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Bielefelder Tageblatt (OH) / Neue Westfälische , 06.03.2009 :

Gedenkbuch der Nazi- und Kriegsopfer im Druck / Heimat- und Geschichtsverein Heepen blickt auf erfolgreiches Jahr zurück

Von Frank Bell

Heepen. Auf eine Menge erfolgreich geleistete Arbeit im abgelaufenen Jahr blickt der Heimat- und Geschichtsverein Heepen zurück. Ein langjähriges Projekt geht derweilen seinem Ende entgegen: "Wir haben das Gedenkbuch der Opfer zwischen 1939 und 1945 im Kirchspiel Heepen von 345 Personen auf insgesamt 844 Personen erweitert", sagte Vorsitzender Gerd Pottmann bei einem erstaunten Raunen in der Generalversammlung im Hotel Klusmeyer. Die 499 Nachträge seien jetzt im Druck. "Dazu zählen Paul-Gerhard Minner und ich auch die 14 Opfer der Nazi-Gewalt, 13 Zwangsarbeiter, die im Kirchspiel Heepen zu Tode kamen und acht junge Briten im Alter von 18 bis 23 Jahren, die in ihrem Bomber an der Kammerratsheide abgeschossen worden waren." Pottmann, dessen Engagement und Enthusiasmus für die Arbeit im Heimatverein beim Jahresbericht deutlich spürbar war, dankte Stadtarchiv-Leiter Dr. Jochen Rath für die Unterstützung bei der Suche nach den Namen der englischen Bomber-Besatzung.

Minner und Pottmann hatten mit Hilfe des Altenhagener Heimatvereins Vorsitzenden Werner Maluk 14 Opfer des Nazi-Terrors im Kirchspiel Heepen (Heepen, Brönninghausen, Altenhagen, Kammerratsheide, Baumheide, Milse und Oldentrup) ausfindig gemacht. Gesetzt wurden im vergangenen Jahr Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig für Frieda und Heinrich Homann (Ortschmiedeweg), Fritz Bockhorst und Paul Hülsmann (Kammerratsheide). Am Montag hatte Demnig Steine gesetzt für Lina und August Beckmann, Friederika und Gustav Horstbrink (Altenhagen) sowie für Gustav Milse (Kammerratsheide, die NW berichtete).

Es fehlen noch Gustav Doerth, Johanne Horstmann, Adolf Kampmeier, Wilma Kötter und Adolf Schmidtpott. Pottmann verwies auf die Bielefelder Stolperstein-Initiatorinnen Eva Hartog und Christiane Biermann, die zur Finanzierung der Steine Sponsoren suchen.

Zufrieden zeigte sich Pottmann mit den leicht veränderten Räumen in der Alten Vogtei. So hat der Immobilien-Service-betrieb (ISB) der Stadt die Räume 2 und 3 renoviert, Parkett verlegt und Wände gestrichen. Der erste Raum soll in Kürze als Dauerausstellung hergerichtet werden, die Besucher der Vogtei (Hochzeitsgäste, Galerie, Stadtteilbibliothek) ohne Aufsicht ansehen können. "Dazu wird noch eine verschließbare Glastür zu Raum 2 eingesetzt." Dort sind Bücher und Schriftgut untergebracht, in Raum 3 lagert das Fotoarchiv.

Froh ist Pottmann über eine Einigung mit der Friedhofsverwaltung zur Sicherstellung historisch bedeutender Heeper Grabsteine. Er verwies auch auf die Sicherstellung des Torbalken Stratmanns und der drei Namenstafeln der Kriegstoten von 1864, 66 und 70/71, des Allianz-Wappens der Eheleute von Grest aus dem Jahr 1704. Dieses Jahr will der Verein die Restaurierung der Grabplatte von Pastor Fürstenau angehen. "Dazu ist es wichtig, dass wir die Gemeinnützigkeit erlangen", sagte Pottmann.

Bildunterschrift: Vorstand und Geehrte: Gerd Pottmann (Vorsitzender), Angelika Heidemann (neue Kassiererin), Gisela Laarmann (dritte Wanderwartin), Christoph Generotzky (Kassenprüfer), Wilhelm Krüger (ausgeschiedenes langjähriges Beiratsmitglied), Wilhelm Speer (neuer Beirat), Paul-Gerhard Minner (stellvertretender Vorsitzender) und Reinhold Haupt (Mitglied seit 25 Jahren, v. l.).


lok-red.bielefeld@neue-westfaelische.de

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