Die Glocke ,
04.03.2004 :
Übergangswohnheim am Knäppken / "Der bauliche Zustand ist unhaltbar"
Walstedde (jüo). Da klappte selbst gestandenen Kommunalpolitikern der Unterkiefer herab: Alison Kreuzer, auf Einladung des Sozialauschusses als Referentin zur Gast, berichtete gestern von unhaltbaren baulichen Mängeln am Übergangswohnheim im Walstedder Knäppken. Eigentlich wollte die DAF-Vorsitzende im 15. Jahr nach der Gründung des Vereines über die Betreuungsarbeit des Deutsch-Ausländischen-Freundeskreises in allen Stadtteilen sprechen: "Die Arbeit ist nicht leicht gewesen, aber die Zusammenarbeit mit der Stadt ist wesentlich besser geworden." Doch dann ging Kreuzer auf die Situation der Flüchtlinge, Asylbewerber und Aussiedler aus ihrer Sicht ein, wobei der Knackpunkt schließlich im baulichen Zustand der vier Wohneinheiten im Knäppken liegt. Eine Liste mit teils sehr gravierenden Baumängeln an den seit zehn Jahren zum Jahrespreis von 70.000 Euro angemieteten Häusern verlas Alison Kreuzer, was schließlich die Ausschussmitglieder bald auf die Palme brachte: "Da ist nicht die Stadt, sondern der Vermieter gefragt", war die Meinung vor allem von Josef Waldmann und Heinz Töns (CDU). Beide wollten nach längerer Diskussion den Ausstieg aus dem Vertrag geregelt wissen - auch vor dem Hintergrund deutlich zurückgegangener Aufnahmezahlen. Für die Verwaltung bestätigte der Erste Beigeordnete Paul Berlage, dass ein Ausstieg möglicherweise Ende des Jahres erfolgen könne. Eine Verlegung der Bewohner auf die Häuser in Ameke und Rinkerode sei wohl eher kein Problem.
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