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Ahlener Zeitung , 30.12.2005 :

Flüchtlingsarbeit wird stark eingeschränkt

Ahlen (D.Hat.). Die Flüchtlingsberatungsstelle im Bürgerzentrum Schuhfabrik schränkt ihren Betrieb ab Januar deutlich ein. Künftig ist die Beratungsstelle nur noch einmal in der Woche, nämlich donnerstags von 16 bis 18 Uhr, besetzt. Damit endet auch die Tätigkeit von Sabine Weilandt, die die Aufgabe am 1. Juli des vergangenen Jahres von Marlies Isernhinke übernommen hatte. Das teilte Büz-Geschäftsführerin Christiane Busmann gestern mit.

Busmann begründete diese Einschränkung mit den angekündigten Zuschusskürzungen in Höhe von 20 Prozent im Sozialbereich durch die Landesregierung. Einen finanziellen Ausfall in dieser Höhe könne der Verein, der das Bürgerzentrum trägt, nicht aus eigenen Mitteln kompensieren. Hinzu komme, dass derzeit völlig unklar sei, wann die entsprechenden Haushaltsmittel überhaupt zur Verfügung ständen. Busmann geht davon aus, dass das nicht vor Juni der Fall sein wird.

Weil die Notwendigkeit für eine parteiliche Flüchtlingsarbeit weiter bestehe, wird die Arbeit in kleinerem Rahmen ab Januar von Theodor Lohölter in den bisherigen Büroräumen weiter fortgeführt. Der Sendenhorster, der seit vielen Jahren in diesem Arbeitsfeld tätig ist, war zwischen 1999 und 2003 bereits für den Büz-Verein tätig und hatte die Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft in Hamm beraten. Die Kosten für Lohölter hofft der Verein durch Spenden und Benefizaktionen aufzubringen.

Busmann bedauert die Entscheidung, sich nach gut neun Jahren aus der Flüchtlingsberatung zurückzuziehen, sehr. Auch heute seien noch zahlreiche Flüchtlinge, die nur geduldet und oft von Abschiebung bedroht seien, auf professionelle Hilfe angewiesen.

Die mit Inkrafttreten des neuen Zuwanderungsgesetzes gegründeten Beratungsstellen seien für dieses Klientel leider nicht zuständig und verfügten auch oft nicht über das notwendige Fachwissen.


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