. Wichtig ist den jungen Frauen, die gebürtig aus Russland und Armenien stammen, vor allem ein gleichberechtigtes Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft.
Die Einzelbewerberin Margarita Jachmann, die als Erzieherin arbeitet, engagiert sich bereits seit zehn Jahren im Ausländerbeirat der Stadt Minden sowie bei kulturellen und sportlichen Veranstaltungen. Das Anliegen der gebürtigen Russin für die Arbeit im Integrationsrat ist es, dass sich die Menschen, die aus einem fremden Land nach Minden kommen, in der Stadt "zu Hause" fühlen.
Listen mit Bewerbern aus Syrien, Libanon und Türkei
Die Liste "Midiya" besteht aus vier Kandidaten, die ihre ursprüngliche Herkunft in Syrien haben: Hasan Akalin, Kameran Ebrahim, Dilowan Mirza und Asmi Al Houssin. "Wir wollen eine Art `Vermittlungsstelle` zwischen den Menschen aus Deutschland und anderen Ländern sein", begründet der Dolmetscher Kameran Ebrahim die Kandidatur der Gruppe. Die vier Syrer arbeiten bereits im Mindener "Midiya-Verein" zusammen.
Die drei Bewerberinnen der Liste "Stimme für alle" stammen gebürtig aus dem Libanon. Die Kandidatinnen Amal Hamdan, Jamal El Batal und Batul Badran möchten, wenn sie in den Integrationsrat gewählt werden, zur Vermittlung zwischen den verschiedenen Kulturen und zu einer besseren Integration von ausländischen Mitbürgern in Minden beitragen.
Für die "Internationale Liste" kandidieren sechs Bewerber, die ihre ursprüngliche Herkunft in der Türkei haben:
Suna Arslan, Alper Ergin, Ümit Tuncel, Timur Altiok, Halil Gedik und Abdurrahman Tezcan. "Unser Ziel für den Integrationsrat ist es, dabei zu helfen, dass die Menschen in Minden gut zusammenleben, egal welche Herkunft sie haben", so der Diplom-Ingenieur Ümit Tuncel. "Außerdem wollen wir die Migranten in unserer Stadt unterstützen und ihnen helfen, wenn sie in Not sind", ergänzt Suna Arslan.
Fatma Daldal kandidiert am 7. Februar als Einzelbewerberin. Die Hausfrau arbeitet ehrenamtlich als Bildungsbeauftragte für Migrantenselbstorganisation und war bereits zweimal Mitglied im Ausländerbeirat. Sie wanderte 1974 von der Türkei nach Deutschland aus.
Integrationsratswahl
Erstmals wählen in Minden lebende Ausländer zehn Mitglieder des 15-köpfigen Integrationsrates. Wahlberechtigt sind rund 4.200 Mindener ohne deutsche Staatsbürgerschaft.
Gewählt wird am Sonntag, 7. Februar, im Bürgerbüro der Stadt Minden, Eingang Großer Domhof 2, in der Zeit von 8 bis 18 Uhr. Die Stimmen werden unmittelbar nach Ende der Wahlzeit ausgezählt.
Die Wähler sollten ihre Wahlbenachrichtigungskarte und einen amtlichen Personalausweis, einen gültigen Identitätsausweis oder ihren Reisepass mitbringen, sich ausweisen zu können.
Bildunterschrift: Viele Kandidaten bewerben sich für einen Sitz im Integrationsrat der Stadt Minden. Im Bild von links: Die Einzelbewerberinnen Fatma Daldal und Margarita Jachmann, Bewerber der "Internationalen Liste", der Liste "Globus" und der Liste "Stimme für Alle". Im Hintergrund: die Bewerber der Liste "Africa" und der Einzelbewerber Dieter Pelick.
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